Forschungs- und Innovationsprojekt
Erfolgreiche Etablierungsstrategien für multifunktionale Agroforstsysteme in trockenen Lagen (Projekt G2/N/21/10)

Markierte Pflanzfläche mit jungen Bäumen auf einem AckerZoombild vorhanden

Straßmoos nach Pflanzung im November 2022 (© M. Fäßler, LWF)

Agroforstsysteme (AFS) werden aufgrund ihrer vielfältigen positiven Wirkungen Bausteine einer nachhaltigen Landnutzung im Klimawandel sein. Bayern hat dies erkannt und fördert Anlage und Bewirtschaftung von AFS finanziell. Das Forschungsprojekt setzt hier an und erarbeitete Möglichkeiten der Begründung von Agroforstsystemen auch unter trockenen Bedingungen. Fünf trockenheitstolerante Baumarten wurden getestet. Die Ergebnisse des Projekts sollen Grundeigentümern bei der Ausgestaltung und Weiterentwicklung von wirtschaftlich und ökologisch vorteilhaften Agroforstsystemen Hilfestellung leisten.

Agroforstsysteme können die Folgen des Klimawandels auf die landwirtschaftliche Produktion abmildern, sie beeinflussen zudem die Biodiversität der Agrarlandschaft positiv. Die Bäume binden CO2 und erhöhen den Humusgehalt in den Baumstreifen. Besonders wichtig ist dies im bayerischen Klimahotspot Unterfranken; hier gestaltet sich die Etablierung von AFS aber oft schwierig, wie Tastversuche der LWF zeigten.

Mit jungen Bäumen bepflanzter Streifen zwischen landwirtschaftlichen FlächenZoombild vorhanden

Agroforstsystem (© LfL)

Ziel des Projekts ist die Begründung, Entwicklung und Erprobung von funktionsfähigen Agroforstsystemen mit wiederausschlagfähigen Baumarten unter trockenen Klimabedingungen.

Drei Versuchsstandorte wurden im Rahmen des Projekts begründet. Zwei Agroforstsysteme befinden sich in Unterfranken, in Monbrunn bei Miltenberg (ökologisch bewirtschaftet) und in Schwarzenau bei Kitzingen (konventionelle Landwirtschaft). Der dritte Standort, Straßmoos, liegt bei Neuburg an der Donau in Oberbayern und wird ökologisch bewirtschaftet. Die Versuchsparzellen mit je 30 Bäumen wurden in einer randomisierten zweifaktoriellen Blockanlage mit vier Wiederholungen angelegt. Die getesteten Baumarten sind Vogelkirsche (Prunus avium), Flatterulme (Ulmus laevis), Feldahorn (Acer campestre), Baumhasel (Corylus colurna) und Edelkastanie (Castanea sativa).

Pflanzfläche aus der Vogelperspektive mit Übersicht der gepflanzen Baumarten

Versuchsplan am Standort Schwarzenau. Geobasisdaten: © Bayerische Vermessungsverwaltung 2024

Als zweiter Faktor werden Etablierungsmethoden getestet, die Ausbringung einer selbstabbaubaren Mulchfolie und das Anbringen von Wuchshüllen, sowie eine unbehandelte Kontrollgruppe.
Im Projektzeitraum von 2022 bis 2025 gelang die Etablierung der drei Agroforstsysteme. Die Flatterulme und die Vogelkirsche zeigten bei Anwuchserfolg und Höhenwachstum die besten Ergebnisse. Bei den Begründungsmethoden lag die Mulchfolie vor den Wuchshüllen und den Kontrollparzellen. Die Bodenfeuchte-Messungen ergaben bei den Agroforstflächen im Sommer meist niedrigere Werte als auf dem Feld, im Herbst war die Feuchtigkeit etwas höher als auf den benachbarten Ackerflächen. Auch die Infiltrationsraten änderten sich in den mit den mit Bäumen bestockten AFS-Flächen schnell; sie waren auf den Agroforst-Parzellen in Monbrunn und Straßmoos bereits in der ersten Vegetationsperiode 2023 höher als auf den angrenzenden Feldern. Die vegetationskundlichen Aufnahmen zeigten auf den ökologisch bewirtschafteten Versuchsflächen Monbrunn und Straßmoos eine höhere Artenvielfalt in der Begleitvegetation als auf dem konventionellen Standort Schwarzenau. Auch bei der Individuenzahl von Spinnen und Laufkäfern waren Monbrunn und Straßmoos dem konventionellen Standort Schwarzenau deutlich überlegen. Anders verhielt es sich bei der Artenzahl, hier stand der Trockenstandort Schwarzenau mit 51 Arten an der Spitze.

Säulendiagramm zeigt Anwuchserfolg und Zuwachs nach Baumarten und Etablierungsstrategien

Anwuchserfolg und Zuwachs nach Baumarten und Etablierungsstrategien. Großbuchstaben = signifikante Unterschiede beim Anwuchserfolg; Kleinbuchstaben = signifikante Unterschiede beim Zuwachs (SNK-Test, p < 0,05).

Projektinformationen
Projektleitung: Dr. Frank Burger, Projektleitung LfL: Andrea Winterling
Projektbearbeitung: Moritz Fäßler
Laufzeit: 01.05.2022 – 30.12.2025
Durchführende Institution: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF)
Projektpartner: