Header Holz und Technik

RSS-Feed der Bay. Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft abonnieren

So verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr. Unser RSS-Feed "Nachrichten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft" informiert Sie kostenlos über unsere aktuellen Beiträge.

Aufruf des RSS-Feeds

Forstkulturen

Pflanz- /Saatmaschinen

Besonders für die Anlage von Kurzumtriebsplantagen auf ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen hat sich der Einsatz von Pflanzmaschinen bewährt. Bei der Bestandesbegründung und zur Erstaufforstung können neben manuellen Pflanzverfahren (Winkelpflanzung, Rhodener- und Buchenbühler Verfahren, Hohlspatenpflanzung,…) ebenso Anbaugeräte verwendet werden. Diese werden entweder an eine Zugmaschine (Schlepper) oder an ein Fahrzeug mit einem Kran (Bagger, Harvester) montiert.
Die Pflanzmaschine erzeugt einen Pflanzspalt oder ein Pflanzloch. Die Pflanzenbeschickung in den Boden erfolgt entweder durch eine auf dem Anbaugerät sitzende Person oder automatisch aus einem Magazin mittels Pflanzrohr. In der Regel werden ein bis zwei Reihen gleichzeitig gepflanzt. Je nach Pflanzmaschine sind wurzelnackte Pflanzen, Container- oder Ballenpflanzen am besten geeignet.
Auch für die Saat werden Anbaugeräte eingesetzt. Für die Anlage von Eichenkulturen und dem Buchen-Tannenvoranbau unter labilen Fichtenbeständen kann die Saat eine Alternative zur Pflanzung darstellen.
Bei der Kulturbegründung mittels Pflanz- und Saatmaschinen ist zu beachten, dass es besonders bei Schlepperanbauten zu einer flächigen Befahrung kommt. Nur bei sehr trockenem Boden kommt es dabei zu keiner Verdichtung. Ein trockener Boden ist bei Pflanzungen jedoch unerwünscht.

Forstmulcher

Mulchgeräte besitzen keine drehenden Messer, wie ein Rasenmäher, sondern sehr schnell rotierende Metallschlegel (Schlegelmulcher). Sie sind im Gegensatz zu Mähgeräten, die mit rotierenden Messern arbeiten, nahezu unempfindlich gegenüber Steinen, Ästen oder Wurzeln, und daher für den forstlichen Einsatz bestens geeignet.
Neben den Forstmulchern, die nur für die oberirdische Zerkleinerung von Bäumen und Holzresten vorgesehen sind, gibt es Mulchgeräte, die vorwiegend für die Bodenbearbeitung und nur in geringem Maße für das Zerkleinern holzartiger Materialien konzipiert wurden. Holz bis zu einem Durchmesser von 50cm kann mit Hilfe der stärksten Forstmulcher zerkleinert werden. Mulchgeräte werden in der Forstwirtschaft hauptsächlich für die Anlage von Schneisen, Pflegepfade Pflegepfaden und Brandstreifen, zur Bodenbearbeitung sowie zur Pflege von Rückegassen und Forstwegen verwendet.

KWF-Marktübersicht Forstmulchgeräte Externer Link

Stockfräsen

Stockfräsen arbeiten im Gegensatz zu den Forstmulchern nicht flächig. Sie werden gezielt eingesetzt um Wurzelstöcke auch bis in den Boden hinein zu entfernen. Auf einer um eine horizontale Antriebsachse rotierende Scheibe sind starre, austauschbare Werkzeuge aus Hartmetall angebracht, die die Stöcke zerspanen. Der Antrieb erfolgt über die Zapfwelle, der Basisfahrzeughydraulik oder mittels eines Aufbauverbrennungsmotors.

