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Buchdrucker und Kupferstecher
Borkenkäferinfoportal

Abgestorbene alte Fichte und adulter Buchdrucker.

Abbildung 1: Borkenkäfer (Buchdrucker) und abgestorbene Fichte (Fotos: StMELF)

Alles über Buchdrucker, Kupferstecher & Co.
Borkenkäfer kommen weltweit und an allen Laub- und Nadelbäumen vor. Viele Arten befallen nur eine oder wenige Wirtsbaumarten, andere haben ein sehr breites Wirtsspektrum.

Buchdrucker und Kupferstecher gehören zu den rindenbrütenden Borkenkäfern. Ihre Brut entwickelt sich in der Rinde. Der Larvenfraß erfolgt vorwiegend quer zur Faserrichtung. Dabei wird die Bastschicht zerstört und bei starkem Befall der Nährstofftransport unterbrochen. Zusätzlich werden durch die Altkäfer bei der Brutanlage phytopathogene Pilze eingetragen, welche den Absterbeprozess der befallenen Fichte beschleunigen. Das bedeutet, dass jede vom Buchdrucker und/oder Kupferstecher befallene Fichte abstirbt!

Angesichts einer häufig angespannten Borkenkäfersituation ist es wichtig, dass sich alle Waldbesitzer möglichst umfassend über Biologie und Befallsverhalten von Buchdrucker und Kupferstecher informieren. Nur bei guten Kenntnissen über die Schädlinge kann man das Befallsrisiko richtig einschätzen, rechtzeitig und mit den richtigen Maßnahmen reagieren und so eine weitere Ausbreitung verhindern.

Kontakt Team Borkenkäfer

Interaktive Risikogebietskarte

Grafik: Borkenkäfermonitoring Risikokarte - Startseite der Webanwendung (LWF)
Die aktuelle Borkenkäfersituation in Bayern

Alle Ergebnisse zum Monitoring von Buchdrucker und Kupferstecher und zur Einschätzung der aktuellen Gefährdung durch die zuständigen Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten finden Sie hier.  Mehr

Buchdrucker

Der Buchdrucker (Ips typographus) ist 4 – 5,5 mm groß. Ausgereifte Käfer sind dunkelbraun gefärbt, Jungkäfer hellbraun.

Biologie

Grafik zum Verhalten des Borkenkäfers BuchdruckerZoombild vorhanden

Abb. 2: Befallsverhalten (Grafik: LWF)

Bevorzugt werden Fichten, selten auch andere Nadelbäume wie Kiefern und Lärchen befallen. Buchdrucker befallen liegendes Holz und stehende, vitale Altfichten ab einem Alter von 40 Jahren, hier v.a. im Stammbereich. Zunächst befallen Männchen die Fichten und locken dann die Weibchen zum Brutgeschäft.
Grafik zum EntwicklungszyklusZoombild vorhanden

Abb. 3: Entwicklungszyklus (Grafik: LWF)

Die Entwicklungsdauer vom Ei bis zum Ausschwärmen der Jungkäfer ist stark temperaturabhängig und erstreckt sich über 6 – 10 Wochen. Der Schwärmflug der Buchdrucker beginnt i.d.R. Mitte bis Ende April, in warmen Frühjahren wurde bereits ein Schwärmflug Anfang April beobachtet. Abhängig ist der Start zum einen von der Temperatur. Ab 16,5°C beginnt der Schwärmflug. Zum anderen ist er abhängig von der Tageslichtlänge (ab 14 Std./Tag). Innerhalb der Vegetationsperiode können unter günstigen Witterungsbedingungen mehrere Generationen und Geschwisterbruten angelegt werden, was eine Massenvermehrung zur Folge haben kann (siehe Punkt Vermehrungspotential).

Die Brutaktivität der Käfer ist in der Regel Mitte September abgeschlossen. Bei entsprechend hohen Temperaturen kann sich die Flugaktivität vereinzelt bis in den Oktober hinein erstrecken. Diese spät schwärmenden Käfer verursachen jedoch keinen Stehendbefall mehr – sie suchen Überwinterungsquartiere in der Bodenstreu oder in bereits befallenen Stämmen auf. Bei nasskalter Witterung verbleiben die Jungkäfer bereits ab August zur Überwinterung im Brutbild.
Mehrere kleine Eier an Rindenunterseite.

