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Waldbirkenmaus – Sichtungen melden!

Als Kaltzeitrelikt ist die Waldbirkenmaus (Sicista betulina) in Bayern nur aus zwei Regionen bekannt: dem Bayerischen Wald und dem Allgäu. Die Art ist durch Anhang IV der Fauna-Flora-Habitate-Richtlinie geschützt. Ihr Lebensraum besteht aus einem vielfältigen Mosaik aus Offenlandflächen und Bereichen mit Waldsukzession, häufig auf Moorstandorten mit Moorbirken – daher auch ihr Name.

Im Bayerischen Wald werden im Rahmen eines EFRE-Projektes erstmals wissenschaftlich begleitete Erhaltungsmaßnahmen für die seltene Maus umgesetzt. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) ist über den Projektbeirat daran beteiligt. Neben der Waldbirkenmaus profitieren auch zahlreiche weitere Moorbewohner, darunter der seltene Hochmoorlaufkäfer. Unter den in Bayern vorkommenden Mäusearten ist die Waldbirkenmaus durch ihren charakteristischen Ahlstrich in Verbindung mit dem deutlich über körperlangen Schwanz unverwechselbar. Ihren ersten historischen Fund in Deutschland verzeichnete übrigens ein Forstarbeiter in den Wäldern Ostpreußens. Im Rahmen des EFRE-Projektes ruft die LWF gezielt alle Waldbesitzenden, im Wald Tätige und Waldbesuchende auf, Sichtungen und Hinweise zu melden. Meldungen können per E-Mail an das EFRE-Team gesendet werden und sollten – wenn möglich – Foto, genaue Lokalität und Datum enthalten.

Dr. Stefan Müller-Kroehling, LWF

Schwarzstorch-Schulung im Allgäu & Praxis-Handout für Interessierte

Eine Gruppe Menschen in Forstkleidung steht im Halbkreis um einen Baum und schaut in die Krone.Zoombild vorhanden

Gebannter Blick nach hoch oben - Exkursionspunkt unter Horstbaum (© S. Falkensteiner, LWF)

Mitte November 2025 fand im Grünen Zentrum Kaufbeuren eine regionale Schulung zum Schwarzstorch (Ciconia nigra) im Allgäu statt. Diese wurde auf Initiative der Fachstelle Waldnaturschutz Schwaben gemeinsam mit der Abteilung Biodiversität und Naturschutz der LWF sowie der Höheren Naturschutzbehörde Schwaben ausgerichtet. Finanziert wurde die Schulung über das LWF-Projekt »AHP für Vogelarten lichter Wälder und Schwarzstorch«. Die Veranstaltung richtete sich an Revierförsterinnen und Revierförster der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) bzw. der Bayerischen Staatsforsten (BaySF), Vertreter der Forstlichen Zusammenschlüsse (FZus) sowie der Unteren Naturschutzbehörden (UNB). Sie alle nehmen in ihrem täglichen Handeln in bekannten Schwarzstorchrevieren eine besondere Verantwortung für diese Art wahr. Erfreulich war das große Interesse: 26 Teilnehmende waren vor Ort dabei, zahlreiche weitere schalteten sich vormittags online zu.

Im östlichen Allgäu liegt eines der bedeutendsten bayerischen Vorkommen des rechtlich streng geschützten, störungsempfindlichen »Waldstorchs«. Ziel der Schulung war es, das Wissen und die Handlungskompetenz im Umgang mit dem Schwarzstorch zu vertiefen. Die Inhalte umfassten die Biologie und Ökologie der Art, einen Erfahrungsbericht aus dem deutschlandweiten »Schwarzstorch- Hotspot« Frankenwald, das »Artenhilfsprogramm Schwarzstorch im Allgäu« sowie die geltende Rechtslage des Arten- und Naturschutzes im forstlichen Umfeld.

Großer Vogel mit roten Beinen und rotem Schnabel, sowie schwarz metallischen Deckfedern.Zoombild vorhanden

Adulter Schwarzstorch auf Horst - deutlich zu erkennen an den metallisch-schwarzen Deckfedern sowie roten Beinen und Schnabel (© O. Prosick, PantherMedia)

Im Rahmen einer nachmittäglichen Feldexkursion in ein aktuelles Schwarzstorchrevier wurden praxisnahe Hinweise zur rechtskonformen Waldbewirtschaftung gegeben, um die verschiedenen Lebensstätten, wie beispielsweise Brut- und Nahrungshabitate des Schwarzstorches, zu erkennen, zu erhalten und zu fördern. Anhand von konkreten Fallbeispielen im Spannungsfeld Bewirtschaftung und Artenschutz – z. B. Durchforstung bzw. Borkenkäferaufarbeitung im Horstumfeld - wurden diese Aspekte intensiv diskutiert.

Zentrale Punkte daraus wurden anschließend in einem Praxis-Handout als Beratungsgrundlage aufgenommen; darunter Rechtliches, Meldewege, Horstschutzzonen und Fallbeispiele. Thematisch betroffene Försterinnen und Förster und sonstige Akteure aus ganz Bayern können das Praxis-Handout bei der Fachstelle Waldnaturschutz Schwaben (holger.ginter@aelf-km.bayern.de) beziehen.

