Zentrum Wald-Forst-Holz - LWF aktuell 157

Das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan - bestehend aus der Studienfakultät für Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der TU München, der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT und der Bayrischen LWF - vereint Forschung, Lehre und Beratung an einem Standort und bildet den Knotenpunkt forstlicher Kompetenz in Bayern.

Die neuesten Nachrichten und Informationen aus dem ZWFH finden Sie auf dieser Seite. Die Nachrichten aus dem Zentrum erscheinen auch stets in der jeweiligen Ausgabe der LWF aktuell.

Moritz Mayr neuer Revierleiter an der HSWT im Lehrrevier Freising

Ein Mann sitzt im grünen Wald und schaut in die Kamera, zwischen seinen Beinen sitzt ein Hund.Zoombild vorhanden

Neuer Förster im Lehrrevier: Moritz Mayr (© J. Hiller)

Seit dem 1. September 2025 verstärkt der aus Augsburg stammende Moritz Mayr als Forstingenieur der Bayerischen Staatsforsten das Team der Fakultät Wald und Forstwirtschaft an der HSWT.

Er übernimmt neben klassischen Revierleitertätigkeiten im Lehrwald auch die Betreuung der dortigen Versuchsflächen. Zudem unterstützt er den Lehrbetrieb der angehenden Försterinnen und Förster.

Nach seiner Berufsausbildung zum Forstwirt studierte Herr Mayr bereits dual Forstingenieurwesen an der HSWT. Nach dem forstlichen Vorbereitungsdienst und Stationen im Großprivatwald und der Zentrale der BaySF, kehrt er nun an die HSWT zurück.

Herr Mayr freut sich sehr über die Rückkehr nach Weihenstephan – sein Ziel ist klar: »Lernen und Begeisterung vermitteln«.

Moritz Mayr

Rückblick auf den 35. Weihenstephaner Forsttag »Urbane Wälder«

Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Kommunen, Forstpraxis und Öffentlichkeit kamen am 14. November 2025 zum Forsttag »Urbane Wälder« an die HSWT. Prodekan Prof. Jörg Ewald eröffnete die Tagung, die aktuelle Herausforderungen und Chancen für Stadtbäume, urbane Wälder und die grüne Stadtentwicklung in den Mittelpunkt stellte. Ein besonderer Höhepunkt gleich zu Beginn war die Ernennung zweier Honorarprofessoren – ein Novum, wie der Präsident der HSWT, Dr. Eric Veulliet, betonte. Mit großer Wertschätzung hob er das jahrzehntelange Engagement und die fachliche Expertise der neuen Honorarprofessoren hervor: Markus Blaschke, Fachgebiet Pilze im Waldökosystem, und Andreas Detter, Schwerpunkt Arboristik.

Drei Kernbotschaften prägten die Tagung:

  • Urbaner Wald braucht aktives Management. Klimawandel, Verdichtung und Nutzungsdruck machen professionelle Pflege unverzichtbar.
  • Interdisziplinäre Kompetenzen sind entscheidend. Fachkräfte müssen ökologisches, technisches und sozialwissenschaftliches Wissen verbinden.
  • Die Stadt der Zukunft ist Lebensraum für Mensch und Natur. Urbane Wälder tragen zentral zu Klimaanpassung und Lebensqualität bei.

Das Programm bot ein vielfältiges Themenspektrum: Fachvorträge zu Pilzdynamik, Altbaumerhalt, klimaangepasster Stadtplanung, psychologischem Eigentum sowie zur Mensch-Wald-Beziehung. Zudem wurde der neue Studiengang »Arboristik und urbanes Waldmanagement« durch Florian Motte und Barbara Darr, HSWT, vorgestellt. In moderierten Podiumsrunden gaben die Praxisexpertinnen Anna-Marie Heinze aus Augsburg und Bärbel Zingsem aus Darmstadt Einblicke in aktuelle Erfahrungen aus dem kommunalen Baum- und Waldmanagement – Impulse, die zu lebendigen Diskussionen anregten.

Für die kulinarische Begleitung sorgten Studierende der Fachschaft mit selbstgebackenen Kuchenspezialitäten. Als Kooperationspartner prä­sentierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. zu­-dem die Stadtbaumerfassungs-App »MeinBaum« an einem Informationsstand.

