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Holzbau

Die in Bayern errichteten Gebäude werden in der Statistik „Baufertigstellungen in Bayern“ jährlich erfasst. Aus diesen Daten lässt sich eine Vielzahl von Auswertungen anfertigen.

Im Folgenden sind die Auswertungen mit speziellem Blick auf den Baustoff oder das Heizmaterial Holz aufgeführt.
Im Jahr 2018 wurden insgesamt 24.012 Wohngebäude errichtet, davon 5.265 überwiegend mit Holz als Konstruktionsmaterial. Dies entspricht einer Holzbauquote von knapp 22 %. Sowohl die absolute Anzahl als auch die Holzbauquote hatte 2018 den höchsten Wert des Betrachtungszeitraumes. Seit 2017 ist die Anzahl der fertiggestellten Wohngebäude um rund 1.000 gesunken. Der Anteil des Holzbaus konnte von knapp 12 % im Jahr 2003 auf den heutigen Wert gesteigert werden. Holzbau liegt dann vor, wenn bei der Erstellung der tragenden Konstruktion des Gebäudes überwiegend der Baustoff Holz verwendet wird.

Das Niveau der Bautätigkeit nahm nach der Abschaffung der Eigenheimzulage im Jahr 2006 deutlich ab. Dieser Effekt wurde in den Jahren 2007 bis 2010 von der weltweiten Wirtschaftskrise verstärkt. Die Bautätigkeit nahm seit 2009 zwar wieder zu, das Niveau von vor der Abschaffung der Eigenheimzulage konnte aber bisher nicht mehr erreicht werden.

Balkendiagramm mit dreizehn zweifarbigen (Holz, andere Baustoffe) Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anzahl der Gebäude in Tausend (links) und den Anteil des Holzbaus in Prozent (rechts) dar.

Abbildung 1: Holzbauquote bei neugebauten Wohngebäuden in Bayern von 2006 bis 2018
Ziegelsteinbauten haben nach wie vor den größten Anteil an den neugebauten Wohnungen, verloren aber seit 2010 etwa 6 Prozentpunkte (seit 2003 insgesamt 16 Prozentpunkte). Die Holzbauquote stieg von 2010 um 5 Prozentpunkte auf 22 Prozent. Holz ist im Wohnungsbau der zweithäufigste Baustoff. Der Schwerpunkt des Holzbaus für Wohngebäude liegt bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Bei Mehrfamilienwohnhäusern und Wohnheimen lag der Anteil bis 2018 dagegen nur bei knapp 5 Prozent.

Balkendiagramm mit neun mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Baustoffe in Prozent dar.

Abbildung 2: Baustoffe im Wohnungsbau in Bayern von 2010 bis 2018
Holz als primärer Wärmeträger findet sich in rund 11 Prozent aller Neubauten. Dieser Anteil ist seit 2012 nahezu konstant. In Wohngebäuden mit Fernwärmeheizung ist zudem ein Anteil mit Holz als Brennstoff enthalten. Über Fernwärme aus unterschiedlichen Energiequellen wurden im Jahr 2018 8 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude versorgt. Die stärkste Zunahme bei einem Energieträger ist bei der Umweltthermie zu verzeichnen; seit 2010 konnte der Marktanteil von 16 Prozent auf 39 Prozent erhöht werden. Damit hat die Umweltthermie den Marktanteil von Gas übertroffen. Der Anteil neu errichteter Wohngebäude, die mit Öl beheizt werden, ist seit 2003 von 34 % kontinuierlich gesunken und betrug 2018 nur noch knapp 2 Prozent.

Balkendiagramm mit neun mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Primärenergie in Prozent dar.

Abbildung 3: Heizenergie bei neuen Wohngebäuden in Bayern von 2010 bis 2018
In den Statistiken wird seit 2011 auch ein sekundäres Heizungssystem ausgewiesen: Immer mehr Neubauten sind damit ausgestattet. Knapp 49 Prozent der neuen Wohngebäude haben mittlerweile zusätzlich zur Zentralheizung eine Holzfeuerung oder Solaranlage. Gerade bei sekundären Heizungen scheint ein Trend zur Holzenergie zu bestehen.

Balkendiagramm mit acht mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der sekundären Heizenergieträger in Prozent dar.

Abbildung 4: Sekundäre Heizenergie bei neuen Wohngebäuden in Bayern von 2011 bis 2018
Die Anzahl neu erstellter landwirtschaftlicher Gebäude erhöhte sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr leicht. Bei einer insgesamt geringen Zahl von Neubauten stieg die Holzbauquote um zwei Prozentpunkte. Der Holzbau hatte im Zeitraum 2003 bis 2010 an Bedeutung zugenommen, so dass sowohl anteilig als auch absolut mehr Holzgebäude errichtet wurden. Seit dem im Jahr 2010 erreichten Maximum von 43 Prozent, sank der Anteil des Holzbaus kontinuierlich, scheint sich mit 36 Prozent im Jahr 2018 aber inzwischen stabilisiert zu haben.

