LWF aktuell 158
Milder Winter mit winterlichem Kern wie früher!
von Dr. Lothar Zimmermann, Dr. Stephan Raspe

Niederschlag – Temperatur – Bodenfeuchte

Nass, trüb, aber mild – so stellte sich der Februar heuer dar.

Die Bayern-Karte zeigt die mittlere Temperaturabweichung an den einzelnen WKS's für Februar und MärzZoombild vorhanden

Abb. 1a: Absolute Abweichung der Lufttemperatur vom langjährigen Mittel 1961–1990 an den Waldklimastationen (© LWF)

Zu Monatsbeginn lag besonders in Nordbayern, den Mittelgebirgslagen und in den Alpen eine geschlossene Schneedecke. Die winterlichen Niederschläge ließen erst allmählich nach. In der zweiten Woche wurde es wechselhafter und von Südwesten gab es Regenschauer, die im Bayerischen Wald als Schnee fielen. An der WKS Mitterfels waren es vom 10. bis 11. Februar 41,9 l/m². Nachdem die Schneedecke im Flachland bis zur Monatsmitte überall abgetaut war, setzte erneut Schneefall ein, der jedoch rasch von Regenfällen abgelöst wurde. Trotz der teilweise noch winterlichen Verhältnisse wurde zum 15. Februar bayernweit die Haselblüte registriert - der Beginn der phänologischen Phase des Vorfrühlings (DWD 2026). Die Wetterlage blieb unbeständig mit vielen Tiefs. Die Lufttem­peraturen schwankten stark, Schneefall, Regen mit Glatteis und selbst kurze Gewitter wechselten sich ab. Im Zuge einer Kältephase um die Monatsmitte wurden an den Mittelgebirgsstationen WKS Rothenkirchen und Flossenbürg sogar Luft­temperaturen um -10 °C gemessen. An den DWD-Niederschlagsstationen Wielenbach sowie Oberhaching-Laufzorn wurde am 20. Februar eine Neu­schnee­höhe von 26 cm registriert. Vom 22. bis 23. Februar fielen am Großem Arber 66,4 l/m², an der WKS Mitterfels waren es vom 21. bis 22. Februar 57,8 l/m². Am 23. bis 24. Februar wurden vom DWD im Alpenvorland 30–40 l/m² gemessen (WKS Ebersberg: 25,3 l/m²). Der Niederschlagsreichtum führte im Zusammenspiel mit einsetzendem Tauwetter vor allem an der Donau sowie nördlich davon zu einer Hochwasserlage. In der letzten Woche setzte sich dann Hochdruckeinfluss mit teils sonnigem, teils neblig-trübem, aber trockenem Wetter durch. Zugleich wurde es außergewöhnlich mild. Der Höchstwert des Monats wurde am 27. Februar mit etwa 19 °C in Unterfranken (WKS Altdorf: 18,8 °C) und im Alpenvorland (WKS Höglwald: 17,2 °C) erreicht. Mit der deutlichen Milderung Ende Februar erwachte überall die Vegetation; Hasel und Erle begannen zu blühen.

Mit einer Mitteltemperatur von 3,1° C war der Februar 2026 mehr als + 3,8° wärmer als die Referenzperiode 1961–90 und um +2,9° wärmer als das aktuell wärmere Klimamittel 1991–2020 – eine positive Temperaturabweichung unter zunehmenden Temperaturrekorden. Mit 94,0 l/m² fiel landesweit mehr als die Hälfte des Niederschlags als im Durchschnitt (+62%) – damit zählt der vergangene Februar eindeutig zu den nassen Februarmonaten (DWD 2026). Mit 60,2 Sonnenscheinstunden war es ein trüber Monat (-23%). Deutlich länger zeigte sich die Sonne teilweise im Alpenvorland und in den Alpen (DWD 2026).

Der Winter 2025/26 war in Bayern mit einer durchschnittlichen Lufttemperatur von 0,9 °C wieder zu mild (+1,9 ° zum Mittel 1961–90) und damit der 14. Winter in Folge mit einer positiven Temperaturabweichung zum Klimamittel. Allerdings hatte er einen winterlichen Kern im Januar, der mit einer Durchschnittstemperatur von -2,0 °C dem Mittel der Klimaperiode 1961–90 entsprach. Im aktuellen wärmeren Klima 1991-2020 war er damit -1,5° kälter! Wiederholt traten Perioden mit sehr strengem Frost und Temperaturen unter -15 °C auf. An den Alpen und im östlichen Bergland lag den ganzen Mo­-nat über eine geschlossene Schneedecke. Mit der markanten Milderung im letzten Monatsdrittel setzte ein vorfrühlingshaftes Winterende ein. Insgesamt blieb der Winter mit 161,9 l/m² niederschlagsarm (-19 % zum Klimamittel 1961–90) und war mit 217 Stunden sonnenscheinreich (+27 %). Nur der Februar war nass und trüb. Trotz der statistisch gesehen geringeren winterlichen Niederschlagsmenge reichte diese aus, um die Wasserspeicher der Waldböden zu füllen, insbesondere durch die intensiven Niederschläge zum Monatsende.

Der März war heuer von vie­len Hochdruckgebieten geprägt: nie­derschlagsarm, sehr mild und sonnenscheinreich. Niederschläge traten Anfang der zweiten Dekade sowie zum Monatsende auf.

