Eine Gruppe von Kindern steht in einem Laubwald.

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LWF-Posterbeiträge in Freiburg ausgezeichnet

Die Forstwissenschaftliche Tagung 2016 fand vom 26. bis 29. September 2016 in Freiburg im Breisgau mit mehr als 500 Teilnehmern statt. Diese Tagung ist ein zweijährlich stattfindender Wissensaustausch, der an einem wechselnden Forstwissenschaftsstandort durchgeführt wird.

Auszeichnung von Posterbeiträgen

Vom Deutschen Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA e.V.) werden jährlich die drei besten Posterbeiträge prämiert. Alle drei Preise gingen heuer nach Bayern:
1. Preis: Dr. Elke Dietz, LWF,
2. Preis: Laura Lautenschläger, TU München und
3. Preis: Fabian Schulmeyer, LWF.

Inhalt der Posterbeiträge

Die beiden Poster „Welchen Beitrag können neue Verfahren zur Nährstoffschonung bei der Holzernte leisten?“ und „Ökonomische Betrachtung der groben Entastung von Kronen zur Reduktion von Nährstoffentzügen“ sind im Projekt „Ressourcenschonung durch grob entastetes Energierundholz“, das von Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten gefördert wird, entstanden.

Im Projekt wird das Verfahren des “groben Entastens“ dahingehend untersucht, was es ökologisch (Nährstoffschonung) und ökonomisch (Produktivität) gegenüber den gängigen Ernteverfahren leisten kann.

Die Untersuchungen wurden an vier nicht optimal mit Nährstoffen versorgten Standorten durchgeführt. Hierbei wurden pro Standort 5 (3) – 7 Bäume durch Baumsteiger abgetragen, die einzelnen Kompartimente des Baumes wie Stamm, Rind, Äste, Feinreisig und Nadeln beprobt und auf ihre Elementgehalte hin untersucht, um später die Nährstoffentzüge für die untersuchten Ernteverfahren beurteilen zu können. An drei der vier Standorte wurde eine reguläre Erntemaßnahme mit Zeitstudien begleitet, um die Produktivität und damit die Kosten sowie die Erträge für die jeweilige Erntevariante zu ermitteln.

Erste Projektergebnisse

Die Poster zeigen erste Ergebnisse aus dem Projekt: Die Technik des „(groben) Entastens“ wirkt sich umso positiver auf die Nährstoffschonung aus, je stärker der Zopfdurchmesser ist. Falls zusätzlich noch der Schlagabraum im Bestand belassen wird, kann je nach Element zwischen 75 - 35 % an Nährstoffentzügen eingespart werden. Der Effekt des groben Entastens macht dabei 39 -18 % (AHG Ø 18 cm) bzw. 25 – 10 % (AHG Ø 14 cm) aus. In der vollmechanisierten Variante konnten die Mehrkosten der Ernte durch die Produktivitätssteigerung beim Rücken und Hacken kompensiert werden. In der motormanuellen Variante dagegen fielen Mehrkosten von 2,77 €/Srm an. Die Hackschnitzelausbeute sank um 63 % (motormanuell) bzw. 41 % (vollmechanisiert). Der Feinanteil und Aschegehalt der Hackschnitzel wurden jedoch deutlich reduziert und damit die Qualität der Hackschnitzel wesentlich verbessert.

Das grobe Entasten der Kronen hat sich als ökologisch und ökonomisch brauchbare Alternative zur Nutzung ganzer Kronen herausgestellt. Wo die Standortgüte Zurückhaltung bei der Kronennutzung erfordert, können mit geringem Aufwand die Nährstoffentzüge gesenkt werden. Die Ausbeute wird dabei reduziert, die Hackschnitzelqualität jedoch erheblich gesteigert.

1. Preis: Dr. Elke Dietz
Welchen Beitrag können neue Verfahren zur Nährstoffschonung bei der Holzernte leisten?

Kiefernkronen vor blauem Himmel.

Abbildung 1: Eisenmangel (Foto: T. Schäff)

Im Projekt "Ressourcenschonung durch grob entastetes Energierundholz" wurde untersucht inwiefern nur gob entatstetes Energierundholz zur Ressourchenschonung und Nährstoffnachhaltigkeit beitragen kann. Auf dem Poster wurde das Untersuchungsergebnis von drei Holzernteverfahren hinsichtlich der Auswirkungen auf die Nährstoffbilanz dargestellt. 

Posterbeitrag Dr. Elke Dietz zum Ausdrucken pdf

3. Preis: Fabian Schulmeyer
Ökonomische Betrachtung der groben Entastung von Kronen zur Reduktion von Nährstoffentzügen

Harvester erntet Nadelholz in winterlichem Bestand.

Abbildung 2: Harvestereinsatz (Foto: W. Weis)

Im gleichen Projekt wurde eine vergleichende ökonomische Darstellung von motor-manuellen und hochmechanisierten Holzernteverfahren vorgenommen, bei denen statt kompletter Aufarbeitung im Sinne einer Nährstoffnachhaltigkeit nur grob entastetes Energierundholz aufgearbeitet und gerückt wurde.  

Posterbeitrag Fabian Schulmeyer zum Ausdrucken pdf

Weitere Informationen zur Tagung
Zu den Schwerpunktthemen wie auch zu freien Themen wurden je 4 - 5 Sessions durchgeführt, welche von verschiedenen Fachleuten aus dem In- und Ausland organisiert und moderiert wurden. Darunter auch Experten/-innen von der LWF und der TU München.

Folgende Schwerpunktthemen wurden dieses Jahr bearbeitet:
  • Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald sowie die Anpassungsstrategien der Forstwirtschaft an den Klimawandel;
  • Biodiversität und Naturschutz;
  • Intensität der Waldnutzung;
  • Rolle der Bioökonomie für die Waldwirtschaft.

Weiterführende Informationen

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