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Bernadett Bartha und Sebastian Gößwein
Treibt die Esche noch aus? - Blickpunkt Waldschutz 6/2014

Aktuell beunruhigt der zögerliche Austrieb der Eschen Waldbesitzer und Forstleute. Angesichts der Schäden, die durch das Eschentriebsterben verursacht werden, eine verständliche Sorge. Im Vergleich zu anderen Laubbäumen treiben die ringporigen Arten immer vergleichsweise langsam aus. Heuer zeigen allerdings viele Eschen einen besonders schlechten und unzureichenden Blattaustrieb. Daraus ergibt sich die Frage: Gibt es zwischen dem Austriebverhalten und dem Eschentriebsterben einen Zusammenhang oder braucht die Esche dieses Jahr einfach nur mehr Zeit?

Krone einer Altesche mit einigen Ästen mit nicht ausgetriebenen Knospen.Zoombild vorhanden

Abb. 1: Esche mit starken Schäden durch das Eschentriebsterben. (Foto: LWF)

Das Eschentriebsterben wurde im Jahr 2008 erstmals in Bayern nachgewiesen und hat seither fast alle Eschenbestände befallen. Der Krankheit wird durch den Pilz Hymenosciphus pseudoalbidus (Falsches Weißes Stengelbecherchen) verursacht. Die Sporen befallen ab Juni die Blätter der Esche. Von dort wächst der Pilz im Verlauf des Jahres über die Blattspindel in das Mark der unverholzten Triebe hinein. Hier wächst das Pilzmycel zunächst in der Längsrichtung, ohne das Kambium zu beeinträchtigen und ist damit für das menschliche Auge unsichtbar.

Das radiale Wachstum von innen heraus, das letztlich zum Absterben des Triebes führt, ist dagegen deutlich langsamer und erstreckt sich i. d. R. vom Herbst bis ins Frühjahr hinein. Die Wachstumsgeschwindigkeit ist stark temperaturabhängig, daraus folgt, umso kälter der Winter desto langsamer wächst der Pilz. In den vergangenen Jahren trieben selbst stark befallene Triebe noch aus und starben erst ab, wenn der Pilz das Kambium triebumfassend abgetötet hatte. Dieses Schadbild erinnert an Spätfrostschäden im Mai.

Der auffällig milde Winter 2013/14 hat das Wachstum des Pilzes so weit begünstigt, dass an vielen befallenen Trieben der triebumfassende Kambiumschaden bereits vor dem Blattaustrieb eingetreten ist. Die Triebe sind bereits tot, ein Austrieb damit ausgeschlossen.

Ausblick

Der milde Winter hat nicht nur das Pilzwachstum innerhalb der Triebe beeinflusst, sondern auch die Fruchtkörperbildung auf den letztjährigen Blattspindeln in der Bodenstreu beschleunigt. Aktuell können bereits Fruchtkörper in den Beständen gefunden werden, ca. drei Wochen früher als in den vergangenen Jahren. Damit beginnt der neue Infektionszyklus deutlich früher als im Vorjahr. Wir rechnen deshalb im Jahr 2014 mit einer starken Verschlechterung des Vitalzustandes der Eschen in allen Altersstufen.