KWF-Marktübersicht Stockfräsen Externer Link

Freischneider

Freischneider werden je nach Leistung der Maschine für einfache Mäharbeiten von Gras und Gestrüpp bis hin zur Jungbestandspflege verwendet. Hierbei können kleinere Bäume bis zu einem Durchmesser von ca. 10-15cm gefällt werden.
Bei den im forstlichen Einsatz befindlichen Geräten handelt es sich um verbrennungsmotorgetriebene Maschinen, die mittels Gurttragesystemen angelegt werden. Sie sind mit unterschiedlich ausgeformten Metallmähblättern ausgestattet. Der Motor befindet sich am Ende des Gerätes. Einige Modelle besitzen einen rückengetragenen Motor. Der Hubraum der Freischneider liegt bei einem Gewicht von bis zu 11,5kg zwischen 34 und 65cm³. Die Leistung variiert von 0,8-2,8kW. Der Verbrauch der Geräte bewegt sich bei voller Motorleistung zwischen ca. 1-2 l/h.
Aufgrund der Schalldruckpegel von bis zu über 100 dB(A) muss bei Freischneidearbeiten immer ein Gehörschutz getragen werden um einer Schädigung des Gehörs vorzubeugen.

KWF-Marktübersicht Freischneider Externer Link

Entastungsmaschinen

Ziel der Wertastung ist die Erhöhung des Anteils an astfreiem Stammholz und somit eine Maximierung des Verkaufserlöses. Hierfür werden je nach Baumart und Wüchsigkeit des Standortes 60 bis 250 ausgewählte Z-Bäume in Höhen von bis zu 12m geastet. Im Erntealter sollte das Verhältnis von astfreiem Mantel zu astigem Kern bei mindestens 2:1 liegen. Geastet werden Baumarten, die zu den Totasterhaltern gezählt werden. Hierzu gehören alle Nadelhölzer sowie Kirsche und Pappel bei den Laubhölzern.
   
   
   
   
Je nach Astungsstufe werden unterschiedliche Techniken verwendet:
Astungsstufe Astungshöhe Technik
I. (Reichhöhenastung) bis 3m Einhandsäge
II. 5 - 6m Stangensäge, Leitersysteme, (Klettersäge)
III. (Hochastung) 10 - 12m Steighilfen (Baumvelo) , Leitersysteme, Einsatz von Hebebühne, Klettersäge
Für die Reichhöhenastung werden hauptsächlich Einhandgeräte mit auf Zug stehender Dreiecksbezahnung benutzt. Auch zur Astung auf Stufe 2 kommt die gleiche Technik zum Einsatz. Hier wird jedoch das Sägeblatt auf ein einteiliges, mehrteiliges oder auf ein Teleskopgestänge montiert und so eine Höhe von bis zu 6m erreicht.
Auch mittels Leitern kann bis zur Stufe 2 geastet werden. Für die Astung auf 10-12m Höhe werden spezielle Leitersysteme (Distelleiter) angeboten. Auch Steighilfen kommen zum Einsatz, mit denen es möglich ist, am astfreien Stamm bis auf die gewünschte Höhe zu klettern. Besonders wichtig ist hier die permanente Sicherung durch einen Sicherheitsgurt mit Halteseil. Die eigentliche Astung erfolgt sowohl beim Leitersystem als auch bei dem Einsatz von Steighilfen durch die vom Waldarbeiter mitgeführte Einhandsäge. Für die Hochastung können auch Hebebühnen eingesetzt werden. Der planerische und logistische Aufwand ist bei dieser Methode jedoch enorm. Die maschinelle Hochastung mittels Klettersäge hat sich in der Praxis wenig bewährt. Besonders in der Vegetationszeit kommt es vermehrt zu Kambiumsquetschungen.
Der Zeitbedarf für die unterschiedlichen Astungstechniken variiert sehr stark. Beeinflussende Faktoren sind das eingesetzte Arbeitsgerät, Baummerkmale und die Geländeausformung. Daher sind die Kosten der Wertastung sehr unterschiedlich. Zur groben Kalkulation der Investition kann 1 Euro/lfm veranschlagt werden.