Waldklimastationen
Winterlicher Januar - LWF aktuell 157
von Dr. Lothar Zimmermann, Dr. Stephan Raspe

Niederschlag – Temperatur – Bodenfeuchte

Der Monat war durch Hochdruck bestimmt und damit außergewöhnlich sonnig und sehr trocken. Ein umfangreiches Hoch über Russland blockierte die vom Atlantik heranziehenden Tiefdruckgebiete, sodass sich die meisten Fronten bei uns auflösten.

Die Bayern Karte zeigt die WKS-Standorte und in Säulendiagrammen pro Standort die AbweichungZoombild vorhanden

Abb. 1a: Absolute Abweichung der Lufttemperatur vom langjährigen Mittel 1961–1990 an den Waldklimastationen (© LWF)

Zu Monatsanfang brachte ein Tiefausläufer teils größere Niederschlagsmengen, die im Bergland als Schnee fielen. Danach dominierte zunächst wieder Hochdruckeinfluss mit trockenem Wetter. In den tieferen Lagen blieb es neblig-trüb und kalt. Wo es zu Auflockerungen kam, wurde es mit Sonnenschein verhältnismäßig mild. Um den Nikolaustag zogen Tiefausläufer bei teils stürmischem Wind durch. Zeitweilige Niederschläge fielen bis ins höhere Flachland zunächst als Schnee, gingen später aber auch in den Mittelgebirgen in Regen über. Nennenswerte Niederschläge konzentrierten sich fast ausschließlich auf die erste Monatsdekade, danach blieb es bis Heiligabend trocken. An der WKS Ebrach wurden beispielsweise vom 11. Dezember bis 01. Januar insgesamt nur 0,1 l/m² gemessen. Kurze Vorstöße von Tiefaus­läufern wurden durch den starken Hochdruckeinfluss abgeschwächt; örtlich fiel nur etwas Nieselregen oder Schneegriesel. In der ersten Monatshälfte herrschten frühlingshaft milde Lufttemperaturen vor. In Kahl und Kitzingen wurden am 9. De­­zember vom DWD Höchstwerte von 15,9 °C gemessen; an der WKS Sonthofen waren es 16,9 °C. Nationaler Rekordhalter wurde an diesem Tag das DWD-Observatorium auf dem Hohen­peißenberg mit 17,2 °C (DWD 2026). Nach einem Temperaturrückgang herrschte in den Nächten der dritten Dekade häufig Frost vor. Pünktlich zu Heiligabend schneite es gebietsweise bis in tiefe Lagen etwas, sonst blieb es aber überwiegend trocken. Vielerorts war es das kälteste Weihnachtsfest seit 15 Jahren – bei Dauerfrost und sonnigem Tageswetter blieb der Schnee liegen. Regional kam es nachts sogar zu strengem Frost (Tmin –10 °C bis –15°C). Nach Weihnachten wurde es etwas milder. An der WKS Kreuth wurden am 27. Dezember nochmals 12,8 °C erreicht. Am Alpenrand und in den Alpentälern wurden zum Jahresende Tiefstwerte um –15°C erreicht. Zu Silvester zogen in Ostbayern ein paar Schneeschauer durch. Zum Monatsende hatte sich vor allem in den Mittelgebirgen eine Schneedecke gebildet (DWD 2026).

Mit 1,3 °C war der Dezember 2025 milder als das langjährige Mittel (+1,9° zu 1961–90). Die Sonnenscheindauer lag mit 68,1 Stunden ungewöhnlich hoch über dem langjährigen Mittel (+79 %). Nur der Dezember 1972 brachte noch mehr Sonne. Teilweise wurden mehr als 100 Stunden Sonnenschein gemessen. Mit nur 19,0 l/m² fiel nur ein Viertel des langjährigen Niederschlags (–75 %).

Endlich wieder kalt, endlich wieder etwas Schnee – so kannte man den Januar aus der Klimaperiode 1961–90, bevor der Klimawandel uns immer öfter milde Winter bescherte. Polare Meeresluft im Wechsel mit kalt-trockener Kontinentalluft sorgte für Winterwetter mit Schnee und Sonne.

Die Bayern Karte zeigt die WKS-Standorte und in Säulendiagrammen pro Standort die AbweichungZoombild vorhanden

Abb. 1b: Prozentuale Abweichung des Niederschlags vom langjährigen Mittel 1961–1990 an den Waldklimastationen (© LWF)

