Waldklimastationen
Warm-trockenes Sommerende, nasser Herbstbeginn - LWF aktuell 155
von Dr. Lothar Zimmermann und Dr. Stephan Raspe

Niederschlag – Temperatur – Bodenfeuchte

Der Monat verlief sommerlich warm mit einer Hitzewelle zur Monatsmitte, bevor es besonders nachts wieder kühler wurde. Die Niederschläge waren ungleich verteilt: erhebliche Trockenheit in Franken, hohe Niederschläge in den Alpen.

Die Bayern Karte zeigt die WKS-Standorte und in Säulendiagrammen pro Standort die AbweichungZoombild vorhanden

Abb. 1a: Absolute Abweichung der Lufttemperatur vom langjährigen Mittel 1961–1990 an den Waldklimastationen (© LWF)

Der Monat startete mit dem Durchzug einer Kaltfront in der ersten Woche vergleichsweise kühl und wechselhaft. Die phänologische Phase des Hochsommers begann mit der Fruchtbildung beim Apfel bayernweit zum 5. August – zwei Tage später als das vieljährige Mittel (DWD 2025). Es setzten sich immer wieder Hochdruckgebiete durch, sodass es sommerlich warm bis heiß wurde. Die Hitzewelle erreichte an der DWD-Klimastation in Kitzin­gen am 15. August mit 37,1 °C ihren bundesweiten Spitzenwert (DWD 2025). Waldnah auf den Freiflächen der Waldklimastationen wurde an diesem Tag als Spitzenwert 27,7 °C in Altdorf gemessen. In Franken stieg die Waldbrandgefahr regional deutlich an. Nur in den Alpen und im Vorland gab es Hitzegewitter mit lokal begrenzten Schauern. An der WKS Sont­hofen fielen am 16. August 53,9 l/m², an der WKS Höglwald 51,3 l/m². Nach der Monatsmitte setzte zeitweilig wechselhafte Witterung mit Regenschauern ein, die Abkühlung brachten. Bis zum Monatsende wechselten sich trockene und freundliche Zeiten mit nasser und kühler Witterung ab. In der letzten Monatsdekade regnete es besonders im Alpenbereich ergiebig: am 21. August fielen an der WKS Kreuth 75,5 l/m²und an der WKS Berchtesgaden 65,2 l/m². Richtung Main regnete es weniger. Zum 13. August begann mit der Fruchtreife des Schwarzen Holunders der phänologische Frühherbst – rund eine Woche früher als im vieljährigen Mittel (DWD 2025).

Der August 2025 lag mit 17,9 °C über dem langjährigen Mittel (+ 1,9° zu 1961–90) und zählte damit zwar zu den wärmeren Augustmonaten seit 1881 – ist aber in der wärmeren aktuellen Klimaperiode fast als normal (+ 0,3 °) einzustufen. Mit 66,8 l/m² fiel landesweit ein Drittel weniger Niederschlag als üblich (-34 %), damit reihte er sich unter den trockeneren Augustmonaten ein. Besonders trocken war es in Franken, wo teilweise weniger als 20 l/m² gemessen wurden. Als Kontrast kamen in der Alpenregion örtlich über 200 l/m² zusammen. Mit 258,4 Stunden gab es wie im letzten Jahr viel Sonnenschein (+28 % zum Mittel 1961–90) (DWD 2025). Dementsprechend gingen auch die Füllstände der Bodenwasserspeicher nördlich der Donau stark zurück und Trockenstress trat ein. Südlich der Donau blieb die Wasserversorgung der Wälder hingegen weiterhin gut.

Der Sommer 2025 zählt mit 16,2 °C gerade noch zu den zehn wärmsten Sommern seit 1881 (+2,3° zum Mittel 1961–90). Die erste Hitzewelle des Jahres wich einem niederschlagsreichen Monatsverlauf mit Starkregen, wodurch sich die Auswirkungen der Frühjahrstrockenheit etwas milderte. Mit 273,3 l/m² regnete es aber insgesamt 13 % weniger als im langjährigen Mittel. Mit 731,6 Stunden Sonnenschein fällt der August 2025 auch unter die sonnenreicheren Sommer seit 1951 (+ 11 %) (DWD 2025).

