09.04.2024
Temperaturrekorde verleihen den Fichtenborkenkäfern Flügel - Blickpunkt Waldschutz Nr. 5/2024
von Cornelia Triebenbacher, Karin Bork und Hannes Lemme

Borkenkäfer auf braunem Untergrund

© R. Vornehm

Nach der Rekordwärme im Februar folgte im März 2024 ein weiterer Temperaturrekord: Mit 7,1°C war es +4,2°C wärmer als im Mittel 1961-90. Besonders markant waren die positiven Temperaturabweichungen an den Alpen und im südlichen Bayerischen Wald, wo die Werte um mehr als 5°C über dem Durchschnitt lagen. Ende März gingen bayernweit die Temperaturen weiter nach oben, um am vergangenen Wochenende mit Sommerwerten aufzuwarten.

Diese hohen Temperaturen führten dazu, dass es auch die Fichtenborkenkäfer nicht mehr unter der Rinde aushalten und zu schwärmen beginnen. Aus zahlreichen Regionen Bayerns erhalten wir Meldungen von hohen Anflugzahlen des Buchdruckers. Bisher wurden bis in mittlere Lagen vor allem liegende Hölzer befallen: Stammabschnitte mit Buchdrucker und Gipfelmaterial überwiegend mit Kupferstecher.

Das Schwärmgeschehen bildet sich auch in den Monitoringfallen ab. In der ersten Aprilwoche fingen einige Fallen bereits mehr als 1.000 Buchdrucker/Falle/Woche (Warnschwelle), vereinzelte Standorte, insbesondere im Frankenwald, bereits mehr als 3.000 Buchdrucker/Falle/Woche (Gefährdungsschwelle).

Handlungsempfehlungen:

  • Fahren Sie jetzt liegendes, befallenes Holz aus dem Wald! Die Käfer sind nun – je nach Witterung – ca. 2 bis 3 Wochen mit der Eiablage beschäftigt, bevor Sie wieder ausfliegen, um Geschwisterbruten anzulegen. Jetzt können Sie wirksam Borkenkäfer abschöpfen!
  • Gehen Sie an stehenden Fichten überall dort intensiv auf Bohrmehlsuche, wo liegendes Holz befallen wurde. Das Schneebruch- und Sturmschadholz vom Dezember 2023 ist jetzt noch ausreichend frisch und bietet ideale Brutbedingungen. Da der Brutraum in den Schadhölzern aber schnell besetzt ist, konzentrieren sich weiter anfliegende Buchdrucker und Kupferstecher auf angrenzende, stehende Fichten.
  • Suchen Sie auch an Süd- bzw. Südwest ausgerichteten Bestandrändern und in den Randbereichen der letztjährigen Käfernester nach erstem Stehendbefall, also frischem Bohrmehl!
  • Es ist die letzte Möglichkeit zur Aufarbeitung befallener Fichten aus dem vergangenen Jahr – fällt allerdings bereits die Rinde ab, sind die Käfer inzwischen ausgeflogen! Solch blanke Bäume können Sie stehen lassen.

Bayernkarte zeigt maximale Anzahl Buchdrucker je Monitoringstandort am 9. April 2024

Maximale Anzahl Buchdrucker je Monitoringstandort der Leerung am 9. April 2024 (Fangzeitraum in der Regel 3. bis 9. April), eine Vielzahl von Daten liegen noch nicht vor. Die hohen Fangzahlen im Frankenwald wurden an Fallen außerhalb des Rountinemonitorings gefangen und daher nicht in der Karte abgebildet.