Waldbau

Zeitgemäßer Waldbau bildet den Schlüssel für die Entwicklung zukunftsfähiger, wirtschaftlich und ökologisch ausgewogener Behandlungskonzepte für unsere heimischen Wälder. Der Schwerpunkt liegt dabei - ausgelöst durch den Klimawandel - auf dem Umbau fichtendominierter Wälder in stabilere, baumartenreichere und zukunftsfähige Mischwälder.

Die Basis für die Waldbau-Entscheidungen bildet ein Netz wissenschaftlich begleiteter Versuchsflächen, Naturwaldreservate und Waldklimastationen sowie eine umfassende Datenbank der Bundeswaldinventuren. Die Erhebungen im Rahmen der wissenschaftlichen Auswertung dieser langfristig angelegten Versuchs- und Beobachtungsareale fließen in verschiedene Waldbau-Konzepte ein.

Wichtige Aspekte

Laubbaumarten rücken ins Bewusstsein

Von Natur aus würden Laubbäume das Erscheinungsbild unserer Wälder bestimmen. Aber in früheren Jahrhunderten, in denen sich die Forstwirtschaft stark am wachsenden Holzbedarf orientierte, wurden Laubbäume immer mehr von den Nadel-Baumarten Fichte und Kiefer verdrängt.

Bei allen Vorteilen dieser schnell wachsenden Baumarten rücken in den letzten Jahrzehnten die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile der Laub-Baumarten wieder verstärkt ins Bewusstsein, vor allem wegen der Risiken durch Stürme und Schädlinge, wachsender Ansprüche der Gesellschaft und der durch den Klimawandel notwendig gewordene Waldumbau.

Erhöhung des Laubbaumanteils

Die Baumarten Kiefer und Fichte haben in den letzten Jahrzehnten erheblich "an Boden verloren". Die Laubwald-Fläche stieg dagegen an. Neben Buchen und Eichen zählen aber auch andere Laubbäume wie Esche, Ahorn und Hainbuche sowie Baumarten mit niedrigerer Lebensdauer wie Birke, Erle, Pappel und Weide zählen zu den "Gewinnern" dieser Entwicklung.

Diese "kurzlebigen" Baumarten spielen für die Gesundheit der Waldböden eine wichtige Rolle, wirken sich positiv auf das Wachstum der Hauptbaumarten aus und tragen zur Artenvielfalt in den Wäldern wesentlich mit bei.

Waldumbau

In beeindruckender Weise wirkte sich der in den letzten zwei Jahrzehnten eingeschlagene Weg zu einer naturnahen Forstwirtschaft auf den Laubbaumanteil in der jüngsten Waldgeneration aus. Die jungen Wälder sind heute so reich an Laub-Baumarten wie seit langem nicht mehr: Jeder zweite Jungbaum unter 20 Jahren ist ein Laubbaum.

Dies zeigt, dass sich Bayerns Waldbesitzer eng am zentralen Ziel naturnaher Forstwirtschaft orientieren: dem stabilen, artenreichen und leistungsfähigen Mischwald.

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