Header Holz und Technik

RSS-Feed der Bay. Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft abonnieren

So verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr. Unser RSS-Feed "Nachrichten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft" informiert Sie kostenlos über unsere aktuellen Beiträge.

Aufruf des RSS-Feeds

Holzbau

Die in Bayern errichteten Gebäude werden in der Statistik „Baufertigstellungen in Bayern“ jährlich erfasst. Aus diesen Daten lässt sich eine Vielzahl von Auswertungen anfertigen.

Im Folgenden sind die Auswertungen mit speziellem Blick auf den Baustoff oder das Heizmaterial Holz aufgeführt.
Im Jahr 2019 wurden insgesamt 23.875 Wohngebäude errichtet, davon 5.264 überwiegend mit Holz als Konstruktionsmaterial. Dies entspricht einer Holzbauquote von 22 Prozent. Die Holzbauquote hatte 2019 den höchsten Wert des Betrachtungszeitraumes. Seit 2017 ist allerdings die Anzahl der fertiggestellten Wohngebäude um rund 1.300 gesunken. Der Anteil des Holzbaus konnte von knapp 12 Prozent im Jahr 2003 auf den heutigen Wert gesteigert werden. Holzbau liegt dann vor, wenn bei der Erstellung der tragenden Konstruktion des Gebäudes überwiegend der Baustoff Holz verwendet wird.

Das Niveau der Bautätigkeit nahm nach der Abschaffung der Eigenheimzulage im Jahr 2006 deutlich ab. Dieser Effekt wurde in den Jahren 2007 bis 2010 von der weltweiten Finanzkrise verstärkt. Die Bautätigkeit nahm seit 2009 zwar wieder zu, das Niveau von vor der Abschaffung der Eigenheimzulage konnte aber bisher nicht mehr erreicht werden.

Balkendiagramm mit vierzehn zweifarbigen (Holz, andere Baustoffe) Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anzahl der Gebäude in Tausend (links) und den Anteil des Holzbaus in Prozent (rechts) dar.

Abbildung 1: Holzbauquote bei neugebauten Wohngebäuden in Bayern von 2006 bis 2019
Ziegelsteinbauten haben nach wie vor den größten Anteil an den neugebauten Wohngebäuden, verloren aber seit 2011 etwa 5 Prozentpunkte (seit 2003 insgesamt 16 Prozentpunkte). Die Holzbauquote stieg von 2011 um 5 Prozentpunkte auf nunmehr 22 Prozent an. Holz ist im Wohnungsbau der zweithäufigste Baustoff. Der Schwerpunkt des Holzbaus für Wohngebäude liegt bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Bei Mehrfamilienwohnhäusern und Wohnheimen lag der Anteil bis 2019 dagegen nur bei knapp 4 Prozent.

Balkendiagramm mit zehn mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Baustoffe in Prozent dar.

Abbildung 2: Baustoffe im Wohnungsbau in Bayern von 2011 bis 2019
Holz als primärer Wärmeträger findet sich in rund 9 Prozent aller Neubauten. Dieser Anteil ist seit 2017 leicht gesunken. In Wohngebäuden mit Fernwärmeheizung ist zudem ein Anteil mit Holz als Brennstoff enthalten. Über Fernwärme aus unterschiedlichen Energiequellen wurden im Jahr 2019 8 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude versorgt. Die stärkste Zunahme bei einem Energieträger ist bei der Umweltthermie zu verzeichnen; seit 2011 konnte der Marktanteil von 21 Prozent auf 42 Prozent verdoppelt werden. Damit hat die Umweltthermie den Marktanteil von Gas übertroffen. Der Anteil neu errichteter Wohngebäude, die mit Öl beheizt werden, ist seit 2003 von 34 Prozent kontinuierlich gesunken und betrug 2019 nur noch knapp 2 Prozent.

Balkendiagramm mit neun mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Primärenergie in Prozent dar.

Abbildung 3: Primäre Heizenergie bei neuen Wohngebäuden in Bayern von 2011 bis 2019
In den Statistiken wird seit 2011 auch ein sekundäres Heizungssystem ausgewiesen: Immer mehr Neubauten sind damit ausgestattet. Knapp 29 Prozent der neuen Wohngebäude haben mittlerweile zusätzlich zur Zentralheizung eine Holzfeuerung. Gerade bei sekundären Heizungen scheint ein Trend zur Holzenergie zu bestehen.

