20.05.2026
Mit steigenden Temperaturen schwärmt der Borkenkäfer erneut - Blickpunkt Waldschutz Nr. 5/2026

Baumstamm mit entfernter Rinde, Bohrgänge im Holz sind erkennbar

Abb. 1: Ein derzeit häufiges Bild an den Bruthölzern des landesweiten Borkenkäfer-Monitorings: Fertige Brutanlage des Buchdruckers – Elternkäfer warten nun auf warme Temperaturen zum erneuten Schwärmen und Anlegen der ersten Geschwisterbrut (© B. Harand)

Die Eisheiligen mit ihren sehr kühlen Temperaturen haben den ersten Schwärmflug der Fichtenborkenkäfer kurzzeitig gebremst. Die bereits eingebohrten Käfer haben die kühle Zeit genutzt, weiter ihre Brut anzulegen. In den ausgelegten Bruthölzern im Rahmen des Monitorings ist die Brutanlage weitgehend abgeschlossen. Die Elternkäfer sind somit ausflugbereit zur Anlage der ersten Geschwisterbrut. Die Brut selber ist überwiegend noch im Eistadium. In den unteren Lagen bis 600 m NN sind bereits Larven zu finden. Der Ausflug der ersten Generation wird somit witterungsabhängig frühestens in ein paar Wochen stattfinden.

Wir rechnen aktuell mit den steigenden Temperaturen bis zum Pfingstwochenende hin mit einem konzentrierten Ausflug der Elternkäfer zur Anlage der ersten Geschwisterbrut.

Aktuelle Handlungsempfehlungen:

  • Liegende Hölzer: Liegendes, befallenes Holz muss jetzt schnellstmöglich aus dem Wald verbracht werden! Somit verhindern Sie den Ausflug der Elternkäfer zur Anlage einer neuen Geschwisterbrut und entfernen die bereits angelegten Bruten. Ist eine kurzfristige Abfuhr der Holzpolter nicht möglich, sind das Entrinden, das Rindenschlitzen (nur bei weißen Stadien) bzw. als „Ultima Ratio“ die Anwendung von Pflanzenschutzmittel sinnvoll. – Achtung: Wie bereits im Blickpunkt Waldschutz Nr. 11/2025 angekündigt, ist die Zulassung für das Insektizid KARATE® FORST flüssig am 31.12.2025 ausgelaufen. Die Abverkaufsfrist endet damit am 30.06.2026. Die Aufbrauchfrist läuft bis zum 30.06.2027. Bis dahin ist die Behandlung von Holzpoltern noch mit KARATE® FORST flüssig möglich.
  • Bohrmehlsuche an stehenden Fichten: Suchen Sie Bohrmehl im Umkreis von ehemaligen liegenden Hölzern und in der Nähe von letztjährigem Käferbefall. Bohrmehl ist auch nach vereinzelten Regenschauern zu finden. Schauen Sie genau am Stammfuß, auf Astgabeln, hinter Rindenschuppen und in der angrenzenden Bodenvegetation. Ein starker Harzfluss, der perlschnurartig am Stamm sichtbar ist, kann ebenfalls auf Buchdruckerbefall hinweisen. Schauen Sie unter die Rinde, wenn Sie sich unsicher sind.
  • Eine regelmäßige Kontrolle Ihrer Fichtenbestände ist die einzige Möglichkeit, frischen Borkenkäferbefall aufzuspüren und damit wirkungsvoll die weitere Ausbreitung zu verhindern. Überprüfen Sie am besten jetzt alle 2 Wochen ihre gefährdeten Bestände!
In unserer Praxishilfe „Buchdrucker und Kupferstecher – Befall erkennen“ finden Sie viele weitere Bilder und Informationen zur Bohrmehlsuche und zu weiteren Befallskennzeichen.

Buchdrucker und Kupferstecher - Befall erkennen

Nähere Informationen über das aktuelle Schwärmgeschehen von Buchdrucker und Kupferstecher finden sie auf der interaktiven Risikokarte für Bayern im Borkenkäferinfoportal.

Borkenkäferinfoportal

Bayernkarte zeigt Borkenkäfer-Schadholzmengen an der Fichte

Abb. 2: Bisher liegen die Schwerpunkte des Schwärmflugs im Bereich des tertiären Hügellandes und im Südwesten im Berchtesgadener Land. Je dunkler die Punkte eingefärbt sind, desto häufiger wurde die Gefährdungsschwelle zum Stehendbefall überschritten.