Zentrum Wald-Forst-Holz - LWF aktuell 157
Das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan - bestehend aus der Studienfakultät für Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der TU München, der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT und der Bayrischen LWF - vereint Forschung, Lehre und Beratung an einem Standort und bildet den Knotenpunkt forstlicher Kompetenz in Bayern.
Die neuesten Nachrichten und Informationen aus dem ZWFH finden Sie auf dieser Seite. Die Nachrichten aus dem Zentrum erscheinen auch stets in der jeweiligen Ausgabe der LWF aktuell.
Moritz Mayr neuer Revierleiter an der HSWT im Lehrrevier Freising
Zoombild vorhanden
Neuer Förster im Lehrrevier: Moritz Mayr (© J. Hiller)
Er übernimmt neben klassischen Revierleitertätigkeiten im Lehrwald auch die Betreuung der dortigen Versuchsflächen. Zudem unterstützt er den Lehrbetrieb der angehenden Försterinnen und Förster.
Nach seiner Berufsausbildung zum Forstwirt studierte Herr Mayr bereits dual Forstingenieurwesen an der HSWT. Nach dem forstlichen Vorbereitungsdienst und Stationen im Großprivatwald und der Zentrale der BaySF, kehrt er nun an die HSWT zurück.
Herr Mayr freut sich sehr über die Rückkehr nach Weihenstephan – sein Ziel ist klar: »Lernen und Begeisterung vermitteln«.
Moritz Mayr
Rückblick auf den 35. Weihenstephaner Forsttag »Urbane Wälder«
Zoombild vorhanden
(© HSWT)
Drei Kernbotschaften prägten die Tagung:
- Urbaner Wald braucht aktives Management. Klimawandel, Verdichtung und Nutzungsdruck machen professionelle Pflege unverzichtbar.
- Interdisziplinäre Kompetenzen sind entscheidend. Fachkräfte müssen ökologisches, technisches und sozialwissenschaftliches Wissen verbinden.
- Die Stadt der Zukunft ist Lebensraum für Mensch und Natur. Urbane Wälder tragen zentral zu Klimaanpassung und Lebensqualität bei.
Das Programm bot ein vielfältiges Themenspektrum: Fachvorträge zu Pilzdynamik, Altbaumerhalt, klimaangepasster Stadtplanung, psychologischem Eigentum sowie zur Mensch-Wald-Beziehung. Zudem wurde der neue Studiengang »Arboristik und urbanes Waldmanagement« durch Florian Motte und Barbara Darr, HSWT, vorgestellt. In moderierten Podiumsrunden gaben die Praxisexpertinnen Anna-Marie Heinze aus Augsburg und Bärbel Zingsem aus Darmstadt Einblicke in aktuelle Erfahrungen aus dem kommunalen Baum- und Waldmanagement – Impulse, die zu lebendigen Diskussionen anregten.
Für die kulinarische Begleitung sorgten Studierende der Fachschaft mit selbstgebackenen Kuchenspezialitäten. Als Kooperationspartner präsentierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. zu-dem die Stadtbaumerfassungs-App »MeinBaum« an einem Informationsstand.
Am Nachmittag führte Lehrwaldförster Herbert Rudolf die Teilnehmenden mit großer Begeisterung durch den Weltwald Freising. Die Exkursion bot spannende Einblicke in innovative Kommunikationskonzepte zu internationalen Waldgesellschaften und rundete den Forsttag mit einem gemeinsamen Waldspaziergang ab.
HSWT
Prof. Dr. Stefan Wittkopf neuer Dekan
Zoombild vorhanden
(© J. Hiller, ZWFH)
Nach dem Studium der Forstwissenschaften in München und Weihenstephan sowie dem Referendariat trat Stefan Wittkopf 1997 in die Bayerische Staatsforstverwaltung ein. Von 1998 bis 2005 war er an der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft als Fachberater für Holzenergie tätig. In dieser Zeit promovierte er an der TU München über Bereitstellungsverfahren für Energieholz.
Es folgten Stationen im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten – zunächst im Ministerbüro, später als Referent für Nachwachsende Rohstoffe und Agrarforschung. 2008 wurde Wittkopf an die HSWT auf die Professur für Holzenergie berufen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war der Aufbau des fakultätsübergreifenden Studiengangs »Management erneuerbarer Energien«, in dem er von Beginn an auch als Praxisbeauftragter tätig war.
Seit 2009 engagiert er sich im Fakultätsrat, war drei Amtszeiten Mitglied des Senats und zuletzt Prodekan der Fakultät. Neben der Lehre in mehreren Bachelor- und Masterstudiengängen liegt ihm besonders die angewandte Forschung am Herzen. Seine Projekte zu stofflicher und energetischer Holznutzung, Kurzumtriebsplantagen oder entrindenden Harvesterfällköpfen führten zu zahlreichen Abschlussarbeiten, Praxisprojekten und Kooperationen. Jüngst wurde das EU-LIFE-Projekt Future Forest erfolgreich mit einem Handbuch und Praxisleitfaden abgeschlossen. Aktuell leitet Wittkopf ein neues Agroforstprojekt mit sieben Praxisflächen in Bayern, das Wuchsleistung und Wirtschaftlichkeit von Baumstreifen untersucht.
Als Dekan möchte Stefan Wittkopf Kolleginnen und Kollegen motivieren, Lehre und Forschung und mit neuen Ideen weiterzuentwickeln. Ihm ist wichtig, die Studienangebote der HSWT über Fakultäten hinweg zu vernetzen und Synergien zu nutzen.
Jakob Hiller, ZWFH
Beste Bedingungen für angehende Försterinnen und Förster
Zoombild vorhanden
Angeregte Diskussion an den Infoständen (© M. Mayr)
Folgende Organisationen nutzten die Möglichkeit sich vorzustellen: Bayerische Staatsforsten, Bayerische Forstverwaltung und Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, WBV Westallgäu und Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V., Österreichische Bundesforste, Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben, Forstverwaltung Rheinland-Pfalz, Pfeifer Group, Deutsche Bahn Fahrwegdienste, Hessen Forst, Forst BW und Landesforstverwaltung BW, Bundesforst sowie die Bayerische Forstschule. Auch das BDF-Sozialwerk war vertreten und informierte über dessen Leistungen.
Das Interesse der Studierenden war groß und die Hörsäle und Foyers bis zum Ende hin gut gefüllt. Es entwickelten sich gute Gespräche, in denen auch kritische Fragen an die zukünftigen Arbeitgeber gestellt wurden.
Herzlicher Dank gilt dem BDF, dem Forstzentrum Weihenstephan sowie Ralf Moshammer von der TUM für die Organisation der Veranstaltung.
M. Mayr
Crecimiento y Producción Forestales
Im Jahr 2019 erschien die zweite Auflage des Lehrbuchs in deutscher Sprache. Es vermittelt umfassende Grundlagen des Waldwachstums, führt in neue Denkweisen und Methoden der Waldwachstumsforschung ein und zeigt Wege zur nachhaltigen Nutzung und Entwicklung von Wäldern auf.
»Dieses Buch fasst den Wissensstand über die Struktur und das Wachstum von Bäumen und Waldbeständen zusammen. Es ist die zweite und komplett überarbeitete Auflage der 2002 erstmals erschienenen »Grundlagen der Waldwachstumsforschung«. Das Buch vermittelt wie Bäume und Bestände wachsen, waldbaulich behandelt werden, auf Störungen reagieren und mathematisch nachgebildet werden. Die aufgezeigten neuen Denkmuster und Methoden schaffen ein Verständnis für das System Wald als Ganzes. Dieses Verständnis trägt zur nachhaltigen Entwicklung und Nutzung der Wälder in der Zukunft bei. Das Buch basiert auf Lehrveranstaltungen zu diesen Themen an der LMU und der TUM in München. Es ist sowohl für Studierende als auch für Wissenschaftler und Praktiker in den Bereichen Forstwissenschaft, Wald- und Landschaftsökologie, Naturschutz, Ressourcenmanagement und urbane Forstwissenschaft gedacht.«
Zukunft der Bergwälder im Fokus: Neues Zentrum an der TUM
Zoombild vorhanden
Die Eva Mayr-Stihl Stiftung fördert das Zentrum für Alpine Waldwirtschaft. (v.l.n.r.): S. Pfeiffer (bei der Stiftung verantwortlich für Wissenschaft & Forschung), R. Mayr (Stifter & Vorstandsvorsitzender), Prof. Dr. A. Menzel, Prof. Dr. T. Knoke, M. von Winning (Vorstand der Eva Mayr-Stihl Stiftung) (© K. Spannbloechl/ IMPOSSIBLEFOTO)
Der Klimawandel stellt diese sensiblen Ökosysteme jedoch vor große Herausforderungen. Schwindende Gletscher, steigende Schneefallgrenzen und eine zunehmende Steinschlaggefahr verändern die alpinen Bergwälder spürbar. In den Alpen vollzieht sich die Erwärmung etwa doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt – mit weitreichenden Folgen für Stabilität und Schutzfunktion der Wälder.
