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Heinz Bußler
Exotik an der Vogelkirsche - LWF-Wissen 65

An der Vogelkirsche (Prunus avium ssp. avium) leben über einhundert holzbesiedelnde Käfer, darunter außergewöhnlich farbenprächtige Arten, deren Heimat man eher in den Tropen vermuten würde. Wegen ihres Anschlusses an wärmeliebende Waldgesellschaften finden sich an der Vogelkirsche vielfach Arten, deren Hauptbrutbaum Eichen sind.

Länglicher Käfer mit metallblauem Flügeldecken und grünem Kopf.

Abbildung: Anthaxia nitidula -
Der Glänzende Blütenprachtkäfer

Besatz mit Schwefelporling führt an älteren Kirschbäumen zu Kernfäule, Höhlungen entstehen, eine Schlüsselstruktur für die hochgradig gefährdete Gilde der Mulmhöhlenbesiedler. Sekundärlebensraum der Arten sind Streuobstbestände mit Herz- und Knorpelkirschen (Prunus avium ssp. juliana und duracina). Da Streuobstbestände auf Grund der fortschreitenden Nutzungsaufgabe immer seltener werden, haben Vogelkirschen im Wald eine zunehmende Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt an Kirschbäumen.

Die Vogelkirsche bietet über einhundert xylobionten Käferarten Lebensraum. Nur wenige Arten sind monophag an die Vogelkirsche gebunden, neben Prunus avium ssp. avium sind auch andere Arten der Gattung Prunus und andere Obstgehölze Wirtspflanzen der Käferarten.

Viele Arten gehören ursprünglich zum Inventar der Eiche. Der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) verursacht an der Kirsche eine intensive Braunfäule des Kernholzes. Kirschbäume werden im Gegensatz zur Eiche bereits mit 80 bis 90 Jahren häufig hohl und bieten Strukturspezialisten wie den hochgradig gefährdeten Mulmhöhlenbesiedlern Lebensraum.
Da Hirschkäfer (Lucanus cervus) für Ei- und Spermienreife und ihre Flugaktivität auf die Aufnahme zuckerhaltige Substanzen angewiesen sind, nutzen sie auch reife Kirschen als Energiequelle.

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