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Julia Zeitler und Manuela Wolf
Beginn des Borkenkäfermonitorings - Hinweise zum Goldafter - Blickpunkt Waldschutz 02/2013

Das Borkenkäfer-Monitoring 2013 startete am 15. April, eine Woche nach den Osterferien. Die seit einigen Tagen ansteigenden Temperaturen führten bereits zum Ausflug der ersten Käfer.

Buchdrucker und Kupferstecher befinden sich mittlerweile seit drei Jahren in einer Latenzphase. Daher wurde die zu Beginn des Monitorings im Jahr 2004 zunächst höher angesetzte Fallendichte in den ehemaligen „Brennpunktbereichen“ in Ober-, Mittel- und Unterfranken bis auf weiteres reduziert. Bei Bedarf kann die Fallenzahl zukünftig in betroffenen Bereichen wieder erhöht werden.
Zusätzlich zu den rund 300 Lockstofffallen, die im Rahmen des Monitorings betreut werden, legen die Revierleiter an elf Revieren Bruthölzer aus, um den Entwicklungszustand der Käfer abzubilden.

Auffällig im Winter und reizend im Frühjahr – Hinweise zum Goldafter

Aus dem Raum Fürstenfeldbruck wurden der LWF im März Eichenzweige mit Gespinstnestern zugeschickt. Gemeindearbeiter hatten nach einer Schnittaktion über Juckreiz und allergische Reaktionen der Haut geklagt. Die Eichenzweige wiesen die Winternester des Goldafters (Euproctis chrysorrhoea) auf (Abbildung 1).

Vorkommen

Die Lebensräume des Goldafters sind Laubbäume und Sträucher in der offenen Landschaft. Er tritt an Straßenbegleitgrün und Alleebäumen, aber auch in Gärten und Streuobstwiesen auf. Dieser wärmeliebende Schmetterling beschränkt sich nicht auf den Befall von nur einer Baumart, sondern ist vor allem an Eichen, Obstbäumen und Weißdorn zu finden. Auch bei Iphofen in Unterfranken sind regelmäßig Sträucher und Obstbäume an Verkehrswegen zu sehen, die von Raupen des Goldafters befallen sind.

Biologie

Die Raupen leben im Sommer zunächst gesellig und überwintern in ihren Nestern in den Kronen befallener Bäume. Dort sind die Gespinste dann leicht zu erkennen (Abbildung 2). Nach der Überwinterung verlassen die Raupen diese, je nach Witterung, bereits ab Ende März und fressen an Knospen und später an Blättern. Nicht selten führt dies zum Kahlfraß von Bäumen und Sträuchern.

Die Raupen des Goldafters (Abbildung 3) haben Brennhaare wie der Eichenprozessionsspinner und verursachen ähnliche Symptome. Die Überwinterungsnester dieser Art sind daher mit Vorsicht zu behandeln.

Maßnahmen

Bis zum Laubaustrieb können die Überwinterungsnester mechanisch entfernt (Schutzkleidung!) und verbrannt werden. Ist der Baum dicht besetzt, kann eine Fällung notwendig sein, sofern eine Gefahr für den Menschen besteht.

Verwechslungsmöglichkeit

Auch ungefährliche Arten, wie z. B. der Wollafter (Eriogaster lanestris) bilden sackförmige Gespinstnester an sonnenexponierten Laubbäumen (v. a. Linden und Birken) und Sträuchern und können daher mit dem Goldafter verwechselt werden. Im Zweifel gilt es wegen der Brennhaare Abstand zu halten und sich Rat vom Fachmann zu holen.