Die Bayern Karte zeigt die WKS-Standorte und in Säulendiagrammen pro Standort die AbweichungZoombild vorhanden

Abb. 1b: Prozentuale
Abweichung des Niederschlags vom langjährigen Mittel 1961–1990 an den Waldklimastationen (© LWF)

Der Monat war wie im Vorjahr durch meteorologische Gegensätze geprägt: viel Niederschlag und wechselhafter Witterung standen spätsommerlich hohe Lufttemperaturen gegenüber. Anfangs bestimmten Tiefdruckgebiete und ihre Aus­läufer das Wettergeschehen: bei sommerlichen Temperaturen sorgten sie mit Schauern und Gewittern verbreitet für deutlich mehr Regen als üblich. Zum 4. September wurde in den Landkreisen Lindau und Ostallgäu Hagel gemeldet. Am DWD-Observatorium am Hohenpeißenberg wurden am 4. und 5. September 44,3 l/m² gemeldet (DWD 2025). Sonnenreiches Hochdruckwetter gab es nur zum ersten Septemberwochenende. Die Fruchtreife der Stieleiche, als Start in den phänologischen Vollherbst, setzte am 16. September ein – fünf Tage früher als im vieljährigen Mit­tel (DWD 2025). Im letzten Monatsdrittel wurde es zunächst spätsommerlich warm bis heiß. Am 20. September wurden im Mittel der Höchstwerte aller WKS 27,8 °C erreicht – mit einem Spit­zenwert von 31,8 °C an der WKS Höglwald – bevor die Lufttemperatur bei reichlich Regen wieder stark abfiel. Am 22. September wurde als Spitzenwert an der WKS Goldkronach 39,5 l/m² gemessen. Im Zeitraum von 21.–25. September fielen an den WKS Altdorf, Dinkelsbühl und Goldkronach 70–80 l/m² und zeigten damit den nördlichen Schwerpunkt der Niederschläge in diesem Monat. Der September endete mit wechselhafter Witterung.
Das Liniendiagramm zeigt für verschiedene Standorte den Füllstand in Abhängigkeit vom MonatZoombild vorhanden

Abb. 2: Entwicklung der Bodenwasservorräte im gesamten durchwurzelten
Bodenraum in Prozent zur nutzbaren Feldkapazität (© LWF)

Der September 2025 war mit 13,9 °C nur +1,1° wärmer als im Klimamittel 1961-90 und damit in der aktuellen Klimaperiode 1991–2020 nur leicht wärmer als im Mittel (+0,7 °) (DWD 2025). Mit diesem September war nun bereits der 29. Monat in Folge wärmer als das Klimamittel von 1961–1990. Gleichzeitig fiel mit 101 l/m² reichlich Regen (+ 40 %) – damit zählte er zu den nasseren Septembermonaten! Fast im ganzen Land regnete es intensiv, nur in den Alpen und dem Südosten unterhalb einer Diagonalen von München nach Deggendorf fielen die Niederschläge unterdurchschnittlich aus. Nördlich der Donau fielen 68 % mehr als im langjährigen Niederschlagsmittel, während es südlich nur 3 % mehr waren (DWD 2025). Der Monat lag mit 142,1 Stunden Sonnenschein unter dem langjährigen Mittel (- 11 %). Die intensiven Septemberniederschläge sorgten dafür, dass die Bodenwasserspeicher fast überall wieder ausreichend aufgefüllt wurden. Nur an der WKS Würzburg bleiben sie trotz Anstiegs noch im Trockenstressbereich.
Abb. 3: Mittlere Lufttemperatur und Niederschlagssumme an den Waldklimastationen sowie an der Wetterstation Taferlruck
August 2025September 2025
WaldklimastationenHöhe ü. NN [m]Temp. [°C]NS [l/m²]Temp, [°C]NS [l/m²]
Altdorf (ALT)40617,28114,5169
Altötting (AOE)41517,95014,263
Bad Brückenau (BBR)81212,8358,291
Berchtesgaden (BER)150013,717410,3161
Dinkelsbühl (DIN)46816,43712,2144
Ebersberg (EBE)54016,911413,263
Ebrach (EBR)41016,84012,575
Flossenbürg (FLO)84015,15910,992
Freising (FRE)50817,97813,885
Goldkronach (GOL)80014,76411,1141
Höglwald (HOE)54518,210013,8102
Kreuth (KRE)110015,316011,485
Mitterfels (MIT)102514,06910,894
Riedenburg (RIE)47516,95612,8103
Rothenkirchen (ROK)67015,44110,782
Rothenbuch (ROT)47018,02713,294
Sonthofen (SON)117014,914411,1137
Taferlruck (TAF)77013,96310,654
Würzburg (WUE)33018,75614,582

Literatur

  • DWD (2025): Monatlicher Klimastatus Deutschland August und September 2025

Beitrag zum Ausdrucken

Weiterführende Informationen

Autor

  • Dr. Lothar Zimmermann
  • Dr. Stephan Raspe