Holzbau

Die in Bayern errichteten Gebäude werden in der Statistik „Baufertigstellungen in Bayern“ jährlich erfasst. Aus diesen Daten lässt sich eine Vielzahl von Auswertungen anfertigen.

Im Folgenden sind die Auswertungen mit speziellem Blick auf den Baustoff oder das Heizmaterial Holz aufgeführt.


Im Jahr 2020 wurden insgesamt 25.449 Wohngebäude errichtet, davon 5.912 überwiegend mit Holz als Konstruktionsmaterial. Dies entspricht einer Holzbauquote von 23,2 %. Diese ist seit 2006 mit Ausnahme der Jahre 2008 und 2014 jedes Jahr gestiegen. Die Gesamtzahl der fertiggestellten Wohngebäude erreichte nach dem Jahr 2006 den höchsten Wert im Betrachtungszeitraum. Der Anteil des Holzbaus konnte von knapp 14 % im Jahr 2006 auf den heutigen Wert gesteigert werden. Ein Gebäude wird in der Statistik als Holzbau erfasst, wenn bei der Erstellung der tragenden Konstruktion des Gebäudes überwiegend der Baustoff Holz verwendet wird.

Das Niveau der Bautätigkeit nahm nach der Abschaffung der Eigenheimzulage im Jahr 2006 deutlich ab. Dieser Effekt wurde in den Jahren 2008 bis 2010 von der weltweiten Finanzkrise verstärkt. Die Bautätigkeit nahm seit 2009 zwar wieder zu, das Niveau von vor der Abschaffung der Eigenheimzulage konnte aber bisher nicht mehr erreicht werden.

Balkendiagramm mit vierzehn zweifarbigen (Holz, andere Baustoffe) Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anzahl der Gebäude in Tausend (links) und den Anteil des Holzbaus in Prozent (rechts) dar.

Abbildung 1: Holzbauquote bei neugebauten Wohngebäuden in Bayern von 2006 bis 2020


Ziegelsteinbauten haben mit 58 % im Jahr 2020 nach wie vor den größten Anteil an den neugebauten Wohngebäuden. Die Holzbauquote stieg seit 2011 um 6 Prozentpunkte auf nunmehr 23 % an. Holz ist damit im Wohnungsbau der zweithäufigste Baustoff. Der Schwerpunkt des Holzbaus für Wohngebäude liegt bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Bei Mehrfamilienwohnhäusern und Wohnheimen lag der Anteil im Jahr 2020 gerade einmal bei knapp 2,5 %.

Balkendiagramm mit zehn mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Baustoffe in Prozent dar.

Abbildung 2: Baustoffe im Wohnungsbau in Bayern von 2011 bis 2020


Holz als primärer Wärmeträger findet sich in rund 10 % aller Neubauten. Dieser Anteil ist seit 2017 leicht gesunken. In Wohngebäuden mit Fernwärmeheizung ist zudem ein Anteil mit Holz als Brennstoff enthalten. Über Fernwärme aus unterschiedlichen Energiequellen wurden im Jahr 2020 etwa 9 % der fertiggestellten Wohngebäude versorgt. Die stärkste Zunahme bei einem Energieträger ist bei der Umweltthermie zu verzeichnen; seit 2011 konnte der Marktanteil von 21 % auf 50 % mehr als verdoppelt werden. Damit übertrifft die Umweltthermie den Marktanteil von Gas um knapp 20 %. Der Anteil neu errichteter Wohngebäude, die mit Öl beheizt werden, ist seit 2003 von 34 % kontinuierlich gesunken und betrug 2020 nur noch knapp 2 %.

Balkendiagramm mit neun mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Primärenergie in Prozent dar.

Abbildung 3: Primäre Heizenergie bei neuen Wohngebäuden in Bayern von 2011 bis 2020


In den Statistiken wird seit 2011 auch ein sekundäres Heizungssystem ausgewiesen: Immer mehr Neubauten sind damit ausgestattet. Knapp 28 % der neuen Wohngebäude haben mittlerweile zusätzlich zur Zentralheizung eine Holzfeuerung. Gerade bei sekundären Heizungen scheint ein Interesse an der Holzenergie zu bestehen. Auffallend ist der positive Trend sonstiger Energiequellen in den letzten Jahren, unter die auch die zuvor genannte Umweltthermie gezählt wird.

Balkendiagramm mit neun mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der sekundären Heizenergieträger in Prozent dar.