Abb. 4: Eigelege

Mehrere Larven fressen Gängen an Unterseite von Holzrinde.

Abb. 5: Larven

Vergrößerte Larve eines Buchdruckers.

Abb. 6: Larve

Weiße Borkenkäferpuppe an Unterseite von Holzrinde.

Abb. 7: Puppe

Gelb-brauner Käfer frisst Gang.

Abb. 8: Jungkäfer

Brauner Käfer an Baumrinde

Abb. 9: Jungkäfer

Vermehrungspotential

Grafik zum VermehrungspotenzialZoombild vorhanden

Abb. 10: Vermehrungspotenzial (Grafik: LWF)

Sowohl Buchdrucker als auch Kupferstecher haben ein enormes Vermehrungspotenzial. Je nach Witterungsverlauf können sie unter den gegenwärtigen Klimabedingungen 2 – 3 Generationen im Jahr anlegen. Hinzu kommen noch mehrere Geschwisterbruten je Generation, da die Elterntiere nach erfolgreicher Eiablage die Brutbilder verlassen und ihr Brutgeschäft anderen Orts fortsetzen.

Befallspotential

Grafik zum BefallspotenzialZoombild vorhanden

Abb. 11: Befallspotenzial (Grafik: LWF)

Man geht davon aus, dass ein gleichzeitiger An griff von einigen hundert Käfern ausreicht, um bei vitalen Fichten die Abwehrkräfte (Harzfluss) zu überwinden. Bei Vorschädigungen oder Trockenheit ist die Widerstandskraft des Baumes entsprechend geringer. Für ein Käferjahr mit günstigen Entwicklungsbedingungen lässt sich daraus folgendes Szenario ableiten:
  • Eine befallene Altfichte entlässt mindestens 20.000 Käfer, davon sind mind. 50 % Männchen.
  • Diese 10.000 Männchen sind in der Lage, mind. 20 weitere benachbarte Bäume erfolgreich zu befallen.
  • Daraus können wiederum mehr als 400.000 Käfer (200.000 Männchen) ausschwärmen, die weitere 400 Fichten erfolgreich befallen können.

Bekämpfung

Stehendbefallskontrolle

Ausschlaggebend für Bekämpfungserfolg ist die frühestmögliche Befallsdiagnose durch Bohrmehlsuche! Der Ausflug der Altkäfer zur Anlage von Geschwisterbruten kann nur verhindert werden, wenn der Befall rechtzeitig gefunden, die befallene Fichte zügig entnommen und unschädlich gemacht wird (= saubere Waldwirtschaft). Kronenverfärbungen, Nadelverlust und Rindenabfall sind ältere Befallskennzeichen, bei denen der Befall schon stark vorangeschritten ist. Die Altkäfer sind meist schon ausgeflogen und die Brut recht weit entwickelt.

Bei diesen Befallskennzeichen sollte in näherer Umgebung nach frischem Bohrmehl gesucht werden. Sinnvoll ist es, befallene Fichten zu markieren und in einer Karte zu dokumentieren. Dies erleichtert v.a. die Planung zur Aufarbeitung und das Wiederauffinden älterer Käfernester, da diese häufig Ausgangspunkte für neuen Stehendbefall bilden. Die Stehendbefallkontrolle ist während der gesamten Flugzeit der Buchdrucker und Kupferstecher regelmäßig im 1-2 wöchigem Abstand durchzuführen.

Befallsmerkmale

  • Bohrmehl (siehe Bohrmehlsuche);
  • Einbohrlöcher, Harztröpfchen (meist am Kronenansatz);
  • gelb bis graustichige Verfärbung der Kronen;
  • starker Nadelabfall von fahlgrünen bis gelbgrünen Nadeln;
  • Rotfärbung der Krone:
    - von der Spitze abwärts = Kupferstecherbefall
    - vom Kronenansatz aufwärts = Buchdrucker
  • abfallende Rinde bei grüner Krone vom Kronenansatz aus abwärts;
  • abfallende Rinde bei abgestorbener Krone.
Fichtenstamm mit kreisrundem kleinen Loch.

Abb. 12: Bohrloch

Fichtenstamm mit kleinen Harzflüsschen

Abb. 13: Harzfluss

Rot-gelbe Fichtenkronen.

