Nützlicher Räuber in goldener Rüstung - Puppenräuberfunde
Zoombild vorhanden
Nachweise von Gespinsternestern oder Falterflug (© LWF)
Wir hatten in LWF aktuell 5/2025 bereits berichtet, dass der Große Puppenräuber (Calosoma sycophanta) zurück in Südbayern ist – nach über 100 Jahren. Schon 2008 und 2009 hatte die LWF erstmals in Europa amerikanische Spezial-Lebendfallen eingesetzt und die Verbreitung von Großem und Kleinen Puppenräuber im fränkischen Gradationsgebiet des Eichenprozessionsspinners (EPS) untersucht. Anlässlich der Schwammspinner-Massenvermehrung in Mittel- und Unterfranken 2018 hatte die LWF dazu aufgerufen, Beobachtungen des hochspezialisierten Laufkäfers zu melden. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich am »Citizen Science«-Projekt. Insbesondere 2025 haben Sichtungen südlich der Donau deutlich zugenommen. Diese Daten bilden die Grundlage für die aktuelle Verbreitungskarte.
Zoombild vorhanden
Zur Unterscheidung vom goldmetallischen Rosenkäfer dienen das blaumetallische, querovale Halsschild und die fein längsgestreiften goldenen Flügeldecken des Großen Puppenräubers (© LWF)
Die Funde zeigen: Der schillernde Räuber ist in Bayern wieder zu erwarten. Als natürlicher Gegenspieler des EPS könnte er helfen, die Folgen dessen Ausbreitung zu begrenzen. Trotz Beseitigung der EPS-Nester in siedlungsnahen Wäldern findet der Große Puppenräuber derzeit offenbar ausreichende Bedingungen, um sich wieder zu verbreiten.
Das erfolgreiche Citizen-Science Projekt wird fortgeführt. Meldungen (möglichst mit Fotos) nehmen wir weiterhin gern entgegen an:
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Weiterführende Informationen
Autor
- Dr. Stefan Müller-Kroehling