Am Nachmittag führte Lehrwaldförster Herbert Rudolf die Teilnehmenden mit großer Begeisterung durch den Weltwald Freising. Die Exkursion bot spannende Einblicke in innovative Kommunikationskonzepte zu internationalen Waldgesellschaften und rundete den Forsttag mit einem gemeinsamen Waldspaziergang ab.

HSWT

Prof. Dr. Stefan Wittkopf neuer Dekan

Ein Portrait von einem Mann mit ganz kurzen Haaren, braunem Sakko und braunem Oberteil.Zoombild vorhanden

(© J. Hiller, ZWFH)

Seit dem 1. Oktober 2025 ist Prof. Dr. Stefan Wittkopf Dekan der Fakultät Wald und Forstwirtschaft (WF) an der HSWT. Er folgt auf Prof. Dr. Jörg Ewald, der dieses Amt seit Oktober 2023 innehatte.

Nach dem Studium der Forstwissenschaften in München und Weihenstephan sowie dem Referendariat trat Stefan Wittkopf 1997 in die Bayerische Staatsforstverwaltung ein. Von 1998 bis 2005 war er an der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft als Fachberater für Holzenergie tätig. In dieser Zeit promovierte er an der TU München über Bereitstellungsverfahren für Energieholz.

Es folgten Stationen im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten – zunächst im Ministerbüro, später als Referent für Nachwachsende Rohstoffe und Agrarforschung. 2008 wurde Wittkopf an die HSWT auf die Professur für Holzenergie berufen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war der Aufbau des fakultätsübergreifenden Studiengangs »Management erneuerbarer Energien«, in dem er von Beginn an auch als Praxisbeauftragter tätig war.

Seit 2009 engagiert er sich im Fakultätsrat, war drei Amtszeiten Mitglied des Senats und zuletzt Prodekan der Fakultät. Neben der Lehre in mehreren Bachelor- und Masterstudiengängen liegt ihm besonders die angewandte Forschung am Herzen. Seine Projekte zu stofflicher und energetischer Holznutzung, Kurzumtriebsplantagen oder entrindenden Harvesterfällköpfen führten zu zahlreichen Abschlussarbeiten, Praxisprojekten und Kooperationen. Jüngst wurde das EU-LIFE-Projekt Future Forest erfolgreich mit einem Handbuch und Praxisleitfaden abgeschlossen. Aktuell leitet Wittkopf ein neues Agroforstprojekt mit sieben Praxisflächen in Bayern, das Wuchsleistung und Wirtschaftlichkeit von Baumstreifen untersucht.

Als Dekan möchte Stefan Wittkopf Kolleginnen und Kollegen motivieren, Lehre und Forschung und mit neuen Ideen weiterzuentwickeln. Ihm ist wichtig, die Studienangebote der HSWT über Fakultäten hinweg zu vernetzen und Synergien zu nutzen.

Jakob Hiller, ZWFH

Beste Bedingungen für angehende Försterinnen und Förster

Ein Foyer mit Infoständen und viele Studierende, die davor stehen und sich informieren.Zoombild vorhanden

Angeregte Diskussion an den Infoständen (© M. Mayr)

Das Ringen um Nachwuchs ist bei den Arbeitgebern voll im Gange und die Nachfrage nach gut ausgebildeten Försterinnen und Förstern so hoch wie nie. Um den Kontakt zwischen Arbeitgebern und Studierenden aus dem Forstbereich herzustellen, fand am 19. November vergangenen Jahres das Berufsinfoforum des BDF am Forstzentrum Weihenstephan in den Räumlichkeiten der Hochschule und der TUM statt. Das Motto der institutionsübergreifenden Veranstaltung lautete »Forststudium und dann?«. Studierenden bot sich die Gelegenheit sich im Rahmen von Kurzvorträgen über potenzielle zukünftige Arbeitgeber zu informieren und an Messeständen auch in persönlichen Kontakt zu treten.

Folgende Organisationen nutzten die Möglichkeit sich vorzustellen: Bayerische Staatsforsten, Bayerische Forstverwaltung und Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, WBV Westallgäu und Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V., Österreichische Bundesforste, Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben, Forstverwaltung Rheinland-Pfalz, Pfeifer Group, Deutsche Bahn Fahrwegdienste, Hessen Forst, Forst BW und Landesforstverwaltung BW, Bundesforst sowie die Bayerische Forstschule. Auch das BDF-Sozialwerk war vertreten und informierte über dessen Leistungen.

