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Dietger Grosser und Gabriele Ehmcke
Das Holz des Feldahorns – Eigenschaften und Verwendung - LWF-Wissen 77

Erläutert werden das Holzbild sowie Eigenschaften und Verwendung des Holzes des Feldhorns (A. campestre). Der Feldahorn liefert ein sehr schönes und dekoratives Holz. Zudem weisen die unteren Stammabschnitte vielfach Maserwuchs und/oder einen wimmerigen Verlauf der Holzfaser auf. Das Holz ist allerdings nur begrenzt verfügbar, da Feldahorn selten in stärkeren Abmessungen bzw. nutzholztauglichen Dimensionen vorkommt. Mit einer mittleren Rohdichte (rN) von 0,72 g/cm³ liefert er ein schweres Holz mit hohen Elastizitäts- und Festigkeitswerten. Es schwindet nur mäßig und lässt sich sauber und leicht bearbeiten. Verwendet wird Feldahorn vornehmlich für Tischler-, Drechsler- und Schnitzarbeiten. Zu den weiteren typischen Verwendungsbereichen gehören Werkzeugstiele, insbesondere Axtstiele, Spielwaren sowie Haus- und Küchengeräte. Aus maserwüchsigen Stammabschnitten werden hochwertige Furniere für exklusive Möbel und Inneneinrichtungen gewonnen.

Holz des Feldahorns, weitere Informationen im TextZoombild vorhanden

Abbildung: Holz des Feldahorns; im unteren Bildteil mit welliger, wie gekräuselt erscheinender Zeichnung und kleiner Maserplatte. Foto: R. Rosin

Nach Spitzahorn (1995) und Bergahorn (2009; LWF Wissen Heft 62) wurde nunmehr mit dem Feldahorn – auch »Maßholder« genannt – die dritte einheimische, nutzholztaugliche Ahornart zum Baum des Jahres 2015 gekürt. Als vierte einheimische Art kommt in einigen Teilen Süddeutschlands (unter anderm im Rhein- Main-Gebiet) der Französische Ahorn vor. Er wächst hier allerdings nur strauchartig und steht zudem unter Naturschutz.

Der Feldahorn gehört zu den Reifholzbäumen bzw. aus physiologischer Sicht zu den Baumarten mit »hellem Kernholz«1. Entsprechend sind Splint- und Kernholz farblich kaum voneinander zu unterscheiden. Im Unterschied zum sehr hellen Bergahorn mit seiner gelblichweißen bis fast weißen Färbung besitzt der Feldahorn ein merklich dunkleres rötlichweißes bis hellbraunes Holz, das zudem stärker bräunlich nachdunkelt.

In höherem Baumalter tritt häufiger ein graubrauner bis brauner Falschkern auf. Man spricht auch von fakultativer Farbkernbildung. Wird Gleichfarbigkeit verlangt, stellt diese einen entwertenden Farbfehler dar. Andererseits verleiht sie einem vom Kunsttischler hergestellten Einzelmöbel seine Einmaligkeit bzw. Exklusivität. Gedämpft nehmen die Ahornarten eine mehr oder weniger intensive Rotfärbung an, die zuweilen – insbesondere bei Spitzahorn – genutzt wird, um Elsbeer- und Birnbaumholz zu imitieren und irreführend als solches in den Handel zu bringen.

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