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Hackschnitzel allgemein

Holzhackschnitzel (Bild: T. Bosch, LWF)

Heizen mit Hackschnitzeln aus Holz ist aktiver Klimaschutz.

Hackschnitzel sind maschinell zerkleinerte Holzstücke, die mit schneidenden Werkzeugen produziert werden.
Die Herstellung von Hackschnitzeln erfolgt durch Hacker, die von kleinen Anbaugeräten bis zu selbstfahrenden Großmaschinen und stationären Anlagen reichen. Schredderholz hingegen wird mit stumpfen Werkzeugen gebrochen und meist aus Altholz hergestellt.
Hackschnitzel werden aus Waldholz, aus Sägenebenprodukten, aus Industrierestholz oder aus Flur- und Schwemmholz produziert. Auch das Holz von Kurzumtriebsplantagen wird überwiegend zu Hackschnitzeln verarbeitet. Zur Herstellung der Waldhackschnitzel werden vor allem die schwachen Sortimente, das Kronen- und Astmaterial sowie qualitativ schlechte Holzstücke herangezogen, beispielsweise mit Fäule oder starker Krümmung. Neben der Gewinnung der Hackschnitzel zur thermischen Verwertung spielt hier auch der Waldschutz eine wichtige Rolle, beispielsweise die Abwehr von Borkenkäfern.

Qualitäten und die Verwendung von Hackschnitzeln

Hackschnitzel werden in Zentralheizungen und Heiz- oder Heizkraftwerken zur Energiegewinnung verwendet. Bessere Qualitäten benötigt die Papier-, Zellstoff- und Holzwerkstoffindustrie.

Qualitätsmerkmale guter Hackschnitzel

  • niedriger Wassergehalt
  • geringer Grünanteil
  • scharfe Schnittkanten
  • geringer Feinanteil

Nährstoffentzug bei der Produktion der Hackschnitzel im Wald

Eine gute Nährstoffversorgung der Waldböden ist Grundvoraussetzung für ein gutes und gesundes Baumwachstum. Durch die Nutzung vor allem der „grünen Baumteile“ werden dem Ökosystem Wald viele Nährstoffe entzogen. Die forstliche Nutzung sollte an die tatsächliche Nährstoffverfügbarkeit angepasst sein. Deshalb forscht die LWF laufend an den Auswirkungen der Energieholznutzung und an alternativen Ernteverfahren.

Hintergrund zu Nährstoffen im Ökosystem Wald

Durch die Nutzung von Holz werden dem Wald Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Calcium, Magnesium und Kalium entzogen - auch bei der Verwendung von Waldhackschnitzeln. Es kann zu einer Abnahme der Bodenfruchtbarkeit kommen, zu Abnahme des Nährstoffvorrats, Versauerung und verringerter Humusbildung. Dies ist dann der Fall, wenn der Entzug nicht ausreichend durch eine Nachlieferung der Nährstoffe aus der Verwitterung des Bodens, aus dem Eintrag über die Luft sowie aus dem Laub- und Nadelfall ausgeglichen werden kann. Die Bodenverwitterung liefert insbesondere Basen wie Calcium, Magnesium und Kalium nach. Der Laub- bzw. Nadelfall ist der Hauptlieferant für Phosphor und bindet in Form von Humus den Kohlenstoff und damit indirekt CO2. Der Stickstoff stammt vorwiegend aus dem Eintrag über die Luft.
Auf das Trockengewicht bezogen besitzen Bäume wesentlich höhere Nährstoffgehalte in den Nadeln oder Blättern und dem Reisig als im Derbholz und der Rinde. Die Ausnahme ist hier Calcium: Die höchsten Calciumgehalte finden sich insbesondere bei Laubbäumen wie Buche oder Eiche in der Rinde. Das Derbholz von Buchen weist gegenüber anderen Baumarten vergleichsweise hohe Kalium-Gehalte auf. Für das Baumwachstum wichtig sind auch sogenannte Spurenelement wie beispielsweise Zink, Eisen, Mangan oder Kupfer.

Empfehlungen zur Reduzierung des Nährstoffentzugs

  • Bei Laubbäumen sind die Nährstoffverluste geringer, da die Holzernte üblicherweise im Winter in unbelaubtem Zustand erfolgt.
  • Auf armen Standorten ist ein großer Teil der Gesamtvorräte der Nährstoffe in der oberirdischen Biomasse enthalten. Deshalb bewirkt eine Entnahme von Nadeln und Reisig dort einen erheblichen Verlust der insgesamt im Waldökosystem vorhandenen Nährstoffe.
  • Der Nährstoffgehalt von Reisig und Ästen ist dreimal so hoch wie der von berindetem Holz.
  • Der Nährstoffgehalt von Nadeln und Blättern ist sieben Mal so hoch wie der von berindetem Holz.
  • Zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit sollte auf Standorten mit geringen Nährstoffvorräten keine Entnahme des Kronen- und Restholzes zur Hackschnitzel-Produktion erfolgen oder das Holz sollte so aufgearbeitet werden, dass zumindest Reisig und Nadeln im Bestand verbleiben.

Preise von Hackschnitzeln

Hackschnitzel sind die finanziell günstigste Aufbereitungsform von Brennholz
Die Preise von Hackschnitzeln werden maßgeblich von der Qualität, der Abnahmemenge und der Transportentfernung bestimmt. Abgerechnet wird meist nach Schüttraummeter oder nach Gewicht. Manche Heizwerke vergüten Hackschnitzel auch nach der tatsächlich produzierten Energiemenge, die über einen Wärmemengenzähler ermittelt wird. Vergleichbar sind die Hackschnitzelpreise nur über den Heizwert, der von der Schüttdichte, der Holzart und dem Wassergehalt abhängt.
Bei Großabnehmern wie Heiz- und Heizkraftwerken sinken tendenziell die Hackschnitzelpreise mit der Zunahme der Leistungsklasse und der damit verbundenen größeren Abnahmemenge. Je nach Lieferungsvertrag und Werk bestehen für die bezahlten Preise größere Unterschiede.

Aktuelle Preiserhebung von Hackschnitzeln bei C.A.R.M.E.N. e.V. Externer Link

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