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Olaf Schmidt
Der Große Fuchs und die Salweiden – LWF aktuell 118

Schon zeitig im Frühjahr mit der Blüte der Weiden kann man ihm begegnen, wenn er die Weidenkätzchen anfliegt. Und später können wir seine Raupen beobachten, wenn sie am Waldrand in den Salweiden die Blätter fressen. Aber derartige Beobachtungen werden immer seltener. Der früher allgegenwärtige Große Fuchs macht sich rar – und steht mittlerweile auf der Vorwarnliste der bedrohten Tierarten.

Der Große Fuchs (Nymphalis polychloros) ist ein hübscher, überwiegend fuchsrot (Name!) gefärbter Tagfalter aus der Gruppe der Edelfalter.

Der Große Fuchs – liebt die Wärme …

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Abb. 1: Großer Fuchs (Foto: J. Hlasek)

Der Große Fuchs ist von Nordwestafrika über Süd-, Mittel- und Osteuropa bis nach Südwestasien verbreitet. In Bayern liegt der Schwerpunkt seines Vorkommens deutlich im wärmeren und laubholzreichen Nordwesten Bayerns (Bräu et.al. 2013). Er ist etwas größer als der ebenfalls bekannte Kleine Fuchs (Aglais urticae), der sicher flächenhaft weiter verbreitet ist. Trotz der farblichen Ähnlichkeit – Hauptunterscheidung ist der große Schwarzanteil in den Hinterflügeln beim Kleinen Fuchs im Gegensatz zu den fast reinen fuchsroten Hinterflügeln beim Großen Fuchs – ist dieser näher mit dem Trauermantel (Nymphalis antiopa) verwandt. Beim Kleinen Fuchs sitzt in der Flügelspitze ein weißer Fleck, der beim Großen Fuchs fehlt. Der Große Fuchs tritt jedoch deutlich seltener auf als der Kleine Fuchs.
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Abb. 2: Trauermantel (Foto: J. Hlasek)

… und die Weiden
Im Frühsommer schlüpfen die erwachsenen Schmetterlinge aus ihren Puppen, überwintern und pflanzen sich aber erst im nächsten Frühling fort. Bereits an den ersten warmen Märztagen kann man die Falter beobachten. Die Eiablage erfolgt im April/Mai in einem kleinen Raupenspiegel um Zweige, meist der Salweide. Die Jungräupchen leben anfangs gesellig und befressen gemeinsam die Blätter ihrer Wirtsbäume, einzeln stehende Bäume am Waldrand oder im Wiesengelände. Die wichtigste Raupenfutterpflanze ist die Salweide. Blühende Salweiden werden von den erwachsenen Schmetterlingen des Großen Fuchses im Frühjahr gerne zum Nektarsaugen besucht.

Sein Revier: der artenreiche Waldrand

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Abb. 3: Kleiner Fuchs (Foto: J. Hlasek)

Der Falter meidet dichte Waldbestände und hält sich sehr gerne am offenen Waldrand oder in lichten Vorwaldstadien auf. Wegen der Bedeutung der Salweide als Raupenfutter und Nektarpflanze für die Falter kommt der Forstwirtschaft bzw. den Forstleuten und Waldbesitzern eine große Verantwortung zu. Der Rückgang dieser schönen Schmetterlingsart zeigt, welchen Stellenwert die Weichlaubhölzer im Allgemeinen und die Salweide im Besonderen für die Artenvielfalt besitzt.

Achtung Verwechslungsgefahr!

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Abb. 4: Östlicher Großer Fuchs (Foto: J. Hlasek)

Der Östliche Große Fuchs (Nymphalis xanthomelas) ist unserem Großen Fuchs sehr ähnlich, so dass beide Arten häufig miteinander verwechselt werden können. Das wichtigste Merkmal ist nur bei sitzenden Faltern gut zu sehen, nämlich die Färbung der Beine. Während unser Großer Fuchs schwarze Beine besitzt, hat der Östliche Große Fuchs gelbe Beine. Die Art kommt von Osteuropa durch die gemäßigte Zone bis nach Ostasien vor. Beim Östlichen Großen Fuchs sind die blauen Flecke auf den Oberseiten der Hinterflügel von einem breiten dunkelbraunen Band zum orangen Bereich getrennt.

Literatur

  • Bellmann, H. (2003): Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Franckh-Kosmos-Verlags-GmbH, 445 S.
  • Bräu, M.; Bolz, R.; Kolbeck, H.; Nunner, A.; Voith, J.; Wolf, W. (2013): Tagfalter in Bayern. Ulmer Verlag, 781 S.

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