Balkendiagramm mit sechszehn zweifarbigen (Holz, andere Baustoffe) Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse links die Anzahl der Gebäude in Tausend und die y-Achse rechts den Anteil Holzbaus in Prozent dar.

Abbildung 5: Landwirtschaftliche Gebäude in Bayern von 2006 bis 2018
Holz ist der bei landwirtschaftlichen Gebäuden am häufigsten verwendete Baustoff. Ziegel werden heute nur noch wenige verwendet, wohingegen Stahl- und Stahlbeton in den letzten Jahren deutlich häufiger eingesetzt wurden.

Balkendiagramm mit neun mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Baustoffe in Prozent dar.

Abbildung 6: Baustoffe bei landwirtschaftlichen Gebäuden in Bayern von 2010 bis 2018
Die Anzahl der fertiggestellten Objekt- und Gewerbebauten (ohne Landwirtschaft) ist seit 2003 relativ konstant. Nach einem Anstieg der Bautätigkeit im Vergleich zum Vorjahr von 10 % in 2017 ist 2018 erneut ein Zugewinn von 13 % zu verzeichnen. Der Holzbau konnte in diesem Segment den Anteil von knapp unter 10 Prozent auf nunmehr 15 Prozent erhöhen, lag aber zwischenzeitlich schon bei 19 %. Seit 2013 geht die Holzbauquote in diesem Segment stetig zurück. Zu berücksichtigen ist, dass Nichtwohngebäude deutlich größer sind als Wohngebäude.

Balkendiagramm mit dreizehn mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anzahl der Gebäude in Tausend und den Anteil vom Holzbau in Prozent dar.

Abbildung 7: Sonstige Neubauten in Bayern von 2006 bis 2018
Bei den sonstigen Neubauten sind Konstruktionen aus Stahl oder Stahlbeton in vergleichbarer Häufigkeit wie bei landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden. Der Anteil der Holzbauten wuchs seit 2003 auf mittlerweile 18 Prozent an. Der Anteil des Rauminhaltes in Holzbauweise lag 2017 allerdings nur bei 9 Prozent. Somit werden im Holzbau durchschnittlich kleinere Gebäude realisiert, wenngleich der Anteil seit 2016 mit damals nur 6 % gestiegen ist.

Balkendiagramm mit neun mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Baustoffe in Prozent dar.

Abbildung 8: Baustoffe bei sonstigen Neubauten in Bayern von 2010 bis 2018
Nur etwa ein Drittel der Nichtwohngebäude (Objekt- und Gewerbebau) werden beheizt. Heizöl und Erdgas wurden zuletzt in etwa 45 % der beheizten Neubauten eingesetzt. Der Anteil der Umweltthermie hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Zentralheizungen mit Holz als primärem Energieträger wurden 2018 in 13 Prozent der sonstigen Neubauten eingesetzt.

Balkendiagramm mit neun mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Heizenergie in Prozent dar.

Abbildung 9: Heizenergie bei Nichtwohngebäuden in Bayern von 2010 bis 2018
Die Größe des Rauminhaltes von Gebäuden als Indikator für die Bautätigkeit in Bayern insgesamt (Wohnungsbau, landwirtschaftliche Gebäude, Objekt- und Gewerbebau) ist im Jahr 2018 leicht im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Der Anteil des in Holzbauweise erstellten Rauminhaltes nahm von 2003 bis 2010 zu, blieb bis 2013 auf dem hohen Niveau und sank dann bis 2014 stark ab. Seit dem bleibt die Holzbauquote nahezu stabil.


Balkendiagramm mit dreizehn mehrfarbigen Balken. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse den umbauten Raum in Kubikmetern dar.

Abbildung 10: Baufertigstellungen umbauter Raum in Bayern von 2006 bis 2018

Hintergrundinformation zu den Erhebungen des Bayerischen Landesamtes für Statistik

Die Statistiken der Bautätigkeit im Hochbau sind angeordnet durch das Gesetz über die Statistik der Bautätigkeit im Hochbau und die Fortschreibung des Wohnungsbestands (Hochbaustatistikgesetz - HBauStatG) vom 05.05.1998 (BGBl I 1998, 869) in Verbindung mit dem Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke (Bundesstatistikgesetz - BStatG) vom 22.01.1987 (BGBl I 1987, 462 (565)), jeweils in der aktuellen Fassung.
Die Hochbaustatistik erstreckt sich auf genehmigungs- oder zustimmungsbedürftige, sowie kenntnisgabe-, anzeigepflichtige oder einem Genehmigungsfreistellungsverfahren (gemäß Art. 58 der Bayerischen Bauordnung) unterliegende Baumaßnahmen, bei denen Wohnraum oder sonstiger Nutzraum geschaffen oder verändert wird. Bei Nichtwohngebäuden - mit Ausnahme von Gebäuden mit Wohnraum - sind Bagatellbauten bis zu einem Volumen von 350 m³ Rauminhalt oder 18.000 Euro veranschlagten Kosten des Bauwerks nicht meldepflichtig.
Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Baufertigstellungen in Bayern. Statistische Berichte.