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Digitale Unterstützung bei Wildtierfunden

Ein Rehkitz liegt im Gras, hat offene Augen, gespitzte Ohren und braunes Fell mit weißen Punkten.Zoombild vorhanden

Helfen oder alleinlassen: Wenn man verirrte Wildtiere wie Rehkitze findet, ist die korrekte Reaktion oft schwierig. Hierbei unterstützt die neue App Wildtier-SOS – bei der Identifizierung der Tiere, mit Entscheidungshilfen und Ansprechstationen (© U. Schrader, adobe.stock.com)

Mit dem Frühling steigt das Risiko für Wildunfälle sowie für scheinbar verlassene oder verletzte Jungtiere. In solchen Situationen ist schnelles und richtiges Handeln entscheidend. Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover hat dafür die App »Wildtier-SOS« entwickelt, die unkompliziert Hilfe bietet. Nutzer beantworten wenige Ja-Nein-Fragen und erhalten passende Handlungsempfehlungen sowie Kontakte zu zuständigen Stellen. Ziel ist es, Tierleid durch falsches Eingreifen oder fehlende Ansprechpartner zu vermeiden. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Viele Menschen sind unsicher im Umgang mit Wildtieren und greifen oft vorschnell ein, etwa wenn sie vermeintlich verwaiste Jungtiere finden. Häufig ist dies jedoch nicht notwendig und kann den Tieren sogar schaden. Gleichzeitig fehlt es bei tatsächlich hilfsbedürftigen Tieren oft an Wissen oder geeigneten Kontaktstellen. Die App schafft hier Orientierung, ohne Anmeldung oder Datenspeicherung, und hilft dabei, natürliche von problematischen Situationen zu unterscheiden.

In der Regel bestimmt die App die Tiergruppe nach wenigen Fragen und führt zur richtigen Einschätzung der Lage. Bei Bedarf vermittelt sie passende Ansprechpartner wie Wildtierstationen, Tierkliniken oder Behörden. Ziel ist es, sowohl einzelne Tiere als auch Wildtierpopulationen zu schützen. Aktuell deckt die Datenbank rund 100 häufige Wildtierarten ab und umfasst über 4.000 Notfallkontakte in Deutschland.

Künftig ist eine KI-gestützte Bilderkennung geplant, um Tiere direkt per Smartphone zu identifizieren. Langfristig soll die App auch als Plattform für Citizen-Science dienen und wertvolle Daten für Forschung und Wildtierschutz liefern.

red

Mattensysteme fördern die Regeneration von Waldböden

Befahrungen mit Forstmaschinen verursachen häufig erhebliche Bodenschäden im Wald. Eine Studie der Universität Trier und der Landesforsten Rheinland-Pfalz zeigt nun, dass ein Mattensystem als schützende Auflage die Schadeinwirkungen deutlich reduzieren kann.

Schwere Forstmaschinen können tiefe Fahrspuren hinterlassen und den Waldboden verdichten – besonders bei feuchten Bedingungen. Dadurch kann die Bodenstruktur dauerhaft gestört werden: Wurzeln wachsen schlechter, die Durchlüftung nimmt ab und Lebensräume für Bodenorganismen gehen verloren, oft über Jahrzehnte hinweg.

Eine Forstraupe steht vor einem Waldrand und ist mit mehreren schwarzen Matten beladen.Zoombild vorhanden

Schützende Auflagen auf dem Waldboden, können die Schadeinwirkungen deutlich reduzieren (© I. Siebert)

Da der Einsatz von Maschinen in der Holzernte unvermeidbar ist, werden Fahrten auf sogenannte Rückegassen konzentriert. Dennoch führen Klimaschäden, Personalmangel und neue Arbeitsanforderungen dazu, dass zunehmend soggenannte „Forstliche Kleintechnik“ (Forstraupen) auch außerhalb dieser Gassen eingesetzt werden, etwa bei Pflanzarbeiten. Doch auch diese leichteren Maschinen können empfindliche Waldböden nachhaltig schädigen.

In Versuchen im Hunsrück testeten die Forschenden den Einsatz eines mobilen Mattensystems in Kombination mit Forstraupen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Matten den Bodendruck wirksam abfedern und Schäden deutlich verringern. Auch bei Einsätzen schwerer Maschinen auf Rückegassen konnten positive Effekte nachgewiesen werden.