Abb. 14: Gelbstich

Heruntergefallene Nadeln um einen Stammfuß.

Abb. 15: Nadelverlust

Abgestorbene Fichten mit brauner Krone

Abb. 16: Rotfärbung

Braunes Bohrmehl an Fichtenstamm.

Abb. 17: Bohrmehl

Braune Häufchen am Stamm einer Fichte und darunter auf Gatter.

Abb. 18: Bohrmehl

Fichte mit grüner Krone und abfallender Rinde.

Abb. 19: Rindenabfall

Fichte mit abgestorbener Krone und abfallender Rinde.

Abb. 20: Rindenabfall

Bohrmehlsuche

Wann?

  • regelmäßig über die gesamte Schwärmzeit Mitte April-Ende September;
  • Besonders im Frühjahr innerhalb 1-2 Wochen nach Schwärmwellen (Bohrmehl fällt an, wenn der Käfer bei Brutanlage ist);
  • Bei trockener, warmer Witterung – nach Regen oder starkem Wind wird die Suche erschwert, da das Bohrmehl abgewaschen oder verweht wird.
  • Bei Temperaturen >30°C zieht sich der Buchdrucker zum Befall ins Bestandesinnere zurück!

Luftbild von Fichtenwald mit mosaikartigen Kahlschlägen und rotbraun gefärbten Bestandesrändern.

Abb. 21: Luftbild eines geschädigten Bestandes (Foto: LWF)

Wo? - vorjährige Befallsherde und Windwurfflächen

  • Auflichtungen, Bestandsränder (S/SW-exponiert) und wärmebegünstigte Lagen;
  • bei hohen Temperaturen und vorhandenem Befall auch im Bestandsinneren;
  • Ab Juni/Juli: Gezielt nach älteren Befallsmerkmalen suchen - Befallene Fichte: Umkreis (ca. 2 Baumreihen) nach Bohrmehl absuchen;
  • Konzentrieren auf buchdruckertaugliche Fichtenbestände ab Alter von etwa 40 Jahren.

Wie?

  • Zu Fuß: Systematisch von Baum zu Baum an gefährdeten Stellen nach Bohrmehl schauen.

Wo genau?

  • am Stammfuß;
  • auf Spinnennetzen;
  • auf der Bodenvegetation;
  • an Rindenschuppen;
  • hinter Rindenschuppen.
Braune Häufchen am Stamm einer Fichte und darunter auf Gatter.

Abb. 22: Stammfuß

Braunes Bohrmehlhäufchen an Fichtenrinde.

Abb. 23: Rindenschuppen

Waldboden mit braunen Bohrmehlhäufchen

Abb. 24: Bodenvegetation

Schäleisen lehnt an starker Fichte. Ein Stück Rinde ist abgeschält.Zoombild vorhanden

Abb. 25: Schäleisen (Foto: F. Maier, AELF Weilheim)

Was brauche ich zur Suche?
- ca. 15 min. Zeit je kritische Stelle + Anfahrt;
- Farbspray zum Markieren;
- Schäleisen/Beitel, um zu schauen, wie weit die Brut entwickelt ist;
- ggf. Lupe.

Zeitrahmen Handlungsbedarf

  • Bohrmehl ist sichtbar, Alt- oder Jungkäfer sind unter der Rinde - unverzüglicher Einschlag vor Wiederausflug der Elternkäfer zu einer neuen Brutanlage bzw. vor Ausschwärmen der Jungkäfer;
  • Einbohrlöcher, Harztropfen, Kronenverfärbung, beginnender Rinden- und Nadelabfall sichtbar, unter der Rinde sind Larven und Puppen - Je nach Entwicklungsstadium 2 - 4 Wochen;
  • Verlust der Nadeln, abgefallene Rinde - zu spät: Die Käfer sind bereits wieder ausgeflogen!

    Aber: Bohrmehlsuche an den umstehenden Bäumen

Liegendbefallskontrolle

Auch liegende Fichten (z.B. nach Holzeinschlag, Sturm etc.) können vom Buchdrucker befallen werden. Gerade in der Schwärmzeit von April bis September ist daher in gefährdeten Bereichen auch eine Befallskontrolle am liegenden Holz sinnvoll, um den Entwicklungsfortschritt der ggf. angelegten Brut zu erfahren und den Zeitrahmen der weiteren Behandlung zu planen.

