Fichtenaltholz mit Buchenvoranbau

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Forschungs- und Innovationsprojekt
Untersuchungen zu Vorkommen, Genetik und Anbaueignung der Edelkastanie (Castanea sativa) in Süddeutschland unter Berücksichtigung von waldbaulichen und waldschutzrelevanten Aspekten (Projekt C 29)

Esskastanie Nüsse

In diesem Projekt werden in einem ersten Schritt die Vorkommen der Edelkastanie in Bayern großflächig erfasst. Die aus der Vorkommensanalyse gewonnenen Informationen bilden die Grundlage für die Auswahl von geeigneten Erntebeständen und ermöglichen eine genetische Einordung der hierzulande vorkommenden Edelkastanien.

Zur Feststellung der Anbaueignung werden Inventurdaten aus BWI und den Landesinventuren mit Standortdaten verschnitten. Ergänzt durch die fortlaufende Auswertung der europäischen Literatur soll hier ein möglichst umfassendes Gesamtbild erarbeitet werden.

English version

Studies on the occurrence, genetics and suitability of the sweet chestnut (Castanea sativa) in southern Germany, taking into account silvicultural and forest conservation relevant aspects (project C 29)
In this project, the occurrence of sweet chestnut in Bavaria will be recorded on a large scale in a first step. The information obtained from the occurrence analysis form the basis for the selection of suitable seed crop stands and allow a genetic classification of the sweet chestnuts occurring in this country.
To determine cultivation suitability, inventory data from our National Forest Inventory and the state inventories are blended with site data. Supplemented by the continuous evaluation of the European literature, the aim is to develop a comprehensive picture in as complete a manner as possible.


In many places, the summer of 2015 led to a considerable level of damage, especially to regeneration areas and has once again highlighted the importance of dry and heat-tolerant tree species in forestry. Especially on the rather acidic, nutrient-poor locations, the choice is relatively small. On those sites, the sweet chestnut can play a valuable role.

For this reason, it is gratifying that a project applied for funding by the Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), in which the LWF intensively deals with the sweet chestnut, was approved in October 2015.
In this project, the occurrence of sweet chestnut in Bavaria will be recorded on a large scale in a first step. This is done on the one hand by a comprehensive survey of the local foresters from Bavarian Forest Administration. On the other hand, in areas with ample sweet chestnut occurrence, this is done by flying at flowering time and a computer-aided marking of the well-recognizable flowering sweet chestnut from the aerial photographs. Unfortunately, due to the weather conditions during the flowering season, the flight could not take place.
The information obtained from the occurrence analysis form the basis for the selection of suitable seed crop stands and allow a genetic classification of the sweet chestnuts occurring in Bavaria. For the first time, extensive genetic studies of the sweet chestnut beyond Bavaria will be carried out in the European area of occurrence. More than 1,500 samples are being processed.
To determine cultivation suitability, inventory data from BWI and from inventories of Bavarian State Forests are blended with site-data. Here, the data acquisition is already well advanced and first smaller analyses are already running. At the same time, occurrence data is currently being collected at a European level. Due to the given date, the focus will be on the climate occurrence modeling of the sweet chestnut.

Supplemented by the continuous evaluation of the European literature, the aim is to develop as comprehensive a picture as possible. The literature analysis also provides information on the different silvicultural management. This gets expanded by two master theses on the topic of Forest stand history and management, as well as the growth dynamics of sweet chestnut in mixed stands and their regeneration. The basis for this are particularly suitable forest stands of the occurrence analysis. Furthermore, the distribution of seeds by jays will be highlighted in a Bachelor-thesis.

The localised sweet chestnut occurrences are examined for an infestation of forest health relevant organisms and the handling of these. The first proof of bark cancer disease and sweet chestnut gall wasp were recorded for Bavaria. Furthermore, it will be determined which potential uses and which marketing possibilities exist for the wood of sweet chestnuts. This is currently done as part of a master's thesis at the Wood Research Munich. The gained knowledge is prepared and made available in a practical way for forest owners and foresters.

