Pressemitteilung
Vergessene Waldformen - Neue Broschüre beleuchtet den ökologischen und soziokulturellen Wert von Mittel- und Niederwäldern
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Jochen Lange, Ingrid Reifenscheid-Eckert, Antje Voll, Dr. Monika Kratzer und Dr. Peter Pröbstle (© BioZ/S. Mader-Speth)
Im späten 17. und 18. Jahrhundert wurden zwei Drittel der Wälder in Deutschland als Mittel- oder Niederwälder genutzt. Heute nehmen sie nur noch etwa 0,1 Prozent der deutschen Waldfläche ein. Die kürzlich erschienene Broschüre „Mittel- und Niederwälder in Bayern“ zeigt auf 88 Seiten, warum es sich lohnt, die letzten Bestände dieser besonderen Waldnutzungsformen zu erhalten. Herausgegeben wurde sie vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU), der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und dem Biodiversitätszentrum Rhön (BioZ). Am Freitag wurde sie im Güterwald Willanzheim von den Spitzen der beteiligten Landesfachbehörden und der Regierung von Unterfranken vorgestellt.
„Knapp die Hälfte der deutschen Mittel- und Niederwälder befindet sich in Franken“, stellte Jochen Lange, Regierungsvizepräsident von Unterfranken fest und unterstrich so die besondere Verantwortung des Freistaats Bayern für ihren Erhalt. Die Fortführung dieser arbeitsintensiven Bewirtschaftungsformen wird deshalb mit zahlreichen Initiativen unterstützt. Darunter das Projekt „Lichte Wälder in Franken“, in dessen Rahmen die neue Veröffentlichung erarbeitet wurde.
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Rund 50 Teilnehmende waren der Einladung des Biodiversitätszentrums Rhön der Regierung von Unterfranken gefolgt) (© BioZ/S. Mader-Speth)
Gestützt auf aktuelle Monitoring-Ergebnisse verdeutlicht die Broschüre zudem die immense Artenvielfalt dieser Lebensräume. „Mittel- und Niederwälder zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Bayerns. Allein in den Mittelwäldern Frankens konnten etwa 80 Tagfalterarten und rund 550 Arten holzbewohnender Käfer nachgewiesen werden“, erklärt Dr. Monika Kratzer, Präsidentin des LfU.
Ansprechpartner
Enno Uhl
Abteilung Biodiversität und Naturschutz
E-Mail: pressestelle@lwf.bayern.de