Balkendiagramm mit neun mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der sekundären Heizenergieträger in Prozent dar.

Abbildung 4: Sekundäre Heizenergie bei neuen Wohngebäuden in Bayern von 2011 bis 2019
Die Anzahl neu erstellter landwirtschaftlicher Gebäude sank 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht ab. Bei einer insgesamt geringen Zahl von Neubauten fiel die Holzbauquote um einen Prozentpunkt. Der Holzbau hatte im Zeitraum 2003 bis 2010 an Bedeutung zugenommen, so dass sowohl anteilig als auch absolut mehr Holzgebäude errichtet wurden. Seit dem im Jahr 2010 erreichten Maximum von 43 Prozent, sank der Anteil des Holzbaus kontinuierlich, scheint sich aber seit 2014 im Mittel mit 35 Prozent stabilisiert zu haben.

Balkendiagramm mit vierzehn zweifarbigen (Holz, andere Baustoffe) Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse links die Anzahl der Gebäude in Tausend und die y-Achse rechts den Anteil Holzbaus in Prozent dar.

Abbildung 5: Landwirtschaftliche Gebäude in Bayern von 2006 bis 2019
Holz ist bei landwirtschaftlichen Gebäuden der am häufigsten verwendete Baustoff. Ziegel werden heute nur noch wenige verwendet, wohingegen Stahl- und Stahlbeton in den letzten Jahren deutlich häufiger eingesetzt wurden.

Balkendiagramm mit zehn mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Baustoffe in Prozent dar.

Abbildung 6: Baustoffe bei landwirtschaftlichen Gebäuden in Bayern von 2010 bis 2019
Die Anzahl der fertiggestellten Objekt- und Gewerbebauten (ohne Landwirtschaft) ist seit 2003 relativ konstant. Seit 2017 ist ein leichter Rückgang bei den sonstigen Neubauten zu verzeichnen. Der Holzbau konnte in diesem Segment den Anteil von knapp unter 10 Prozent auf nunmehr 17 Prozent erhöhen, lag aber zwischenzeitlich schon bei 19 Prozent. Zu berücksichtigen ist, dass Nichtwohngebäude deutlich größer sind als Wohngebäude.

Balkendiagramm mit vierzehn mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anzahl der Gebäude in Tausend und den Anteil vom Holzbau in Prozent dar.

Abbildung 7: Sonstige Neubauten in Bayern von 2006 bis 2019
Bei den sonstigen Neubauten sind Konstruktionen aus Stahl oder Stahlbeton in vergleichbarer Häufigkeit wie bei landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden. Der Anteil der Holzbauten schwankt zwischen 16 und 19 Prozent. Der Anteil des Rauminhaltes in Holzbauweise lag 2019 allerdings nur bei 6 Prozent. Somit werden im Holzbau durchschnittlich kleinere Gebäude realisiert.

Balkendiagramm mit zehn mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Baustoffe in Prozent dar.

Abbildung 8: Baustoffe bei sonstigen Neubauten in Bayern von 2010 bis 2019
Nur etwa ein Drittel der Nichtwohngebäude (Objekt- und Gewerbebau) werden beheizt. Heizöl und Erdgas wurden zuletzt in etwa 45 Prozent der beheizten Neubauten eingesetzt. Der Anteil der Umweltthermie hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Zentralheizungen mit Holz als primärem Energieträger wurden 2018 in 13 Prozent der sonstigen Neubauten eingesetzt.

Balkendiagramm mit zehn mehrfarbigen Balken. die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Anteile der Heizenergie in Prozent dar.

Abbildung 9: Heizenergie bei Nichtwohngebäuden in Bayern von 2010 bis 2019
Die Größe des Rauminhaltes von Gebäuden als Indikator für die Bautätigkeit in Bayern insgesamt (Wohnungsbau, landwirtschaftliche Gebäude, Objekt- und Gewerbebau) ist im Jahr 2019 leicht im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Der Anteil des in Holzbauweise erstellten Rauminhaltes nahm von 2003 bis 2010 zu, blieb bis 2013 auf dem hohen Niveau und sank dann bis 2014 stark ab. Seit dem bleibt die Holzbauquote nahezu stabil.

Balkendiagramm mit vierzehn mehrfarbigen Balken. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse den umbauten Raum in Kubikmetern dar.

Abbildung 10: Baufertigstellungen umbauter Raum in Bayern von 2006 bis 2019
Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Baufertigstellungen in Bayern. Statistische Berichte.