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Nikolaus Fischer
Bedeutung der Rosskastanie und das hieraus resultierende Nachfragepotential - LWF-Wissen 48

Die Anzucht der meist sommergrünen Rosskastaniengewächse dient überwiegend der Erziehung als imposanter großkroniger Park-, Allee- bzw. Hofbaum. Er ist in den Straßen und Parkanlagen europäischer Metropolen auf Grund seiner majestätischen Erscheinung, der dekorativen handförmigen, gefingert gegenständig angeordneten Blättern und der endständig an den Zweigen sitzenden Blütenrispen (Scheinrispe), den Kerzen, bekannt.

Ein Mann steht zwischen mehreren etwa sieben Meter hohen, ausgegrabenen und ballierten Bäumen.Zoombild vorhanden

Abbildung: Viermal verpflanzte Kastanien-Hochstämme
(Foto: Fischer)

Das Farbspektrum der Blütenrispen reicht von weiß ([i]A. hippocastanum[/i]), gelb ([i]A. glabra, glaucescens[/i]) und rosa ([i]A. carnea plantierensis[/i]) bis zu scharlachrot ([i]A. carnea Briotii[/i]). Weniger bekannt ist die Farbvariation der Blätter von weißbunt ([i]A. hippocastanum albivarigata[/i]) über grün-gelb bronzefarben ([i]A. indica[/i]) bis zu karminrosa Blättern beim Austrieb ([i]A. neglecta Erythroblastos[/i]).

Markant und bekannt sind die glänzend braunen Samen mit dem typischen Nabelfleck (Hilum). Die lederartigen Früchte in den Kapseln ähneln denen der Esskastanien ([i]Castanea sativa[/i], Früchte auch Maroni genannt) sind aber im Gegensatz zu ihr ungenießbar. Typisch sind auch die großen zum Teil mit harzigen (klebrigen) Schuppen bedeckten Winterknospen.

Die Rosskastanie stammt ursprünglich aus den Bergwäldern des Balkans und wurde nach der nordgriechischen Stadt Kastania benannt. Bei uns wird sie unter anderem als Gichtbaum, Pferdekastanie, Saukastanie und Drusenkasten bezeichnet. Von Anfang an wurden die Samen für verschiedenartige Zwecke verwendet, als Mastfutter, Stärkelieferant, Öl, Mehl und Kraftfutter zur winterlichen Wildfütterung. Die Wirksamkeit als Abwehrmittel gegen verschiedene Krankheiten, vor allem Gicht, wobei es genügen sollte, drei Kastanien in der Tasche zu tragen, ist Aberglauben. Die Heilkraft kennt man erst seit 1896 (siehe Beitrag von LAGONI in diesem Heft).

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Autor

  • Nikolaus Fischer