Das Interesse der Studierenden war groß und die Hörsäle und Foyers bis zum Ende hin gut gefüllt. Es entwickelten sich gute Gespräche, in denen auch kritische Fragen an die zukünftigen Arbeitgeber gestellt wurden.

Herzlicher Dank gilt dem BDF, dem Forstzentrum Weihenstephan sowie Ralf Moshammer von der TUM für die Organisation der Veranstaltung.

M. Mayr

Crecimiento y Producción Forestales

Das Lehrbuch »Grundlagen der Waldwachstumsforschung« von Prof. Dr. Hans Pretzsch ist nun in spanischer Sprache unter dem Titel »Crecimiento y Producción Forestales« erschienen. Der Titel ist beim Springer Verlag erhältlich.

Im Jahr 2019 erschien die zweite Auflage des Lehrbuchs in deutscher Sprache. Es vermittelt umfassende Grundlagen des Waldwachstums, führt in neue Denkweisen und Methoden der Waldwachstumsforschung ein und zeigt Wege zur nachhaltigen Nutzung und Entwicklung von Wäldern auf.

»Dieses Buch fasst den Wissensstand über die Struktur und das Wachstum von Bäumen und Waldbeständen zusammen. Es ist die zweite und komplett überarbeitete Auflage der 2002 erstmals erschienenen »Grundlagen der Waldwachstumsforschung«. Das Buch vermittelt wie Bäume und Bestände wachsen, waldbaulich behandelt werden, auf Störungen reagieren und mathematisch nachgebildet werden. Die aufgezeigten neuen Denkmuster und Methoden schaffen ein Verständnis für das System Wald als Ganzes. Dieses Verständnis trägt zur nachhaltigen Entwicklung und Nutzung der Wälder in der Zukunft bei. Das Buch basiert auf Lehrveranstaltungen zu diesen Themen an der LMU und der TUM in München. Es ist sowohl für Studierende als auch für Wissenschaftler und Praktiker in den Bereichen Forstwissenschaft, Wald- und Landschaftsökologie, Naturschutz, Ressourcenmanagement und urbane Forstwissenschaft gedacht.«

Zukunft der Bergwälder im Fokus: Neues Zentrum an der TUM

3 Männer und 2 Frauen stehen in Anzug/Bluse und Blazern nebeneinander und lächeln in die KameraZoombild vorhanden

Die Eva Mayr-Stihl Stiftung fördert das Zentrum für Alpine Waldwirtschaft. (v.l.n.r.): S. Pfeiffer (bei der Stiftung verantwortlich für Wissenschaft & Forschung), R. Mayr (Stifter & Vorstandsvorsitzender), Prof. Dr. A. Menzel, Prof. Dr. T. Knoke, M. von Winning (Vorstand der Eva Mayr-Stihl Stiftung) (© K. Spannbloechl/ IMPOSSIBLEFOTO)

Rund die Hälfte der Wälder im bayerischen Alpenraum sind Schutzwälder. Sie bewahren Siedlungen und Infrastruktur vor den Folgen extremer Wetterereignisse wie Lawinen, Muren oder Steinschlag. Entsprechend unterliegen sie besonderen Bewirtschaftungs- und Pflegeauflagen.

Der Klimawandel stellt diese sensiblen Ökosysteme jedoch vor große Herausforderungen. Schwindende Gletscher, steigende Schneefallgrenzen und eine zunehmende Steinschlaggefahr verändern die alpinen Bergwälder spürbar. In den Alpen vollzieht sich die Erwärmung etwa doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt – mit weitreichenden Folgen für Stabilität und Schutzfunktion der Wälder.

Um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Schutzwälder besser zu verstehen und zukunftsfähige Schutz- und Erhaltungskonzepte zu entwickeln, fördert die Eva Mayr-Stihl Stiftung das neu gegründete Zentrum für alpine Waldwirtschaft an der Technischen Universität München (TUM).
Im Vordergrund sind beschneite Baumkronen, dahinter ein See im Tal zwischen den Bergen.Zoombild vorhanden

Im Fokus der Forschung am neuen Zentrum für alpine Waldwirtschaft an der TUM stehen zukunftsfähige Konzepte zum Erhalt der Schutzwälder (© R. Seidl , TUM)

In den kommenden vier Jahren untersuchen Forschende dort, wie sich klimatische Veränderungen auf die alpinen Schutzwälder auswirken und wie sich diese Entwicklungen aktiv gestalten lassen. Unter der Leitung von fünf Professorinnen und Professoren der TUM bearbeiten interdisziplinäre Teams zentrale Fragestellungen zu Baumwachstum, Wald- und Ökosystemmanagement sowie zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Anpassungsmaßnahmen. Ziel ist es, bestehende Forschungslücken zu schließen und die Schutzfunktion der Bergwälder langfristig zu sichern.

