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Heinz Bußler und Stefan Müller-Kroehling
Käferarten als Zeiger autochthoner Kiefernstandorte in Bayern - LWF Wissen 57

Die Identifikation und naturschutzfachliche Bewertung autochthoner Kiefernstandorte mittels pflanzensoziologischer Merkmale ist häufig schwierig und führt oftmals zu konträren Positionen. Kiefernwälder außerhalb der Moore werden auf den meisten Standorten vielfach nur als Waldsukzessions- oder Walddegradationsstadien betrachtet (WALENTOWSKI et al. 2004).

Heide-Sandlaufkäfer (Cicindela silvatica) Zoombild vorhanden

Abbidlung: Heide-Sandlaufkäfer (Cicindela silvatica). Foto: J. Gebert

Auf Grund der Vielfalt der mit unterschiedlichsten Florenelementen besiedelten Standorte und ihrer für wärmeliebende Insekten günstigen Lichtdurchlässigkeit beherbergen natürliche Kiefernwälder insgesamt zahlreiche Arten.

Die Käferfauna dieser Kiefern-Moorwälder, Sauerhumus- und Carbonat-Föhrenwälder dürfte circa 1.000 Arten umfassen. Von einer Bindung an die Gattung Pinus ist bei circa 300 Arten auszugehen. Hier fallen die hohe Anzahl xylobionter Arten sowie der geringe Anteil phytophager Arten auf. Die Koevolution mit totem Holz und holzbesiedelnden Pilzen gilt als Evolutionsbeschleuniger. Sie beginnt sehr früh in der Entwicklungsgeschichte der Käferarten. Schon die erdgeschichtlich ältesten Käfer werden als Rindenbewohner interpretiert. Ihre Erfolgsgeschichte war mit der Ausbreitung der Gymnospermenflora gekoppelt (SCHAWALLER et al. 2005).

Von den in Kiefernwäldern verbreiteten Arten werden 35 Arten als Zeigerarten für autochthone Kiefernstandorte in Bayern eingestuft. Sie fehlen in sekundären (d.h. nutzungsbedingten) Kiefernwäldern, vor allem auf Grund anderer klimatischer Bedingungen mit geringerer Einstrahlung und Wärme wegen des dichteren Kronenschlusses, der höheren Bodenfeuchte und der stärkeren Bodendeckung. Nur wenige Arten sind streng monophag an die Baumart Kiefer oder ausschließlich an Kiefernstandorte gebunden. Werden sie jedoch in Kiefernwäldern angetroffen, so ist von einem natürlichen Vorkommen der Kiefer auszugehen. Außerhalb Bayerns und auch außerhalb des Waldes besiedeln diese Arten zum Teil noch andere Habitate wie Moore, Heiden oder Sandmagerrasen. Im Kiefern-Kontext eignen sie sich jedoch als Zeigerarten für die Ursprünglichkeit und im umfassenden Sinne verstandene Naturnähe der Bestockung.

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