H. Ginter, Fachstelle Waldnaturschutz Schwaben und S. Falkensteiner, LWF

Luchs in Bayern: Positive Entwicklung im Norden

Ein Luchs, dahinter sind grüne Zweige vom Wald zu sehen.Zoombild vorhanden

In Nordbayern zeichnet sich eine dauerhafte Ansiedlung der Luchse ab (© J. Rauwolf)

Aktuelle Daten der Hochschule Weihenstephan- Triesdorf (HSWT) zeigen: Es gibt erneut junge Luchse in Nordostbayern. Im Frankenwald, Steinwald und Fichtelgebirge bestätigten Forschende Luchsnachwuchs. Das bedeutet, die Luchse fangen an, sich in diesen Gebieten fest niederzulassen, wobei der bayernweite Bestand auf dem Vorjahresniveau bleibt. Im Beobachtungsjahr 2024/2025 konnte 61 selbstständige Luchse und 28 Jungtiere nachweisen. Die HSWT führt die Beobachtungen für das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) durch. Luchse sind in Bayern weiterhin stark gefährdete Tiere. In einem neuen Forschungsprojekt untersucht die HSWT, wie sich die Luchspopulation in Bayern entwickelt und ausbreitet. Um die Anzahl der Luchse in Bayern möglichst genau zu bestimmen, nutzen die Forscher Fotofallen. Aber auch die örtliche Bevölkerung ist gefragt. Hinweise – idealerweise mit Fotonachweisen – sind für das Projekt sehr wertvoll und helfen, die Entwicklung der Luchse nachzuvollziehen. Diese können direkt an die HSWT (luchs.projekt@ hswt.de) oder an die Fachstelle Große Beutegreifer des LfU (fachstelle-gb@ lfu.bayern.de) geschickt werden.

red

Waldökosystem erstmals im Biologiebuch der 13. Klasse

Das Schulbuch der 13.Klasse trägt den Titel "Biologie" und zeigt einen Frosch mit rotem KopfZoombild vorhanden

Biologie Bayern 13 (© C.C. Buchner Verlag)

Seit seiner Gründung hat der interdisziplinär und fachlich breit aufgestellte Arbeitskreis Forstliche Bildungsarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern aus fünf Ressorts insgesamt 47 Publikationen erarbeitet. Zu den wichtigsten zählt der waldpädagogische Leitfaden »Forstliche Bildungsarbeit«, der im April 2025 in der 9. deutschsprachigen Auflage erschienen ist. Ein weiterer bedeutender Erfolg ist die Aufnahme waldbezogener Inhalte in das Schulbuch »Biologie 13«, herausgegeben vom marktführenden C. C. Buchner Verlag. Das Kapitel »Ökologie und Biodiversität« für die Jahrgangsstufe 13 wurde maßgeblich von Mitgliedern des Arbeitskreises verfasst. Die Beiträge sind auf den neuen LehrplanPLUS abgestimmt, der vorsieht, Unterrichtsinhalte anhand eines exemplarischen Ökosystems zu vermitteln. Am Beispiel des Waldökosystems werden Schülerinnen und Schülern zentrale ökologische Zusammenhänge sowie die Ökosystemleistungen anschaulich und praxisnah nähergebracht.

Sabine Frommknecht, LWF
Prof. Robert Vogl, HSWT

Steigende Methanaufnahme in Waldböden

Der Buchen-Wald im Herbst-Zustand zeigt mit Flatterband abgegrenzte Flächen am BodenZoombild vorhanden

Die Daten zur Methanaufnahme stammen aus Buchen und Fichtenwäldern (© M. Maier, Universität Göttingen)

Waldböden leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie der Atmos­phäre das hochwirksame Treibhausgas Methan entziehen. Eine neue Studie der Universität Göttingen und der Forstlichen
Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) zeigt nun, dass diese Aufnahmeleistung unter den zu erwartenden Klimabedingungen sogar zunimmt.

Grundlage der Untersuchung sind wiederholte Messungen an verschiedenen Waldstandorten in Südwestdeutschland über Zeiträume von bis zu 24 Jahren. Es handelt sich dabei um den weltweit umfangreichsten Datensatz zur Methanaufnahme durch Waldböden. Die Auswertungen belegen, dass die Methanaufnahme im Durchschnitt jährlich um rund drei Prozent steigt. Als mögliche Ursachen nennen die Forschenden trockenere Böden infolge sinkender Niederschläge: Trockenere Böden können Methan leichter aufnehmen. Zudem wird es unter wärmeren Bedingungen schneller von Mikroorganismen abgebaut.

Die Ergebnisse der umfangreichen Feldstudie zeigen, dass sich klimatische Veränderungen nicht zwangsläufig negativ auf die Methanaufnahme von Waldböden auswirken – in diesem Fall ist sogar ein positiver Trend zu beobachten. Damit widersprechen die Befunde internationalen Studien, die insgesamt von einer abnehmenden Methanaufnahme ausgehen. Diese basieren jedoch auf vielen Einzelstudien mit un­terschiedlichen Rahmenbedingungen. Die Stu­die der Universität Göttingen und der FVA unterstreicht daher die Bedeutung langfristiger Messreihen und kontinuierlicher Monitoringprogramme, um die Auswirkungen des Klimawandels belastbarer und differenzierter zu bewerten.

red

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