Kurzbeschreibung

Edelkastanienfrucht auf dem Boden eines Laubwaldes.Zoombild vorhanden

Frucht der Edelkastanie (Foto: C. Hübner)

Der Sommer 2015 hat vielerorts zu zahlreichen Schäden insbesondere an Verjüngungsflächen geführt und abermals aufgezeigt, welche Bedeutung trocken- und wärmetolerante Baumarten in der Forstwirtschaft haben. Insbesondere auf den eher sauren, nährstoffarmen Standorten ist hierbei die Auswahl relativ gering. Hier kann die Edelkastanie eine wertvolle Rolle spielen.

Aus diesem Grund ist es erfreulich, dass ein zur Förderung durch die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) beantragte Projekt, in welchem sich die LWF intensiv mit der Edelkastanie auseinandersetzt im Oktober 2015 bewilligt wurde.

In diesem Projekt werden in einem ersten Schritt die Vorkommen der Edelkastanie in Bayern großflächig erfasst. Dies erfolgt zum einen über eine umfassende Befragung der Revierförster, zum anderen in Gebieten mit erhöhtem Edelkastanien-Vorkommen mittels Befliegung zur Blütezeit und einer computergestützten Markierung der in der Blüte gut erkennbaren Edelkastanie aus den Luftbildern. Die Befliegung konnte leider aufgrund der Witterung zur Blütezeit im Jahr 2016 nicht erfolgen und soll 2017 erneut versucht werden. Mit der Befragung konnten jedoch bislang über 200 Vorkommen in Bayern dokumentiert werden.

Die aus der Vorkommensanalyse gewonnenen Informationen bilden die Grundlage für die Auswahl von geeigneten Erntebeständen und ermöglichen eine genetische Einordung der hierzulande vorkommenden Edelkastanien. Hierfür werden erstmalig umfangreiche genetische Untersuchungen der Edelkastanie über Bayern hinaus im europäischen Vorkommengebiet durchgeführt. Bislang sind etwa 1500 Proben in der Bearbeitung.

Zur Feststellung der Anbaueignung werden Inventurdaten aus BWI und den Landesinventuren mit Standortdaten verschnitten. Hier ist die Datenaquise bereits gut vorangeschritten und erste kleinere Auswertungen laufen bereits. Parallel dazu werden gegenwärtig Vorkommensdaten auf europäischer Ebene gesammelt, wo der Fokus aufgrund der gegebenen Datenlage auf der klimatischen Vorkommensmodellierung der Edelkastanie liegen wird.

Ergänzt durch die fortlaufende Auswertung der europäischen Literatur soll hier ein möglichst umfassendes Gesamtbild erarbeitet werden. Die Literaturauswertung liefert auch Hinweise auf die unterschiedliche waldbauliche Behandlung. Ergänzt werden diese durch Erkenntnisse auch zwei gestarteten Masterarbeiten zum Thema Bestandesgeschichte und –behandlung sowie der Dynamik der Edelkastanie in Mischbeständen und deren Verjüngung. Basis dafür sind besonders geeigneten Beständen der Vorkommensanalyse. Weiter soll die die Verbreitung durch Hähersaat in einer BSc-Arbeit näher beleuchtet werden.

Die lokalisierten Edelkastanien-Vorkommen werden auf einen Befall waldschutzrelevanter Organismen und der Umgang mit diesen untersucht. Dabei konnten für Bayern die Erstnachweise für Rindenkrebs und Edelkastanien-Gallwespe geführt werden. Des Weiteren wird eruiert, welche Nutzungspotenziale und welche Vermarktungsmöglichkeiten für das Holz von Edelkastanien bestehen. Dies geschieht momentan im Rahmen einer Masterarbeit an der Holzforschung München. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in praxisgerechter Form für Waldbesitzer und Forstleute aufbereitet und zur Verfügung gestellt.

Veröffentlichungen

Projektinformation
Projektleitung: Christoph Hübner
Projektbearbeitung: Marvin Lüpke und Dr. Richard Heitz
Laufzeit: 01.10.2015 - 31.07.2018
Durchführende Institution: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF)
Finanzierung: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe
Förderkennzeichen: 22028614