Fichtenaltholz mit Buchenvoranbau

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Die Walnuss (Juglans regia L.)

In ökologischer, ökonomischer und kultureller Hinsicht ist die Walnuss ein Bindeglied unserer naturgebundenen Landnutzungsformen Land- und Forstwirtschaft, Wein- und Gartenbau.

Kurzporträt

Gestalt
Im Bestand bis 35m, im Freistand bis 20 (25)m hoch; BHD bis 1m, Krone breit, abgerundet
Triebe
Kräftig, anfangs spärlich rostfarben behaart, bald kahl, glänzend olivbraun, mit hellen Lentizellen; Blattnarben sehr groß; Mark quer gekammert (Trieb längs anschneiden!)
Knospen
Grau- bis schwarzbraun, nur mit wenigen Knospenschuppen, Endknospe größer als Seitenknospen, diese entweder kugelige Laubknospen (oft mit Beiknospen) oder zapfenförmige Blütenknospen
Blätter
Spiralig angeordnet, unpaarig gefiedert mit fünf bis neun ovalen, ganzrandigen Blättchen, Endblättchen gestielt und größer als seitliche; zerrieben stark aromatisch riechend; im Austrieb oft rötlich
Rinde
Anfangs glatt, hell- bis silbergrau; Borke tief rissig, dunkelgrau
Blüten
Ende April, Mai (Anfang Juni), zusammen mit dem Laubaustrieb; einhäusig verteilt, windbestäubt; männliche Blüten in langen, hängenden, walzenförmigen Kätzchen aus Blütenknospen der vorjährigen Triebe; weibliche eher unscheinbar zu 1 bis 5 in ährigen Blütenständen an diesjährigen Trieben, mit zwei großen, weißlichen oder rötlichen Narben
Früchte
Samenreife September und Oktober; die einsamige Nuss von einer glatten, dicken, grünen, zur Reifezeit aufplatzenden Schale umgeben; Nuss kugelig bis oval, mit stark verholzter, hellbrauner, seicht gefurchter, aus zwei Hälften (selten aus drei Teilen) verwachsener Schale; Samen besteht zum größten Teil aus den beiden gefalteten Keimblättern
Bewurzelung
Sämlinge mit sehr kräftiger und tief reichender, rübenartiger Pfahlwurzel; später Herzwurzelsystem
Höchstalter
Etwa 150 Jahre

Systematik

Klasse Rosopsida = Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
Unterklasse Rosidae = Rosenähnliche
Ordnung Fagales = Buchenartige
Familie Juglandaceae = Walnussgewächse
Gattung Juglans = Walnuss
Art Juglans regia L. = Echte Walnuss

Verbreitung

Manche Baumarten sind sehr eng mit unserer Zivilisationsgeschichte verbunden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Walnuss, als Charakterbaumart für eine ländlich geprägte, alte Kulturlandschaft.
Die ursprüngliche Heimat dieser Baumart ist Südosteuropa und Vorder- und Mittelasien. Sie wurde aber schon in der Jungsteinzeit wegen ihrer schmackhaften und gesunden Nüsse kultiviert und hat mit der Entwicklung von Landwirtschaft und Siedlungstätigkeit ihren Weg nach Mitteleuropa genommen. Walnussholz zählt zu den wertvollsten einheimischen Hölzern. Es schwindet wenig, verzieht sich kaum und ist besonders schön gemasert. Für hochwertige Produkte wie Möbel, gehobenen Innenausbau, Drechslerei und Instrumentenbau wird es seit jeher sehr geschätzt.
Heute werden Walnussbäume wegen der Früchte in klimatisch geeigneten Gebieten der gesamten temperaten Zone der Nordhemisphäre und mittlerweile auch in vielen Ländern der Südhemisphäre angebaut. Die weltweit steigende Nachfrage nach Nüssen wird vor allem aus wachsenden Plantagen in China, Kalifornien, der Türkei und dem Iran gedeckt.

Nussbäume zur Wertholzproduktion

Nussbaumhölzer erfreuen sich einer stetigen Nachfrage bei hohen Erlösen. Für den forstlichen Anbau sind Walnuss, Schwarznuss und Hybriden besonders interessant, da sie bei guten Wuchsleistungen qualitativ hochwertiges Holz erwarten lassen. Die Anbaumöglichkeiten im Wald sind beschränkt, lassen sich aber deutlich ausweiten.

Verwendung des Holzes

Die Walnuss liefert ein besonders schönfarbiges und dekoratives Holz einschließlich mehrerer Wuchsbesonderheiten wie die begehrten Maserknollen. Das Holz ist Walnuss mittelschwer, mäßig schwindend und von guten elastomechanischen Eigenschaften. Es steht nur in geringen Mengen zur Verfügung. Die Verwendung ist deshalb auf den luxuriösen Möbel- und Innenausbau beschränkt. Gesucht ist das Holz für Schnitz- und Drechslerarbeiten sowie für die Herstellung von Gewehrschäften.

Holzeigenschaften der Walnuss Externer Link

Waldschutz

Insekten an der Walnuss

Vor allem die Inhaltsstoffe schränken die Insektenfauna an der Walnuss stark ein. Aus Deutschland sind bisher keine phytophagen Käfer oder Schmetterlingsraupen an den Blättern der Walnuss bekannt. Im Holz werden zwar das Blausieb und der Weidenbohrer vereinzelt beobachtet, Borkenkäfer oder Frischholzbesiedler kommen an Walnüssen jedoch nicht vor.

Pilze an der Walnuss

Auf den Blättern verursachen einige pilzliche Erreger Blattflecken, die die Bäume nur wenig beeinflussen. Ein Befall der Früchte kann allerdings den Ausfall der Ernte nach sich ziehen. Auch wenn viele alte Walnussbäume im Kernholz teilweise massive Fäulen zeigen, ist die Zahl der bisher beobachteten Holzpilze an der Walnuss noch sehr gering. Schädlinge vom Keimling bis zur Wurzel Erreger der Umfallkrankheit können bereits die Sämlinge befallen. Dazu zählen Arten aus der Gattung Phytophthora wie auch Arten der höheren Pilze aus den Gattungen Rhizoctonia und Rosellinia (Brandenburger 1985).

Weitere Nussarten

Die Schwarznuss (Juglans nigra L.)

Die im Osten der USA beheimatete Schwarznuss kam bereits vor über 300 Jahren (1686) nach Deutschland. Anfangs überwiegend als Parkbaum gepflanzt, wird sie nun zunehmend auch als Waldbaum interessant. Bekanntlich zählt das Walnussholz zu unseren schönsten und wertvollsten Nutzhölzern. Das Holz der Schwarznuss ist stets gleich wertvoll einzustufen. Auch wenn sie heute erst eine sehr bescheidene Rolle im Waldbau einnimmt, könnte der Schwarznuss in Zukunft eine größere Bedeutung zukommen.

Weiterführende Informationen zur Walnuss