Der Monat begann winterlich, kalt und trocken. Nur in Ostbayern gab es in der Neujahrsnacht leichte Schneefälle. An der WKS Kreuth wurde am 5. Januar als Maximalwert –9,5 °C gemessen, minimal waren es an diesem Tag dort –14,3 °C. Am 6. Januar betrug das mittlere Temperaturminimum aller WKS –13,2 °C! In der ersten Dekade kam es zu weiteren Schneefällen, die nur kurzfristig von milderer Luft aus Südwesten unterbrochen wurden; der ein­setzende Regen führte dabei zu Glätte. Am 8. und 9. Januar wurden an der DWD-Station Bad Kissingen 27,7 l/m² gemessen, an der WKS Rothenbuch 24,8 l/m². Bis zur Monatsmitte dominierte Hochdruck mit winterlichen Inversionslagen. Während in den Niederungen neblig-kalte Witterung herrschte, war es in den Höhenlagen mild mit Sonnenschein. Zur Mo­natsmitte wurden zweistellige Höchstwerte erreicht, nur in Ostbayern blieb es kalt. Am Alpenrand führte die Kombination aus milden Temperaturen, anhaltender trockener Inversionswetterlage und viel Sonnenschein örtlich zu erhöhter Waldbrandgefahr. Erst in der letzten Woche gab es wieder Niederschläge, überwiegend als Schnee. Am 25. und 26. Januar fielen an den DWD-Stationen Nürnberg 29,3 l/m², Bamberg 25,2 l/m² und Würzburg 24,4 l/m², wodurch der Verkehr durch die Schneemassen beeinträchtigt wurde, stellenweise zum Erliegen kam und Schulen vielerorts geschlossen blieben. An der WKS Ebrach wurden an diesen beiden Tagen sogar 41,1 l/m² Schnee gemessen. Häufig bildete sich eine geschlossene Schneedecke, die durch die tiefen Lufttemperaturen bis Monatsende hielt. Örtlich fing der Hasel zu blühen an (DWD 2026).

Der Januar 2026 entsprach mit –2,0 °C dem Mittel der Klimaperiode 1961–90; im Vergleich zur aktuellen, wärmeren Klimaperiode 1991–2020 war er so­-gar –1,5° kälter! Örtlich kam es nach klaren Nächten zu sehr strengem Frost mit Temperaturen unter –15 °C, vor allem über Schneeflächen. Der bundesweite Januarrekord wurde am 6. Januar an der DWD-Klimastation Oberstdorf mit –21,7°C gemessen. Als monatlicher Maximalwert wurde in Wielenbach am 15. Januar 14,2 °C registriert. Mit 48,9 l/m² fiel gleichzeitig rund ein Viertel weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel (–26 %). Dabei war der Rückgang nördlich der Donau mit –11 % deutlich geringer als südlich mit –43 %. Beson­ders Unterfranken erhielt überdurchschnittlich viel Niederschlag. An den Alpen und im östlichen Bergland hielt sich die Schneedecke den gesamten Monat über, während sie in tieferen Lagen nur zeitweise bestand. Der Monat war mit 88,7 Sonnenstunden außergewöhnlich sonnig (+79 %). Damit war er nach 2006 der zweitsonnigste Januar seit 1951, dem Beginn flächenhafter Messungen der Sonnenscheindauer. An den Alpen und im Alpenvorland wurden über 100 Sonnenstunden gemessen.

Das Diagramm gibt für Dezember und Januar an den Standorten den Bodenwasserspeicher-Füllstand anZoombild vorhanden

Abb. 2: Entwicklung der Bodenwasservorräte im gesamten durchwurzelten Bodenraum in Prozent zur nutzbaren Feldkapazität (© LWF)

Während beider Wintermonate waren die Bodenwasserspeicher meist gut gefüllt; stellenweise verzögerte sich aber die Wieder­befüllung. An den Waldklimastationen Ebersberg (Mün­­chner Schotterebene), Freising (Tertiärhügelland), Mitterfels (Vorderer Bayerischer Wald) und Flossenbürg (Oberpfälzer Wald) war die Feldkapazität ständig oder zumindest zeitweise überschritten. In diesen Phasen ist von Grundwasserneubildung auszugehen. An der WKS Würzburg und der WKS Riedenburg zog sich die Wiederauffüllung jedoch länger hin, sodass Ende Januar hier nur 70–80 % der nutzbaren Feldkapazität erreicht wurden (Abbildung 2).

Abb. 3: Mittlere Lufttemperatur und Niederschlagssumme an den Waldklimastationen sowie an der Wetterstation Taferlruck

WaldklimastationenHöhe ü,NN [m]Dezember 2025 Temp, [°C]Dezember 2025 NS [l/m²]Januar 2026 Temp, [°C]Januar 2026 NS [l/m²]
Altdorf (ALT)4061,812–1,563
Altötting (AOE)4151,214–2,831
Bad Brückenau (BBR)812–1,439–4,771
Berchtesgaden (BER)1500–1,535–6,539
Dinkelsbühl (DIN)4680,315–2,748
Ebersberg (EBE)5400,226–3,234
Ebrach (EBR)4100,719–2,899
Flossenbürg (FLO)840–1,121–5,468
Freising (FRE)5080,721–2,544
Goldkronach (GOL)800–1,137–5,398
Höglwald (HOE)5450,916–1,951
Kreuth (KRE)11001,734–1,379
Mitterfels (MIT)1025–1,130–4,566
Riedenburg (RIE)4750,217–3,137
Rothenkirchen (ROK)670–1,321–4,741
Rothenbuch (ROT)4701,726–1,8100
Sonthofen (SON)1170–0,313–3,873
Taferlruck (TAF)770–2,932–6,586
Würzburg (WUE)3301,616–0,849

Beitrag zum Ausdrucken

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Dr. Lothar Zimmermann
  • Dr. Stephan Raspe