LWF aktuell 157
Waldzustandserhebung 2025 zeigt: Schadniveau bleibt hoch
von Wolfgang Stöger, Michael Heym, Dr. Hans-Joachim Klemmt
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Abb. 1: Trockenschäden an Buche (© J. Landgrebe, LWF)
Im Rahmen der Waldzustandserhebung wird seit mehr als 40 Jahren der Zustand der Wälder erfasst. Dazu beurteilen Fachleute den Nadel- bzw. Blattverlust am Einzelbaum. Im Vergleich zu 2024 ist der Kronenzustand der Wälder in Bayern weitgehend stabil geblieben. Der durchschnittliche Nadel- bzw. Blattverlust ist im zweiten Jahr in Folge nur marginal um 0,1 Prozentpunkte angestiegen. Die Wasserversorgung der Bäume war zwar zu Beginn der Vegetationsperiode günstig, verschlechterte sich jedoch zur Mitte des Sommers. Insgesamt blieb das Schadniveau in unseren Wäldern daher weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.
Durchschnittlicher Nadel-/Blattverlust weiter auf hohem Niveau
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Abb. 2: Durchschnittlicher Nadel-/Blattverlusts seit 1999. Mittlerer Nadel-/Blattverlust [%] je Jahr über alle Baumarten mit linearer Ausgleichsgeraden (© LWF)
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Abb. 3: Zeitlicher Vergleich der Anteile aller Baumarten in den Schadstufen 0–4 in den Jahren 1999 bis 2025 (© LWF)
- Bäume ohne erkennbare Schädigung, SST 0 (NBV: 0–10 %)
- schwach geschädigte Bäume, SST 1 (NBV: 15–25 %)
- mäßig geschädigte Bäume, SST 2 (NBV: 30–60 %)
- stark geschädigte Bäume, SST 3 (NBV: 65–99 %)
- abgestorbene Bäume, SST 4 (stehend tot mit Feinreisig, NBV: 100 %)
Der Anteil an Bäumen ohne erkennbare Schädigung (SST 0) lag 2025 mit 13,2 % um rund 4,0 Prozentpunkte niedriger als 2024 (17,2 %). Schwach geschädigte Bäume (SST 1) wiesen 2025 einen Anteil von 48,0 % auf und lagen damit 2,7 Prozentpunkte höher als 2024. Bäume mit deutlichen Schäden (SST 2–4) haben gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozentpunkte zugenommen (2025: 38,8 %, 2024: 37,4 %).
Differenzierte Situation bei den Hauptbaumarten
Der durchschnittliche Nadelverlust der Fichte ist im Vergleich zum Vorjahr bayernweit leicht zurückgegangen, liegt aber mit 24,6 % (2024: 25,1) weiterhin auf sehr hohem Niveau. In Nordbayern verzeichnete er einen Rückgang um 0,7 Prozentpunkte von 25,1 % (2024) auf 24,4 % (2025), in Südbayern um 0,5 Prozentpunkte von 25,1 % (2024) auf 24,6 % (2025). Der Anteil an Fichten ohne oder mit geringer Schädigung (NBV< 30 %) erhöhte sich bayernweit im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozentpunkte auf 64,7 % (2024: 63,9 %). Der Anteil an Fichten mit deutlichen Schäden (SST 2–4) verringerte sich von 36,2 % (2024) auf 35,3 % (2025).
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Abb. 4: Mit durchschnittlich 34,2 % Nadelverlust bleibt die Kiefer die am stärksten geschädigte Baumart in Bayern (© S. Pratsch, StMELF)
Die Tanne, die überwiegend in Südbayern aufgenommen wurde, verzeichnete gegenüber 2024 einen Anstieg des durchschnittlichen Nadelverlustes um 2,7 Prozentpunkte auf 24,3 %. Der Anteil an Bäumen ohne oder mit geringer Schädigung (NBV< 30 %) lag bei der Tanne bayernweit mit 63,7 % deutlich unter dem Wert von 2024 (74,6 %). Der Anteil an Tannen mit deutlichen Schäden (SST 2–4) stieg somit von 25,4 % (2024) auf 36,3 % an.
Der durchschnittliche Blattverlust der Buche hat gegenüber 2024 leicht abgenommen. Er betrug 22,2 % und lag damit 1,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres. Dabei verzeichnet die Buche in Nordbayern einen durchschnittlichen Blattverlust von 22,6 %. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 0,4 Prozentpunkte (2024: 23,0 %). In Südbayern lag der durchschnittliche Blattverlust bei 21,8 %, somit sogar 1,8 Prozentpunkte niedriger als 2024 (23,6 %). In den fränkischen Trockengebieten lag er bei 23,2 % und somit lediglich 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahrswert (23,0 %). Der Anteil an Buchen ohne oder mit geringer Schädigung (NBV <30 %) beträgt bayernweit 77,6 %. Dies sind 4,6 Prozentpunkte mehr als 2024 (73,0 %). Dementsprechend ist der Anteil deutlich geschädigter Buchen (SST 2–4) von 26,9 % (2024) auf 22,4 % (2025) gesunken.
Die durchschnittlichen Blattverluste bei den Eichen lagen 2025 bayernweit mit 25,1 % unverändert auf dem Niveau der beiden Vorjahre. Die Werte in Nord- und Südbayern nähern sich an und liegen bei der Eiche relativ nahe zusammen. In Nordbayern, wo beide Eichenarten vorkommen, betrug der durchschnittliche Blattverlust 25,0 % (2024: 24,7 %). In Südbayern – dort beruhen die Ergebnisse auf einer wesentlich geringeren Stichprobe und beziehen sich fast ausschließlich auf die Stieleiche – lag der Blattverlust bei 26,1 % (2024: 26,6 %). In den fränkischen Trockengebieten ist der Blattverlust von 28,2 % (2024) auf 26,4 % (2025) gesunken. Bei den Eichen ist der Anteil der Bäume ohne oder mit geringer Schädigung (NBV <30 %) gegenüber dem Vorjahr von 65,2 % auf 65,4 % minimal angestiegen. Der Anteil an Eichen mit deutlichen Schäden (SST 2–4) beträgt dementsprechend 34,6 %. 2025 wiesen rund 22,6 % der Eichen Blattfraß auf, überwiegend in geringem Ausmaß.
Fruktifikation
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Abb. 5a: Buche (© S. Werner-Ney, PantherMedia)
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Abb. 5b: Fruktifikation der Buche von 1994 bis 2025 (© LWF)
Zusammenfassung
Die Wuchsbedingungen stellten sich für das Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr ungünstiger dar. Zu Beginn der Vegetationsperiode war die Wasserversorgung der Waldbäume insgesamt gut. Bis in den Sommer hinein leerten sich die Bodenwasserspeicher jedoch allmählich aufgrund ausbleibender Niederschläge, was zeitweise zu Trockenstress führte. Der durchschnittliche Nadel-/ Blattverlust verschlechterte sich nur marginal. Die Häufung trocken-heißer Sommer in den zurückliegenden Jahren, wie auch im Jahr 2025, hat erheblichen Einfluss auf die Vitalität der Bäume. Bei längeren Phasen sehr warmer und trockener Witterung wie im letzten Jahr gehen selbst anfangs gut gefüllte Wasserspeicher schnell zur Neige, sodass die Bäume unter Trockenstress leiden.
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Autoren
- Wolfgang Stöger
- Michael Heym
- Dr. Hans-Joachim Klemmt