Abbildung 4: Sekundäre Heizenergie bei neuen Wohngebäuden in Bayern von 2011 bis 2020


Die Anzahl neu erstellter landwirtschaftlicher Gebäude nahm 2020 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt wieder etwas zu. Bei einer Zahl von gut 2.000 Neubauten machte die Holzbauquote einen großen Sprung und stieg um 6 Prozentpunkte auf 41 %. Der Holzbau hatte schon im Zeitraum 2003 bis 2010 eine große Bedeutung, so dass sowohl anteilig als auch absolut mehr Holzgebäude errichtet wurden. Die Maximalwerte in den Jahren 2006 und 2009 erreichten 44 %. Daraufhin sank der Anteil des Holzbaus etwas. Aktuell scheint die Quote jedoch wieder anzuziehen.

Balkendiagramm mit vierzehn zweifarbigen (Holz, andere Baustoffe) Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse links die Anzahl der Gebäude in Tausend und die y-Achse rechts den Anteil Holzbaus in Prozent dar.

Abbildung 5: Landwirtschaftliche Gebäude in Bayern von 2006 bis 2020


Holz ist bei landwirtschaftlichen Gebäuden der am häufigsten verwendete Baustoff. Ziegel werden heute nur noch wenige verwendet, wohingegen Stahl- und Stahlbeton weiterhin mit insgesamt 45 % häufig eingesetzt werden.

Balkendiagramm mit zehn mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Baustoffe in Prozent dar.

Abbildung 6: Baustoffe bei landwirtschaftlichen Gebäuden in Bayern von 2010 bis 2020


Die Anzahl der fertiggestellten Objekt- und Gewerbebauten (ohne Landwirtschaft) ist seit 2003 relativ konstant. Seit 2017 ist ein leichter Rückgang bei den sonstigen Neubauten zu verzeichnen. Der Holzbau konnte in diesem Zeitraum und Segment den Anteil von knapp unter 10 % auf nunmehr 19 % erhöhen. Bei der Beurteilung der verbauten Holzmenge ist zu berücksichtigen, dass Nichtwohngebäude deutlich größer sind als Wohngebäude.

Balkendiagramm mit vierzehn mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anzahl der Gebäude in Tausend und den Anteil vom Holzbau in Prozent dar.

Abbildung 7: Sonstige Neubauten in Bayern von 2006 bis 2020


Bei den sonstigen Neubauten sind Konstruktionen aus Stahl oder Stahlbeton in vergleichbarer Häufigkeit wie bei landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden. Der Anteil der Holzbauten schwankt zwischen 16 und 19 %. Der Anteil des Rauminhaltes in Holzbauweise lag 2020 allerdings nur bei 6 %. Somit werden im Holzbau durchschnittlich kleinere Gebäude realisiert.

Balkendiagramm mit zehn mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Baustoffe in Prozent dar.

Abbildung 8: Baustoffe bei sonstigen Neubauten in Bayern von 2010 bis 2020


Nur etwa ein Drittel der Nichtwohngebäude (Objekt- und Gewerbebau) werden beheizt. Heizöl und Erdgas wurden zuletzt in etwa 42 % der beheizten Neubauten eingesetzt. Dieser Anteil hat im Jahr 2020 um weitere 2 Prozentpunkte abgenommen. Die Anteile der Umweltthermie und der Fernwärme haben hingegen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Zentralheizungen mit Holz als primärem Energieträger wurden im Jahr 2020 in 13 % der sonstigen Neubauten eingesetzt.

Balkendiagramm mit zehn mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Heizenergie in Prozent dar.

Abbildung 9: Heizenergie bei Nichtwohngebäuden in Bayern von 2010 bis 2020


Die Größe des Rauminhaltes von Gebäuden als Indikator für die Bautätigkeit in Bayern insgesamt (Wohnungsbau, landwirtschaftliche Gebäude, Objekt- und Gewerbebau) ist im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleich geblieben. Gleichzeitig stieg der Anteil der Holzbauten um 2 Prozentpunkte. Zuvor nahm der Anteil des in Holzbauweise erstellten Rauminhaltes von 2003 bis 2010 zu, blieb bis 2013 auf dem hohen Niveau und sank dann bis 2014 stark ab. Bis zu dem aktuellen Anstieg lag die Holzbauquote nahezu stabil bei etwa 11 %.

Die Größe des Rauminhaltes von Gebäuden als Indikator für die Bautätigkeit in Bayern insgesamt (Wohnungsbau, landwirtschaftliche Gebäude, Objekt- und Gewerbebau) ist im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleich geblieben. Gleichzeitig stieg der Anteil der Holzbauten um 2 Prozentpunkte. Zuvor nahm der Anteil des in Holzbauweise erstellten Rauminhaltes von 2003 bis 2010 zu, blieb bis 2013 auf dem hohen Niveau und sank dann bis 2014 stark ab. Bis zu dem aktuellen Anstieg lag die Holzbauquote nahezu stabil bei etwa 11 %.

Abbildung 10: Baufertigstellungen umbauter Raum in Bayern von 2006 bis 2020

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Baufertigstellungen in Bayern. Statistische Berichte.