Um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Schutzwälder besser zu verstehen und zukunftsfähige Schutz- und Erhaltungskonzepte zu entwickeln, fördert die Eva Mayr-Stihl Stiftung das neu gegründete Zentrum für alpine Waldwirtschaft an der Technischen Universität München (TUM).
Zoombild vorhanden
Im Fokus der Forschung am neuen Zentrum für alpine Waldwirtschaft an der TUM stehen zukunftsfähige Konzepte zum Erhalt der Schutzwälder (© R. Seidl , TUM)
red
Den Bergwald klimafit machen: INTERREG-Projekt WINALP 21 zeigt Wege auf
Zoombild vorhanden
Podiumsdiskussion mit (v.l.n.r.): S. Philipp (Vorarlberger Landesregierung), K. Ziegner (Amt der Tiroler Landesregierung), H.-J. Klemmt (Leiter der Abteilung »Waldbau, Waldwachstum, Inventuren« der LWF), Prof. Dr. J. Ewald (HSWT) (© K. Wellhausen, LWF)
Forschungsergebnisse praxisnah zum Ausprobieren: An vier Infoständen konnten sich die Teilnehmenden selbst ein Bild von den gewonnenen Erkenntnissen machen und mit den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch kommen. »Die in WINALP 21 entwickelten interaktiven Karten und Demonstrationsflächen helfen den Forstbetrieben, den Klimawandel bei deren Entscheidungen zu berücksichtigen, damit Pflege, vorsorgender Umbau und Sanierung von widerstandsfähigen Wäldern gelingen«, resümierte Prof. Dr. Jörg Ewald, Leiter des Verbundprojekts und Inhaber der Forschungsprofessur »Diversität und Funktionen von Gebirgsökosystemen« an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). Gleichzeitig dankte er dem gesamten länderübergreifenden Projektteam für die erfolgreiche Zusammenarbeit.
Über eine im Projekt entwickelte App sowie einen Exkursionsführer berichten wir zu einem späteren Zeitpunkt; beide werden auf der Projektseite WINALP 21 zur Verfügung gestellt.
Gerhard Radlmayr
Deutschlandweite Fachtagung Waldbautraining
Zoombild vorhanden
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung Waldbautraining 2025 im Gramschatzer Wald (© C. Josten, LWF)
Am ersten Tag wurden Vorträge und Diskussionen u.a. zur forstlichen Organisation in Bayern angeboten. Die Waldbautrainer der Forstverwaltung und die Waldbauspezialisten der BaySF stellten ihre Arbeitsbereiche vor. Die Waldbautrainings sind i.d.R. als Fortbildungen für Revierleiterinnen und Revierleiter sowie den Leitungsdienst konzipiert. Eine größere Rolle spielten auch die Themen BaSIS 2.0 als Tool zur Baumartenwahl im Klimawandel sowie die Waldschutzsituation in Bayern, insbesondere an der Eiche.
Herzlicher Dank geht an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie alle Mitwirkenden für die gelungene Austauschplattform mit zahlreichen Gesprächen und intensiven Diskussionen! Die Staffelübergabe erfolgte an Mecklenburg-Vorpommern, wo voraussichtlich in zwei Jahren die nächste Fachtagung Waldbautraining stattfinden wird.
Christoph Josten, LWF