red

Den Bergwald klimafit machen: INTERREG-Projekt WINALP 21 zeigt Wege auf

4 Männer stehen nebeneinander, zwei davon mit Mikrophon in der Hand und führen eine DiskussionZoombild vorhanden

Podiumsdiskussion mit (v.l.n.r.): S. Philipp (Vorarlberger Landesregierung), K. Ziegner (Amt der Tiroler Landesregierung), H.-J. Klemmt (Leiter der Abteilung »Waldbau, Waldwachstum, Inventuren« der LWF), Prof. Dr. J. Ewald (HSWT) (© K. Wellhausen, LWF)

Das bayerisch-österreichische INTERREG-Forschungsprojekts »WINALP 21 – Bergwälder fit im Klimawandel« wurde seit Januar 2023 bis Ende 2025 von der Europäischen Union und den Forstverwaltungen Vorarlberg, Tirol, Bayern und Oberösterreich mit insgesamt 1,6 Mio. Euro gefördert. Am 11. November vergangenen Jahres wurden die Ergebnisse im Zentrum für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern präsentiert und lebhaft diskutiert. 80 Teilnehmende aus Forstpraxis und Naturschutz informierten sich vor Ort über die Projektergebnisse.

Forschungsergebnisse praxisnah zum Ausprobieren: An vier Infoständen konnten sich die Teilnehmenden selbst ein Bild von den gewonnenen Erkenntnissen machen und mit den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch kommen. »Die in WINALP 21 entwickelten interaktiven Karten und Demonstrationsflächen helfen den Forstbetrieben, den Klimawandel bei deren Entscheidungen zu berücksichtigen, damit Pflege, vorsorgender Umbau und Sanierung von widerstandsfähigen Wäldern gelingen«, resümierte Prof. Dr. Jörg Ewald, Leiter des Verbundprojekts und Inhaber der Forschungsprofessur »Diversität und Funktionen von Gebirgsökosystemen« an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). Gleichzeitig dankte er dem gesamten länderübergreifenden Projektteam für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Über eine im Projekt entwickelte App sowie einen Exkursionsführer berichten wir zu einem späteren Zeitpunkt; beide werden auf der Projektseite WINALP 21 zur Verfügung gestellt.

Gerhard Radlmayr

Deutschlandweite Fachtagung Waldbautraining

Eine große Menschengruppe in Forstkleidung und wenige Hunde stehen auf einem Weg im Wald.Zoombild vorhanden

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung Waldbautraining 2025 im Gramschatzer Wald (© C. Josten, LWF)

Vom 21. bis 23. Oktober 2025 fand die bundesweite Fachtagung Waldbautraining mit mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Un­terfranken statt. Die Veranstaltung wurde gemeinschaftlich von den Waldbauspezialisten der Bayerischen Staatsforsten und den Waldbautrainern der Forstverwaltung mit Unterstützung vom AELF Schweinfurt ausgetragen. Im Fokus stand die waldbauliche Behandlung von Eichen- und Buchenbeständen an acht Exkursionspunkten, die auf der fränkischen Platte zum Teil schwere Schäden zeigen.

Am ersten Tag wurden Vorträge und Diskussionen u.a. zur forstlichen Organisation in Bayern angeboten. Die Waldbautrainer der Forstverwaltung und die Waldbauspezialisten der BaySF stellten ihre Arbeitsbereiche vor. Die Waldbautrainings sind i.d.R. als Fortbildungen für Revierleiterinnen und Revierleiter sowie den Leitungsdienst konzipiert. Eine größere Rolle spielten auch die Themen BaSIS 2.0 als Tool zur Baumartenwahl im Klimawandel sowie die Waldschutzsituation in Bayern, insbesondere an der Eiche.

Herzlicher Dank geht an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie alle Mitwirkenden für die gelungene Austauschplattform mit zahlreichen Gesprächen und intensiven Diskussionen! Die Staffelübergabe erfolgte an Mecklenburg-Vorpommern, wo voraussichtlich in zwei Jahren die nächste Fachtagung Waldbautraining statt­finden wird.

Christoph Josten, LWF

Beitrag zum Ausdrucken

Weiterführende Informationen