Gefunden, eingeschlagen und dann?

Sind vom Borkenkäfer befallene Fichten gefunden, sollten sie markiert und möglichst rasch eingeschlagen werden, um einen Wiederausflug der Käfer zu verhindern. Aber das Holz kann muss unbedingt zeitnah weiterbehandelt werden.

Liegen lassen ist keine Option!

Tabelle mit bunten Feldern zur Dringlichkeit entsprechender Maßnahmen zur Borkenkäferbekämpfung.

Abb. 26: Handlungsrahmen und -dringlichkeit bei der Borkenkäferbekämpfung (Grafik: LWF)

Abfuhr

An einem Feldweg lagerndes Kurzholz.Zoombild vorhanden

Abb. 27: Holzpolter (Foto: C. Triebenbacher)

Am kostengünstigsten und effektivsten ist die rechtzeitige Holzabfuhr. Wichtig ist es, diese in einem gewissen Zeitrahmen zu vereinbaren, je nach Entwicklungsstand der Brut. Am besten wenden Sie sich an die Selbsthilfeeinrichtungen der Waldbesitzer (WBV, FBG) in ihrer Nähe.

Kontaktdaten im Waldbesitzerportal unter "Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse" Externer Link

Lagerung

Wird eine rechtzeitige Abfuhr nicht möglich sein, muss das Holz in mind. 500 m Abstand zum nächsten Nadelholzbestand gelagert werden. Weitere Optionen sind Trocken- und Nasslager. Nähere Informationen dazu erhalten Sie auch unter:

Rundholz richtig lagern - LWF-Merkblatt

Entrindung

Die maschinelle und händische Entrindung sind eine gute Möglichkeit der Bekämpfung. Allerdings ist auch hier der Entwicklungsstand der Brut zu beachten! Sind unter der Rinde weiße Stadien und Jungkäfer ohne Reifungsfraß zu finden, reicht die Entrindung aus. Finden sich ausflugbereite Käfer unter der Rinde, reicht die Entrindung allein nicht aus.

Die Rinde muss auf einen Haufen aufgeworfen werden, der höher als höher 50 cm ist und mit Folie abgedeckt wird. Erst die nun einsetzende Wärmeentwicklung und Verpilzung tötet Borkenkäfer ab. Andere Möglichkeiten sind das Verbrennen der Rinde unter Beachtung der Waldbrandgefahr oder die Abfuhr der Rinde.

Pflanzenschutzmitteleinsatz

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist die letzte anzuwendende Möglichkeit im Kampf gegen den Borkenkäfer, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht genutzt werden können. Zugelassene Pflanzenschutzmittel finden Sie tagesaktuell auf der Onlinedatenbank des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Sachkunde wird beim Kauf und der Anwendung vorausgesetzt. Ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln muss dokumentiert werden.

Onlinedatenbank des BVL Externer Link

Kupferstecher

Der Kupferstecher (Pityogenes chalcogra phus) ist mit einer Länge von 1,6 – 3 mm deutlich kleiner als der Buchdrucker. Der Körper ist schwarz mit glänzend rotbraunen (kupferfarbenen) Flügeldecken.

Biologie

Kleiner rot-brauner Käfer.Zoombild vorhanden

Abb. 28: Ausgewachsener Käfer (Foto: G. Lobinger)

Der Kupferstecher bevorzugt im Gegensatz zum Buchdrucker dünnrindige Stammbereiche, vornehmlich jüngere Fichten in Dickungen und Stangenhölzern, aber auch Durchforstungsmaterial und Schlagabraum.

Bei hohen Populationsdichten befällt er auch stehende Altfichten in der Oberkrone. Daneben werden Lärche, Douglasie, Kiefer und selten Tanne befallen.

Der Entwicklungszyklus des Kupferstechers entspricht sowohl in seiner Abfolge als auch im zeitlichen Ablauf weitgehend dem des Buchdruckers.

