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Fachberatungsstelle Holzlagerung

Die Fachberatungsstelle für Holzlagerung der LWF steht den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, den forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse sowie den Waldbesitzern in allen Fragen der Holzlagerung (Nass- und Trockenlager) beratend zur Seite.

Unter der E-Mailadresse: holzlagerung@lwf.bayern.de können Sie die Ansprechpartner, Dr. Michael Lutze und Michael Bossenmaier kontaktieren.

Lagerung von Stammholz

Grosser Platz mit Tausenden beregneten Holzstämmen.Zoombild vorhanden

Abbildung 1: Nasslagerplatz in Coburg (Foto: Frhr. von Oldershausen)

Orkane wie „Wiebke, Vivian, Lothar, Kyrill, Niklas“ sowie eher lokale Gewitterstürme wie „Kolle“ (2017) und darüber hinaus extreme Trockenjahre wie 2003 und 2018 mit darauf folgenden Borkenkäferkalamitäten stellen Waldbesitzer und Forstleute immer wieder vor erhebliche Herausforderungen. Möglichst rasch müssen dann größere Holzmengen rationell, qualitätserhaltend und verkaufsgerecht gelagert werden. Ob dabei die Nass- oder Trockenlagerung das Verfahren der Wahl sein sollte, hängt von zahlreichen Faktoren wie Holzmenge, voraussichtlicher Lagerdauer, örtlichen und regionalen Gegebenheiten, aber auch von personellen sowie finanziellen Voraussetzungen ab.

In einem Heft der Reihe LWF Wissen wurden von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Praxiserfahrungen und wissenschaftliche Forschungsergebnisse zusammengestellt:

Verfahren der Rundholzlagerung - LWF-Wissen 71

Allgemeine Hinweise zur Nasslagerung

  • langjährig erprobtes Verfahren;
  • Qualitätserhaltung je nach Baumart auch über einen längeren Zeitraum möglich;
  • geeignet für waldfrisches, gesundes Laub- und Nadelholz;
  • Bündelungsfunktion;
  • Marktentlastung in großem Stil möglich;
  • kein Insektizideinsatz erforderlich;
  • Sorgfältige Anlage des Nasslagers sowie Qualitätsmanagement und laufende Kontrollen sind Voraussetzungen für den Erfolg.
  • hoher technischer und finanzieller Aufwand;
  • Nasslagerung ist förderfähig.
Grosses Polter mit Hunderten beregneten Holzstämmen.

Abbildung 2: Nasslager (Foto: M. Lutze, LWF)

Aufgeschnittene Stirnseite eines im Nasslager liegenden Fichtenstammes.

Qualität erhalten (Foto: A. Schwarzfischer)

Allgemeine Hinweise zur Trockenlagerung

  • bewährtes Verfahren;
  • Erfolg kann aber durch Witterungseinflüsse während der Lagerzeit gefährdet werden.
  • Das Holz ist in jedem Fall – auch nach Schadereignissen –korrekt und nachvollziehbar sortiert bzw. ansprechend zu lagern.
  • bei Käferholz nur gesundes Holz, kein verblautes einlagern;
  • Lagerschäden lassen sich in der Regel vermeiden, wenn die Holzfeuchtigkeit sehr hoch bleibt ("saftfrisch") oder das Holz rasch bis weit unter den Fasersättigungspunkt austrocknet.
    Lagerplätze und -verfahren sind deshalb entsprechend auszuwählen.
VerfahrenRisikoWertung
Nasslagerunggering• langjährig erprobtes Verfahren, das eine Qualitätserhaltung je nach Baumart auch über einen längeren Zeitraum möglich macht
• hoher technischer Aufwand, hoher Kontrollaufwand
Poltern in Rindehoch• kostengünstig
• nicht für Langzeitlagerung geeignet
• für Kiefer nur bedingt empfehlenswert
• Insektizideinsatz ggf. erforderlich
Poltern ohne Rindegering bis mittel,
je nach Witterung
• ganzjähriger Zugriff auf die Polter möglich
• Einlagerung in der Regel bis zu zwei Jahren
• Erfolg abhängig von Witterung, Lage, Aufarbeitungs- und Einlagerungszeitpunkt
Wichtig: Die Maschinelle Entrindung kann bei Fichten- und Kiefernstammholz wesentlich stärkere Sekundärschäden (Walzeneinstiche, Quetschungen, langsameres Trocknen, schnellere Verfärbung) hervorrufen als Handentrindung. Mit gummierten Vorschubwalzen verringern sich die Schäden. Die Handentrindung ist in Eigenregie jedoch meist zu kostenintensiv.
Vorgetrocknetes Stammholzgering bis mittel• gute Holzqualität, Weiterverarbeitung sofort möglich
• optimale Holzfeuchte (25 bis 30 %) nach ca. drei Monaten Lagerzeit erreicht
• nur sinnvoll, wenn Abnehmer vorhanden und Mehrerlöse erzielbar
Lebendlagerunghoch
(v. a. Fichte, Buche)
• nur eine Vegetationsperiode lang sinnvoll
• nur in feuchten, halbschattigen bis schattigen Lagen
• nur bei kaum geschädigten grünen Kronen
• für Bruchholz ungeeignet

Weitere Informationen zum Verfahren: