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Energie aus Holz
Scheitholzpreiserhebung der LWF neu aufgestellt
von Markus Riebler und Sebastian Gößwein

Aus Brennholz gestapeltes Holzhaus.

Die Scheitholzpreiserhebung der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (LWF) aus Freising wurde in diesem Winter in Kooperation mit dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt erstmals neu aufgestellt. Zu Grunde lag die Vermutung, dass sich die Brennholzpreise der Waldbesitzer von denen der professionellen Brennholzhändler unterscheiden.

Dies konnte bei der Erhebung für den Winter 2019/2020 zum überwiegenden Teil bestätigt werden. Doch das ist nicht der einzige Unterschied zwischen Waldbesitzern und Scheitholzgewerbe. Auch die bereitgestellten Sortimente variieren.
Die Brennholzpreise für einen Raummeter ofenfertiges Scheitholz liegen bei Brennholzhändlern im bayernweiten Vergleich rund 27 % über denen der Waldbesitzer - das gilt für Hartholz sowie für Weichholz. Die Preisdifferenz ist dabei in Südbayern stets größer als in Nordbayern. Beispielsweise verlangen die südbayerischen Brennholzhändler im Durchschnitt 18 € pro Raummeter mehr als die Waldbesitzer. In Nordbayern beträgt dieser Unterschied lediglich 11 € pro Raummeter.
Mit Planen abgedeckter und mit Farbmarkierungen versehener Scheitholzstapel im Wald.Zoombild vorhanden

Abb. 1: Optimale Lagerung von Scheiten im Wald an sonnen- und windexponiertem Ort (Bild: M. Riebler, LWF)

Die Bayerische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (LWF) aus Freising erhebt seit 12 Jahren die Verkaufspreise der bayerischen Brennholzhändler für verschiedene Scheitholzsortimente. Die letzte Erhebung wurde im Februar 2019 im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt veröffentlicht. Dabei handelte sich ausschließlich um Preise des professionell produzierenden Brennholzgewerbes.

Da aber auch viele bayerische Waldbesitzer Brennholz verkaufen, wurde im Winter 2019/2020 die Erhebungsmethodik umgestellt und erstmals die Scheitholzpreise sowohl der Scheitholzhändler wie auch der privaten Waldbesitzer erfasst.
Die Händlerpreise wurden über eine Onlinepreisrecherche ermittelt, während die Verkaufspreise der Waldbesitzer gemeinsam mit dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt über eine Online-Umfrage ermittelt wurden. Ziel der Erhebungen war es nun, die bereitgestellten Sortimente und unterschiedliche Preiskategorien zu erfassen.

Befragung der privaten Waldbesitzer

Ergebnisse
Der Raummeter Laubholzscheite kostete beim privaten Waldbesitz im bayernweiten Durchschnitt rund 79 €, wobei die Spanne der genannten Preise mit 40 € bis 105 € enorm war. Insgesamt waren die beobachteten Preisspannen bei allen Sortimenten sehr groß (siehe Tab. 1). Bei einigen der genannten Preisen, wie zum Beispiel 5 € für den Raummeter Nadelrundholz ist eine kostendeckende Aufarbeitung nicht mehr möglich.
Preise des privaten Waldbesitzes im Winter 2019/2020 (€/rm) - Weichholz (Fichte, Kiefer, …)
 Rundholz lang €/RmRundholz lang €/Rm1m Scheite €/Rm1m Scheite €/RmScheite ofenfertig €/RmScheite ofenfertig€/Rm
Bayern gesamt32 €32 €47 €47 €59 €59 €
Min - Max5 €60 €25 €90 €20 €85 €
Region Nord30 €30 €45 €45 €58 €58 €
Min - Max23 €40 €30 €60 €35 €85 €
Region Süd33 €33 €49 €49 €60 €60 €
Min - Max5 €60 €25 €90 €20 €80 €
Erläuterung für obige und untere Tabelle:
Preise (mit Preisspanne) in €/Rm bzw. €/Srm; Rm = Raummeter bzw. Ster, Srm =Schüttraummeter; Region Nord: Unterfranken, Mittelfranken, Oberfranken, Oberpfalz; Region Süd= Schwaben, Oberbayern, Niederbayern
Preise des privaten Waldbesitzes im Winter 2019/2020 (€/rm) - Hartholz (Buche, Eiche, Ahorn, …)
 Rundholz lang €/RmRundholz lang €/Rm1m Scheite €/Rm1m Scheite €/RmScheite ofenfertig €/RmScheite ofenfertig €/Rm
Bayern gesamt45 €45 €66 €66 €79 €79 €
Min - Max15 €70 €20 €110 €40 €105 €
Region Nord39 €39 €61 €61 €75 €75 €
Min - Max18 €63 €20 €80 €40 €100 €
Region Süd50 €50 €70 €70 €83 €83 €
Min - Max15 €70 €40 €110 €45 €105 €
Insgesamt verkauften die 186 Waldbesitzer rund 13.400 Raummeter Brennholz, wobei die geringste Menge zwei Raummeter und die höchste Menge 1.700 Raummeter betrug. Bei der Holzmenge pro Hektar fielen zwei Betriebe mit jeweils 300 Raumetern bei nur einem Hektar Besitz auf. Einer der Betriebe liegt in Oberbayern und einer in Unterfranken, somit dürften die Holzmengen die Entwicklungen durch Borkenkäfer bzw. Schneebruch in Oberbayern und durch Trockenheit in Unterfranken nachzeichnen.

In der Umfrage wurden Preise für verschiedene Scheitholzsortimente abgefragt. Die Antworten lassen einen Überblick über die Angebotsmengen je Sortiment zu. Beim Nadelholz (Laubholz) boten 63 % (53 %) Scheite ofenfertig (25 cm und 33 cm, getrocknet) abgerechnet in Raummetern an. 52 % (41 %) der Teilnehmer verkauften Scheite in einen Meter Länge und 21 % (17 %) Rundholz an der Waldstraße. Scheite an der Waldstraße boten nur 8 % (6 %) und ofenfertige Scheite in Schüttraummetern nur 8 % (9 %) an.
Ablauf der Befragung
Insgesamt nahmen an der Online-Umfrage 206 Waldbesitzer teil, von denen 186 ausgewertet werden konnten. Zwei Teilnehmer wurden dem Kollektiv der professionellen Brennholzhändler zugeordnet und in die andere Auswertung aufgenommen. Ein Vergleich der an der Umfrage beteiligten Waldbesitzgrößen mit allen Bayerischen Privatwaldbesitzern ergibt, dass Waldbesitzer mit einer Waldbesitzfläche unter einem Hektar in der Umfrage unterrepräsentiert sind. Diese Tatsache ist aber nicht weiter verwunderlich, da eben diese Waldbesitzer ihr Brennholz oft in der eigenen Holzheizung nutzen und es daher nicht verkaufen. Insofern ist die Verteilung der Waldbesitzfläche aus der Umfrage zu erwarten und dürfte die Struktur der Waldbesitzer, die Brennholz verkaufen, gut darstellen.

Befragung der Scheitholzhändler

Ergebnisse
Kunden bayerischer Scheitholzhändler mussten in der aktuellen Heizperiode im Durchschnitt nicht tiefer in die Tasche greifen als in der vergangenen Heizperiode: Im Mittel wurden für 33 cm-Scheite 75 € pro Raummeter für Weichholz und 100 € pro Raummeter Hartholz verlangt.

Liniendiagramm mit zwei Linien. Die x-Achse stellt die Erhebungszeiträume, die y-Achse die Preise in €/rm dar.

Abb. 2: Die Preise der Scheitholzhändler für das wichtige Scheitholzsortiment 33 cm bleiben auf hohem Niveau stabil.
In der Region Nord waren die durchschnittlichen Preise meist etwas geringer. Regional auffällig verteilt waren jedoch die Maximalpreise, welche gerade bei ofenfertigen Sortimenten in der Regierungsbezirken Ober-, Niederbayern und Schwaben (=Region Süd) wesentlich höher waren als im Norden. Hier wirkt sich die Nähe zur Metropolregion München aus.

Ein Preisvergleich verschiedener Anbieter kann sich also in Südbayern unter Umständen rechnen, sofern sich die jeweils verlangten Preise auch auf genau dasselbe Sortiment hinsichtlich Baumart, Aufarbeitungszustand, Qualität und Feuchte des Holzes beziehen. 33 cm-Hartholzscheite in der Abrechnungseinheit Schüttraummeter an.

Beim Weichholz dominierten mit 46 % ebenfalls die 33 cm Scheite in Srm. Scheite mit einer Länge von 1 m wurden selten Die Scheitholzhändler vertrieben überwiegend Hartholzsortimente in 33 cm-Scheiten. 60 % aller Händler boten angeboten.
Preise des bayerischen Scheitholzgewerbes im Winter 2019/2020 (€/rm) - Weichholz (Fichte, Kiefer, …)
 100 cm €/Rm100 cm €/Rm33 cm €/Rm 33 cm €/Rm33 cm €/Srm 33 cm €/Srm
Bayern gesamt66 €66 €75 €75 €58 €58 €
Min - Max52 €75 €58 €102 €44 €70 €
Region Nord63 €63 €69 €69 €57 €57 €
Min - Max52 €70 €58 €86 €44 €70 €
Region Süd73 €73 €78 €78 €58 €58 €
Min - Max70 €75 €63 €102 €48 €67 €
Erläuterung für obige und untere Tabelle:
Preise (mit Preisspanne) in €/Rm bzw. €/Srm inkl. MwSt., gespalten, lufttrocken (Wassergehalt max. 20 %), ab Betriebshof; Rm = Raummeter bzw. Ster, Srm =Schüttraummeter; Region Nord: Unterfranken, Mittelfranken, Oberfranken, Oberpfalz; Region Süd= Schwaben, Oberbayern, Niederbayern
Preise des bayerischen Scheitholzgewerbes im Winter 2019/2020 (€/rm) - Hartholz (Buche, Eiche, Ahorn, …)
 100 cm €/Rm
100 cm €/Rm
33 cm €/Rm
33 cm €/Rm
33 cm €/srm
33 cm €/srm
Bayern gesamt82 €82 €100 €100 €75 €75 €
Min - Max70 €95 €78 €139 €58 €93 €
Region Nord79 €79 €93 €93 €74 €74 €
Min - Max70 €90 €78 €115 €58 €93 €
Region Süd88 €88 €104 €104 €76 €76 €
Min - Max80 €95 €87 €139 €61 €89 €
In der Umfrage wurden Preise für verschiedene Scheitholzsortimente abgefragt. Die Antworten lassen einen Überblick über die Angebotsmengen je Sortiment zu. Beim Nadelholz (Laubholz) boten 63 % (53 %) Scheite ofenfertig (25 cm und 33 cm, getrocknet) abgerechnet in Raummetern an. 52 % (41 %) der Teilnehmer verkauften Scheite in einen Meter Länge und 21 % (17 %) Rundholz an der Waldstraße. Scheite an der Waldstraße boten nur 8 % (6 %) und ofenfertige Scheite in Schüttraummetern nur 8 % (9 %) an.
Ablauf der Befragung
Die Verkaufspreise (trocken, frei Hof) der gewerblichen bayerischen Brennholzbereitsteller wurden per Onlinerecherche in gleicher Weise wie früher durch die LWF erhoben. Insgesamt wurde die Onlinepreisrecherche auf Webseiten von 52 bayerischen Scheitholzhändlern durchgeführt. Zur Regionalisierung der Auswertung wurden zwei Gruppen gebildet. Die Gruppe „Nord“ umfasst die Regierungsbezirke Unterfranken, Oberfranken, Mittelfranken und die Oberpfalz, während sich die Gruppe „Süd“ aus Oberbayern, Niederbayern sowie Schwaben zusammensetzt. Die Anzahl der besuchten Webseiten war genau gleich auf beide Untergruppen verteilt

Infoboxen zum Thema Brennholz

  • Bevorzugt an einem witterungsgeschützten, aber sonnen- und windexponierten Ort lagern;
  • Eine Unterlage z. B. in Form von Rundlingen, großen Scheiten, Balken oder Gittern ermöglicht eine gleichmäßigere Trocknung, da der Holzstapel auch von unten belüftet wird.
  • Brennholz möglichst rasch auf Ofengröße spalten;
  • Frisch geschlagenes bzw. feuchtes Brennholz nicht in geschlossenen Räumen (wie z. B. dem Keller) lagern, da es hier zu einer Schimmelbildung kommen kann;
  • Eine wasserabweisende Abdeckung kann zuverlässig ein Wiederbefeuchten verhindern. Hierfür eignen sich beispielsweise Platten, Planen oder auch Wellblech;
  • Verheizen sie nur trockenes Holz. Sowohl Hart- wie auch Weichholzscheite können bei richtiger Lagerung binnen eines Jahres auf den passenden Wassergehalt von unter 20% heruntertrocknen.
Brennholz wird in unterschiedlichen Einheiten gehandelt. Häufig findet man die gleichen Sortimente in unterschiedlichen Abrechnungseinheiten am Markt. Ein Blick auf die unterschiedlichen Einheiten lohnt sich dennoch, um Missverständnissen zwischen Waldbesitz, Handel und Verbrauchern vorzubeugen. Zu empfehlen sind klare Absprachen bereits vor dem Kauf. Als Abrechnungsmaß sollte grundsätzlich die Maßeinheit verwendet werden, die der Käufer bei der Übergabe des Brennholzes auch sofort selbst nachprüfen kann. Wenn das Brennholz lose geschüttet geliefert wird, kann der Käufer noch auf dem LKW oder Anhänger das Volumen selbst überprüfen. Dann sollte der Preis sich auch auf dieses Schüttvolumen beziehen und nicht auf den Raummeter aufgesetzter Scheite oder gar den Raummeter der aufgesetzten Meterscheite, aus denen das Brennholz in 25- oder 33-cm Stücke geschnitten wurde. Aus etlichen Nachfragen bei der LWF ist bekannt, dass nicht selten so verfahren wird.

Am gebräuchlichsten ist die Einheit Raummeter (Rm) bzw. Ster. Dabei handelt es sich um, wie der Name schon sagt um eine Raummaßbestimmung. Unter einem Raummeter (bzw. Ster) ist also ein Würfel mit einer Kantenlänge von 1 m zu verstehen, in dem das Holz parallel aufeinandergeschichtet ist. Man misst also das Volumen, welches Holz (rund oder gespalten) und die dazwischen enthaltene Luft gemeinsam einnehmen. Daraus ergeben sich verschiedene Abrechnungseinheiten (z. B. 1 Rm Scheite 1 m lang oder 1 Rm Scheite 33 cm bzw. 25 cm lang).

Das Abrechnungsmaß Schüttraummeter (Srm) hat seit einigen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Gründe dafür sind in der besseren Handhabbarkeit der Gitterboxen und in der zunehmenden Nachfrage nach Kurzscheiten (25cm und 30cm Längen) zu suchen. Ein Schüttraummeter entspricht einem Kubikmeter lose geschüttetem Holz mit darin enthaltenen Hohlräumen.

Zur Abrechnung von Rundholz ist die Einheit Festmeter (Fm) gebräuchlich. Dabei handelt es sich um 1 m³ reine Holzmasse. Der Festmeter spielt als Abrechnungsmaß für Brennholz lediglich eine untergeordnete Rolle.

Eine Abrechnung nach Gewicht wäre bei exakter Wassergehaltsbestimmung eine faire Abrechnungsmöglichkeit. Aufgrund des damit verbundenen Mehraufwands wird diese Methode jedoch in der Praxis nur äußerst selten angewendet.

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