Vermehrungspotential

Kahler Ast mit Fraßspuren.Zoombild vorhanden

Abb. 29: Fraß an Astmaterial (Foto: G. Lobinger)

Der Kupferstecher hat bereits in Astmaterial ab 2 cm Durchmesser ein hohes Vermehrungspotenzial: Pro Meter Astlänge können sich mehr als 200 Käfer entwickeln, bei Durchmessern ab 6 cm sind es bereits über 1.000 Käfer pro Meter.

Massenvermehrungen des Kupferstechers führen ebenfalls zu erheblichen Bestandesschäden in allen Altersklassen. Diese Borkenkäferart profitiert vom verminderten Harzdruck in Folge von Trockenstress, von Schadereignissen und vom Anfall von Schlagabraum im Zuge von Holzernte und Durchforstungsmaßnahmen.

Bekämpfung

Befallskontrolle

Kupferstecherbefall ist schwieriger zu finden als beim Buchdrucker. Am liegenden Holz ist Befall durch feines Bohrmehl erkennbar oder im weiter fortgeschrittenen Stadium am Brutbild. Das Brutbild ist durch eine zentrale Rammelkammer und mehrere Muttergänge charakterisiert.

Die Rammelkammer befindet sich vorwiegend in der Rinde; bei dünnrindigem Brutmaterial wird diese aber mehr oder weniger in den Splint eingegraben. Davon gehen sternförmig 3 – 6 Muttergänge aus, die bis zu 6 cm lang sein können. Von den seitlich in den Gängen angelegten Ei- Nischen aus fressen die Larven rechtwinklig zum Muttergang weiter. Am Ende der Fraßgänge liegen die Puppenwiegen.

Das sternförmige Brutbild ist entsprechend der geringeren Körpergröße deutlich filigraner als das des Buchdruckers. Am stehenden Stamm kann Befall meist erst mit der Rotfärbung der Krone von oben herab erkannt werden.
Fichte mit in der Krone rot verfärbten Nadeln.

Abb. 30: Kronenverfärbung

Fichtenstamm mit braunen Häufchen

Abb. 31: Bohrmehl

Sternförmiges Fraßbild auf Fichtenstamm.

Abb. 32: Brutbild

Einschlag

Alle vom Kupferstecher befallenen Fichten müssen eingeschlagen werden, da die Fichte abstirbt und es eine Ausbreitung des Befalls zu verhindern gilt. Da Befall am stehenden Stamm meist erst recht spät erkannt wird, ist eine zügige Entnahme geboten und die Resthölzer und Äste sind weiter zu behandeln. Bei Harvestereinsatz sollten die Giebel mit dem Prozessorkopf weitestgehend gestreift werden, damit die Rinde rascher austrocknet.

Gefunden, eingeschlagen und dann?

  • keine Lagerung von Brennholz im Wald;
  • Äste und restliche Hölzer zusammenziehen und zeitnah Hacken oder kleine Mengen bei geeigneter Witterung verbrennen;
  • Werden Äste und Resthölzer bei Harvestereinsatz oder zur Schonung der Rückegasse beim Rücken in diese eingebaut, ist folgendes zu beachten:

    a) Ist das Material vom Kupferstecher bereits befallen, muss eine Bruterfolgskontrolle durchgeführt werden. Ist die Brut nicht durch Austrocknung oder Verpilzung beeinträchtigt, sollte die Gasse gemulcht werden.
    b) Wird unbefallenes Material in die Gasse eingebaut, sollte ca. 4 Wochen nach Schwärmbeginn eine Befallskontrolle durchgeführt werden. Wurde das frische Material erfolgreich befallen, sollte die Gasse ebenfalls gemulcht werden.

Rechtsvorschriften für Waldbesitzer zur Bekämpfungspflicht von Borkenkäfern

Hier finden Sie die Landesverordnung zur Bekämpfung schädlicher Insekten in den Wäldern sowie die aktuellen Bekanntmachungen der Bayerischen Regierungsbezirke, welche per Anordnung die Überwachung und Bekämpfung der Nadelholzborkenkäfer Buchdrucker und Kupferstecher sowie der Lärchen- und Kiefernborkenkäfer regulieren:

Verordnung über die Bekämpfung schädlicher Insekten in den Wäldern (Waldschadinsektenverordnung – WaldSchadInV) vom 2. Dezember 1965 (BayRS V S. 556) Externer Link

Wichtige Links

Weiterführende Informationen zum Thema

Ansprechpartner