Die Bayern-Karte zeigt die Niederschlagsabweichung vom Mittel an den WKS's für Februar und MärzZoombild vorhanden

Abb. 1b: Prozentuale Abweichung des Niederschlags vom langjährigen Mittel 1961–1990 an den Waldklimastationen (© LWF)

Zum Monatsbeginn fielen besonders südlich der Donau zeitweise Niederschläge, danach blieb es trocken. Die Lufttemperaturen waren tagsüber zeitweise sehr mild und frühlingshaft, während es lokal zu leichten Nachtfrösten kam. Vor allem unter Hochdruckeinfluss und bei reichlich Sonnenschein konnten in der trockenen Luft Tagesgänge der Temperatur von 17 °C und mehr verzeichnet werden, wobei frostige Frühstunden mit sehr milden Nachmittagstemperaturen wechselten. An den meisten nordbayerischen WKS fiel im Zeitraum ab dem 24. Februar oft 13 bis 14 Tage lang kein Niederschlag. Auch weiter südöstlich zeigten die DWD-Klimastationen Weiden und Straubing dieses Phänomen. Zur Monatsmitte wurde es dann immer kälter und auch in mittleren Lagen fiel der Niederschlag als Schnee. Oberhalb von 1.400 m ü. NHN bestand den ganzen Monat hindurch eine Schneedecke. In der zweiten Monatshälfte kam es tagsüber zu leichten Schwankungen der Lufttemperaturen, nachts trat häufig leichter Frost auf. Erst in der letzten Woche zogen Tiefausläufer mit stürmischem Wind und größeren Niederschlagsmengen durch. Zum 18. März brachte die Forsythienblüte den Beginn des Erstfrühlings – gut eine Woche früher als im vieljährigen Mittel (DWD 2026). Am 25. März wurde an der WKS Berchtesgaden als Temperaturspitze noch 19,6 °C gemessen, während sie am nächsten Tag bei -0,7 °C (Tmax!) lag. Kalte Winde aus nordwestlicher Richtung hatten zum Monatsende für spätwinterliche Verhältnisse gesorgt. In den Mittelgebirgen und in den Alpen bildete sich erneut eine Schneedecke. Besonders kalt fiel die Nacht auf den 28. März aus, als am Alpenrand eingeflossene Polarluft über frisch gefallenem Schnee örtlich zu strengem, vereinzelt sogar sehr strengem Frost führte. In Oberstdorf wurde an diesem Tag mit -15,5 °C der deutschlandweite Tiefstwert im März registriert (DWD 2026).
Das Liniendiagramm zeigt Trockenstress und Füllstand des Bodenwasserspeichers pro Standort Zoombild vorhanden

Abb. 2: Entwicklung der Bodenwasservorräte im gesamten durchwurzelten Bodenraum in Prozent zur nutzbaren Feldkapazität (nFK). Bei weniger als 40 % der nFK ist mit Trockenstress für die Bäume zu rechnen (© LWF)

Im März wurden in Bayern 31,8 l/m² Niederschlag gemessen (-49 % zum Mittel 1961–90), womit der Monat noch zu den trockensten 20 % der Märzmonate zählt. Dabei waren die Niederschläge sehr inhomogen verteilt: Während es am Alpenrand für 80 bis 120 l/m² reichte, fielen in Ostbayern und in Schwaben teilweise nur 10 bis 20 l/m². Die Bodenwasserspeicher an den WKS füllten sich im Verlauf des Februars weiter auf und waren Ende März zu Beginn der Vegetationszeit gut gefüllt (Abbildung 2). Wie schon im letzten Jahr wies der März mit 181,7 Stunden eine hohe Sonnenscheindauer auf. Er erreichte damit Platz 7 der sonnenreichsten Märzmonate seit 1951 (+53 % zum Mittel 1961-90). Die Monatsmitteltemperatur betrug 5,1°C, ein Plus von +2,2° zum langjährigen Mittel 1961-90. Damit lag der März 2026 noch im wärmsten Fünftel aller Märzmonate seit 1881.

Abb. 3: Mittlere Lufttemperatur und Niederschlagssumme an den Waldklimastationen sowie an der Wetterstation Taferlruck

WaldklimastationenHöhe ü.NN [m]Februar 2026 Temp. [°C]Februar 2026 NS [l/m²]März 2026 Temp. [°C]März 2026 NS [l/m²]
Altdorf (ALT)4063,7875,621
Altötting (AOE)4152,5764,219
Bad Brückenau (BBR)8121.21304,244
Berchtesgaden (BER)15000,11011,582
Dinkelsbühl (DIN)4682,3903,522
Ebersberg (EBE)5402,4924,127
Ebrach (EBR)4102,11014,529
Flossenbürg (FLO)840–0,71032,936
Freising (FRE)5082,8745,019
Goldkronach (GOL)800–0,31852,839
Höglwald (HOE)5453,1904,929
Kreuth (KRE)11001,81492,961
Mitterfels (MIT)1025–0,31892,432
Riedenburg (RIE)4752,1654,417
Rothenkirchen (ROK)670–0,6643,232
Rothenbuch (ROT)4702,81405,140
Sonthofen (SON)11700,51672,695
Taferlruck (TAF)770–0,91541,129
Würzburg (WUE)3304,1805,627

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