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Das Eschentriebsterben

Escheninfektionsversuch

Abbildung: Infektionsversuche. Foto: H. Lenz

Heimische Eschen werden durch den Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus derzeit massiv in ihrer Verbreitung und Entwicklung beeinträchtigt. Der Verursacher des Eschentriebsterbens, auch »Falsches Weißes Stengelbecherchen« genannt, hat sich mittlerweile in 22 Ländern Nord-, Ost- und Mitteleuropas etabliert und ist auch in Bayern flächendeckend in den Eschenbeständen anzutreffen.
Seit seinem Erstnachweis in Deutschland im Jahr 2007 und in Bayern 2008 wird eine negative Krankheitsentwicklung in Eschenbeständen jeglichen Alters zunehmend sichtbar. Mit einem Rückgang des Pathogens ist derzeit nicht zu rechnen und auch die Anzahl resistenter Eschen ist sehr gering, weswegen derzeit gezielt an der Aufklärung des Infektionsweges, dem Krankheitsverlauf und der Ausbreitung des Pilzes geforscht wird.

Symptome

Welke EschenblätternZoombild vorhanden

Abbildung: Welke von Eschenblättern

Welkeerscheinungen
Im Frühstadium der Erkrankung treten an der Mittelrippe der Blätter bräunliche Nekrosen auf. Ab Mitte Juli sind dann an den infizierten Eschen auffällige Welkeerscheinungen zu beobachten, die einen vorzeitigen Blattfall und Kronenverlichtungen zur Folge haben. Besonders charakteristisch sind die lange am Trieb verbleibenden Blattstiele, die von der Esche nicht auf natürliche Weise abgestoßen werden.
rindenverfaerbungenZoombild vorhanden

Abbildung: Typische Rindenverfärbungen. Foto: M. Blaschke

Rindenverfärbungen
Die befallenen Triebe weisen gelblich-ockerfarbene bis rostrote Rindenverfärbungen ohne Schleimfluss oder Rindenrisse auf.
Befallen werden zunächst vor allem die Leit- und Seitentriebe, die in der Folge rasch absterben. Durch Austrieb an der Pflanzenbasis oder durch schlafende Knospen, versucht die Pflanze auf die Infektion zu reagieren. Beim Fortschreiten des Krankheitsverlaufs sterben später auch diese Seitentriebe ab.
blattfleckenZoombild vorhanden

Abbildung: Typische Blattflecken. Foto: LWF

Blattflecken
Typische Blattflecken nach einer Infektion mit den Pilzsporen von Hymenoscyphus pseudoalbidus.
kronenverbuschungZoombild vorhanden

Abbildung: Geänderte Kronenstruktur. Foto: M. Blaschke

Änderung der Verzweigungsstruktur der Kronen
Aufgrund des verstärkten Austriebs verändert sich die Verzweigungsstruktur der Kronen. Dadurch sind vermehrt Zwieselbildungen sowie eine Verbuschung in den Kronen zu beobachten.
Holzverfärbungen im Quer- und Längsschnitt eines Eschentriebes.Zoombild vorhanden

Abbildung: Deutlich erkennbare Verfärbungen. Foto: LWF

Holzverfärbungen im Querschnitt des Triebes
Unterhalb der auffällig gefärbten Rindennekrosen treten sowohl im Längs- als auch im Querschnitt des Triebes grau-braune Holzverfärbungen auf, die eine größere Dimension aufweisen als die Rindenverfärbungen vermuten lassen. Charakteristisch für die Holzverfärbung ist ihre diffuse Ausprägung, welche nicht an den Jahrringsverlauf gebunden ist.
Im fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung kann ein zusätzlicher Befall der geschwächten Pflanze durch sekundäre Rindenpilze und Holzfäuleerreger erfolgen und die Wirtspflanze absterben.

Krankheitsverlauf an Altbäumen

AlteschenZoombild vorhanden

Abbildung: Blick in die Kronen geschädigter Eschen. Foto: M. Blaschke

An Altbäumen hat der Krankheitsverlauf einen eher chronischen Charakter. Die stamm- und zweigumfassende Nekrotisierung erfolgt aufgrund der größeren Durchmesser langsamer als an Jungpflanzen und der Baum kann durch einen verstärkten Neuaustrieb reagieren.

Durch den vorzeitigen Blattfall sind Kronenverlichtungen zu verzeichnen. Die Kronenarchitektur verändert sich und die Ersatztriebe treten klumpig verteilt auf.
Durch den Befall werden die Alteschen geschwächt und sind in der Folge anfälliger für Sekundärschadorganismen und witterungsbedingte Stressereignisse.

Krankheitsverlauf an Jungpflanzen

Junge Eschen mit abgestrobenen TriebenZoombild vorhanden

Verschiedene Ansichten der Rindenverfärbungen. Fotos: L. Straßer, M. Blaschke

An Jungeschen sind die Symptome über den gesamten Jahresverlauf sehr gut zu beobachten.

Der Krankheitsverlauf ist schnell forstschreitend, da die Nekrotisierungen aufgrund der geringen Durchmesser sehr schnell stammumfassend sind. Somit kommt es binnen weniger Jahre zum Absterben der gesamten Pflanze.
Es werden zunächst vor allem die jüngsten Triebe befallen. Den Ausfall der Leittriebe versucht die Pflanze durch Neuaustrieb zu kompensieren, so dass sehr häufig Verzwieselungen gebildet werden. Im Folgejahr stirbt dann meist auch der Sekundäraustrieb ab.

Nachweis von Chalara fraxinea

  • Entnahme von Zweigmaterial aus dem Übergangsbereich vom gesunden zum abgestorbenen Gewebe
  • Zeitnahe Aufarbeitung der Probe im Labor
  • Kultivierung auf sterilem Nährboden
  • Bestimmung anhand der morphologischen Eigenschaften nach frühestens 3 Wochen möglich

Verwechslungsgefahr mit anderen Schadsymptomen

Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Erkrankungen an der Esche:

  • Spätfrostschäden
  • Rindenbrand
  • Eschenkrebs

Wichtige Links sowie Informationen zum Herunterladen

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