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02.04.2019
Start des Borkenkäfermonitorings, Aufarbeitung von Sturm- und Schneebruchschäden - Blickpunkt Waldschutz 02/2019
von Karin Bork und Ralf Petercord

Start des Borkenkäfermonitorings

Jedes Jahr am 1. April startet das Borkenkäfermonitoring der Bayerischen Forstverwaltung. Heuer wurden an insgesamt 133 Standorten Borkenkäferfallen aufgestellt. Hier werden die Schwärmaktivitäten von Buchdrucker und Kupferstecher beobachtet. Erweitert wird das Borkenkäfermonitoring um eine weitere Art, den Nordischen Fichtenborkenkäfer (Ips duplicatus). Dazu wurde an jedem Monitoringstandort jeweils eine zusätzliche Falle aufgestellt, die mit einem artspezifischen Pheromon bestückt ist.

Die erweiterte Überwachung soll schnelle Ergebnisse zur Verbreitung und zu Populationsdichte des Nordischen Fichtenborkenkäfers liefern. Komplettiert wird das Borkenkäfermonitoring durch Bruthölzer, die in 10 Revieren ausliegen. Sie dienen zur Beobachtung der Brutentwicklung.

Auf der Internetseite www.borkenkaefer.org können ab sofort tagesaktuell wieder die regionale Gefährdungseinschätzung zum Buchdrucker- und Kupferstecherbefall sowie die Daten der einzelnen Monitoringstandorte abgerufen werden.

Sturm- und Schneebruchschäden

Abgebrochene Fichtenzweige liegen in einem Fichtenaltbestand.Zoombild vorhanden

Abb.: Verstreut im Bestand liegende Kronen (Foto: C. Triebenbacher, LWF)

Sturm- und Schneebruchschäden aus dem Januar 2019 und den Stürmen „Bennet“ und „Eberhard“ (4. bzw. 10.März 2019), die noch nicht aufgearbeitet werden konnten, müssen schnellst möglich aufgearbeitet werden. Das Material ist fängisch und bietet Kupferstecher und Buchdrucker Brut- und Aggregationsraum. Im Umkreis dieser Schäden ist bereits in der ersten Schwärmphase mit Stehendbefall zu rechnen. Einzel- und Nesterwürfe sind besonders kritisch, da hier die Brutraumkapazität schnell überschritten und damit eine Fangschlagfunktion ausgeschlossen ist.

Angesichts der hohen Populationsdichten aus dem Vorjahr rechnen wir mit einem starken und v.a. zeitlich komprimierten Ausflug der überwinternden Käfer. Erste Käfer können in wärmebegünstigten Lagen und Situationen bereits fliegen. Der Hauptschwärmflug wird entsprechend der aktuellen Temperaturprognosen des Deutschen Wetterdienstes Ende der 15. Kalenderwoche einsetzen.

Fallen und Fangsysteme

Pheromonbeköderte Schlitzfallen sind ausschließlich zum Monitoring des Schwärmverlaufs geeignet. Eine effektive Absenkung der Populationsdichte ist mit ihnen nicht möglich. Lockstoff-Fangsysteme, die auf einer „Attract & Kill-Strategie“ beruhen, können im Zusammenhang mit einer integrierten Bekämpfungsstrategie dazu beitragen, hohe Käferdichten durch Massenfang örtlich und zeitlich begrenzt soweit abzusenken, dass dadurch Schäden an stehenden Beständen weitgehend vermieden bzw. reduziert werden. Dies gilt für kleinere und zerstreut liegende Befallsflächen (Objektschutz)!

Bei Massenvermehrungen ist diese Methode jedoch nicht zielführend, da durch die Vielzahl der benötigten Fangsysteme und Pheromonquellen ein Vermischungseffekt eintritt, der den notwendigen, zielgerichteten Anflug an das einzelne System erschwert. Zudem ist zu beachten, dass Flächen, auf denen Fangsysteme installiert werden sollen, gründlichst geräumt sein müssen, Sicherheitsabstände zu benachbarten Beständen einzuhalten und im Umfeld trotzdem wöchentlich Kontrollen auf Stehendbefall durchzuführen sind.

Fangsysteme ersetzen damit keines Falls die Notwendigkeit der terrestrischen Befallssuche und können das Befallsrisiko bei fehlerhafter Anwendung sogar erhöhen.

Handlungsempfehlungen

  • Schneebruch- und Sturmschäden konsequent aufarbeiten. Abgebrochene Gipfel müssen aus den Beständen entfernt werden, sie sind zu Beginn der Schwärmzeit noch nicht ausreichend abgetrocknet und stellen ideales Brutmaterial dar. Stämme, die noch mehr als 1/3 grünen Krone haben, können im Bestand verbleiben, da mit einer erfolgreichen Revitalisierung gerechnet werden kann. Im Laufe der Vegetationszeit sollten solche Stämme aber regelmäßig auf Stehendbefall untersucht werden.
  • Falls im Winter Frischholz gemacht wurde, können die Polter als Fangpolter genutzt werden. Abfuhr des Waldlagers erst nach Befall. Polter, die bereits mit Insektiziden, z.B. gegen den Befall durch den Gestreiften Nadelnutzholzborkenkäfer (Lineatus), geschützt wurden, dienen automatisch auch der Bekämpfung der rindenbrütenden Arten und sollten verzögert abgefahren werden.
  • Die Suche nach frischem Stehendbefall macht erst nach Einsetzen des Hauptschwärmfluges Sinn.

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