Fichtenaltholz mit Buchenvoranbau

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Die Edelkastanie (Castanea sativa) in Süddeutschland (Projekt C 29)

Status: Laufend
Laufzeit: 01.10.2015 - 31.07.2018
Projektleitung: Christoph Hübner
Projektbearbeitung: Marvin Lüpke
Dr. Richard Heitz
Durchführende Institution: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
Finanzierung: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

Kurzbeschreibung

Edelkastanienfrucht auf dem Boden eines Laubwaldes.Zoombild vorhanden

Frucht der Edelkastanie (Foto: C. Hübner)

Der Sommer 2015 hat vielerorts zu zahlreichen Schäden insbesondere an Verjüngungsflächen geführt und abermals aufgezeigt, welche Bedeutung trocken- und wärmetolerante Baumarten in der Forstwirtschaft haben. Insbesondere auf den eher sauren, nährstoffarmen Standorten ist hierbei die Auswahl relativ gering. Hier kann die Edelkastanie eine wertvolle Rolle spielen.

Aus diesem Grund ist es erfreulich, dass ein zur Förderung durch die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) beantragte Projekt, in welchem sich die LWF intensiv mit der Edelkastanie auseinandersetzt im Oktober 2015 bewilligt wurde.

In diesem Projekt werden in einem ersten Schritt die Vorkommen der Edelkastanie in Bayern großflächig erfasst. Dies erfolgt zum einen über eine umfassende Befragung der Revierförster, zum anderen in Gebieten mit erhöhtem Edelkastanien-Vorkommen mittels Befliegung zur Blütezeit und einer computergestützten Markierung der in der Blüte gut erkennbaren Edelkastanie aus den Luftbildern. Die Befliegung konnte leider aufgrund der Witterung zur Blütezeit im Jahr 2016 nicht erfolgen und soll 2017 erneut versucht werden. Mit der Befragung konnten jedoch bislang über 200 Vorkommen in Bayern dokumentiert werden.

Die aus der Vorkommensanalyse gewonnenen Informationen bilden die Grundlage für die Auswahl von geeigneten Erntebeständen und ermöglichen eine genetische Einordung der hierzulande vorkommenden Edelkastanien. Hierfür werden erstmalig umfangreiche genetische Untersuchungen der Edelkastanie über Bayern hinaus im europäischen Vorkommengebiet durchgeführt. Bislang sind etwa 1500 Proben in der Bearbeitung.

Zur Feststellung der Anbaueignung werden Inventurdaten aus BWI und den Landesinventuren mit Standortdaten verschnitten. Hier ist die Datenaquise bereits gut vorangeschritten und erste kleinere Auswertungen laufen bereits. Parallel dazu werden gegenwärtig Vorkommensdaten auf europäischer Ebene gesammelt, wo der Fokus aufgrund der gegebenen Datenlage auf der klimatischen Vorkommensmodellierung der Edelkastanie liegen wird.

Ergänzt durch die fortlaufende Auswertung der europäischen Literatur soll hier ein möglichst umfassendes Gesamtbild erarbeitet werden. Die Literaturauswertung liefert auch Hinweise auf die unterschiedliche waldbauliche Behandlung. Ergänzt werden diese durch Erkenntnisse auch zwei gestarteten Masterarbeiten zum Thema Bestandesgeschichte und –behandlung sowie der Dynamik der Edelkastanie in Mischbeständen und deren Verjüngung. Basis dafür sind besonders geeigneten Beständen der Vorkommensanalyse. Weiter soll die die Verbreitung durch Hähersaat in einer BSc-Arbeit näher beleuchtet werden.

Die lokalisierten Edelkastanien-Vorkommen werden auf einen Befall waldschutzrelevanter Organismen und der Umgang mit diesen untersucht. Dabei konnten für Bayern die Erstnachweise für Rindenkrebs und Edelkastanien-Gallwespe geführt werden. Des Weiteren wird eruiert, welche Nutzungspotenziale und welche Vermarktungsmöglichkeiten für das Holz von Edelkastanien bestehen. Dies geschieht momentan im Rahmen einer Masterarbeit an der Holzforschung München. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in praxisgerechter Form für Waldbesitzer und Forstleute aufbereitet und zur Verfügung gestellt.