Das Mattensystem erweist sich damit als vielversprechende Maßnahme für den Bodenschutz, insbesondere auf sensiblen Standorten oder bei der Ernte hochwertiger Bäume.

red

Waldschäden in Europa könnten sich bis 2100 verdoppeln

Blick herab auf einen Fichten Bestandes, der ca. zur Hälfte abgestorben ist/rote Kronen hat.Zoombild vorhanden

© M. Ammich

Waldbrände, Stürme und Borkenkäfer beeinflussen die Wälder und ihre Ökosys­temleistungen. Ein internationales Forschungsteam um die Technische Univer­sität München (TUM) berechnete die Veränderung der europäischen Wälder durch diese Faktoren bis zum Jahr 2100. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Zunahme der Waldschäden in allen Szenarien. Im negativsten Fall verdoppeln sich die Schäden.

Natürliche Waldentwicklungen beinhalten das Absterben von Bäumen. Der Klimawandel steigert jedoch die Intensität von Bränden, Stürmen und Käferbefall. Bisher fehlten konkrete Daten zur künftigen Schadfläche. Diese Störungen beeinflussen die Kohlenstoffspeicherung, die Holzproduktion und die Artenvielfalt von Wäldern. Bei einer Erderwärmung von über 4 Grad Celsius verdoppelt sich die betroffene Fläche bis 2100 gegenüber dem Zeitraum 1986 bis 2020. Selbst bei einer Begrenzung der Erwärmung auf 2 Grad Celsius steigen die Schäden im Vergleich zu diesen Referenzjahren an.

Die Forschenden trainierten ein KI-gestütztes Simulationsmodell mit 135 Millionen Datenpunkten aus Waldsimulationen für 13.000 Orte in Europa und verknüpften diese Simulationen mit Satellitendaten. Das Modell berechnet die Waldentwicklung und Störungsfolgen auf einen Hektar genau. Das ermöglicht präzise Aussagen über regionale Entwicklungen.

Wälder in Süd- und Westeuropa unterliegen demnach künftig besonders starken Veränderungen durch Waldschäden. Nordeuropa verzeichnet eine geringere Betroffenheit, weist jedoch ebenfalls einzelne Schwerpunkte künftiger Schäden auf. Die Forschenden empfehlen, die steigenden Waldschäden unmittelbar in die Waldbewirtschaftung einzubeziehen.

red

Birkenpech: Heilmittel der Neandertaler?

Ein internationales Team der Universitäten Köln, Oxford, Lüttich und der kanadischen Cape Breton University untersuchte die antibakterielle Wirkung von Birkenpech, das sie nach Neandertaler-Methoden gewannen. Die zähflüssige Substanz aus Birkenrinde wurde bislang vor allem als Klebstoff zur Werkzeugherstellung interpretiert, doch weist die Studie auf eine mögliche medizinische Verwendung hin.

Im Experiment stellten die Forschenden Birkenpech mit rekonstruierten Verfahren her, etwa durch das Erhitzen von Birkenrinde unter Sauerstoffabschluss oder an Steinoberflächen. Danach prüften sie die Proben auf ihre antimikrobiellen Eigenschaften. Sämtliche Varianten hemmten das Wachstum des Bakteriums Staphylococcus aureus, welches häufig Wundinfektionen auslöst und heute als resistenter Krankenhauskeim auftritt.

Die Ergebnisse deuten auf eine gezielte medizinische Nutzung durch Neandertaler hin. Diese Erkenntnisse erweitern das Wissen über die damalige Kultur und liefern Ansätze für die aktuelle medizinische Forschung. Angesichts steigender Antibiotikaresistenzen gewinnen Wirkstoffe aus historischen Quellen erneut an Relevanz.

Ausschnitt eines Birken-Stamms mit weißer Birken-Rinde in einem schneebedeckten Wald.

© T. Siemssen, Universität zu Köln

Nahaufnahme von brennendem Holz, verkohlter Oberfläche und Flammen des Feuers.

© T. Siemssen, Universität zu Köln

Eine Hand mit schwarzem Zeigefinger wird vor die Kamera gehalten, dahinter brennt das Feuer.

© T. Siemssen, Universität zu Köln

Forschende haben Birkenpech mit Methoden hergestellt, die schon Neandertaler nutzen, um dessen antibakterielles Potenzial zu analysieren (© T. Siemssen, Universität zu Köln)

red

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