Fichtenaltholz mit Buchenvoranbau

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Englisch: alder
Die Schwarzerle (Alnus glutinosa L.)

Keine einheimische Baumart ist besser in der Lage, auf nassen Standorten zu wachsen als die Schwarzerle (Alnus glutinosa).

Kurzporträt

Systematik
Klasse Rosopsida = Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
Unterklasse Rosidae = Rosenähnliche
Ordnung Fagales = Buchenartige
Familie Betulaceae = Birkengewächse
Gattung Alnus = Erlen
Art Alnus glutinosa L. Gaertn. = Schwarzerle
Wuchsform
großer, bis 30 (40)m hoher Baum mit pyramidaler Krone und bis zum Wipfel durchgehendem Stamm
Rinde
frühe Bildung einer dunklen Schuppenborke
Winterzweige
Knospen gestielt, verkehrt eiförmig, wie die Triebe mehr oder weniger kahl
Blätter
breit-oval, vorne abgerundet oder ausgerandet (nie spitz!), fünf bis acht Paar Seitennerven, kahl bis auf unterseitige Achselbärte
Blüten
Kätzchenblüher
Früchte
mit schmalen, luftgefüllten Schwimmpolstern; Zäpfchen deutlich gestielt
Standorte
Tieflagen, bis in mittlere Berglagen, v. a. Silikatgebiete, Auen- und Bruchwälder, entlang von Bächen
Bewurzelung
sehr tiefgehendes Herzwurzelsystem, das auch dichte, wasserstauende Bodenschichten gut zu durchdringen vermag
Ökologie
keine Baumart toleriert mehr stagnierende Nässe
Alter
Bis 120 Jahre

Natürliches Verbreitungsgebiet und Ansprüche

Die Schwarzerle wurde für das Jahr 2003 zum Baum des Jahres gewählt. In der natürlichen Verbreitung prägt sie das Bild der nassen Grundwasserböden entlang von Flüssen und an Ufern von Bächen und Seen. Auf torfigem Substrat bilden sich Reinbestände in Bruchwäldern. Die Schwartzerle besiedelt somit Lebensräume, die durch Veränderungen besonders stark bedroht sind und deshalb zum großen Teil durch das Bayerische Naturschutzgesetz und als Lebensräume der FFH-Richtlinie geschützt sind.
Durch ihre mittleren Ansprüche an die Nährstoffversorgung und ihre hohen Ansprüche an Bodenfeuchte und Sommerwärme ist sie vor allem in Niederungen und Seenlandschaften beheimatet, die ursprünglich eine reiche Pflanzenfresser-Fauna beherbergte. Einige Merkmalssyndrome der Erle (rasche Keimung auf Rohboden, Verbissresistenz und vegetative Regenerationsfähigkeit) sind womöglich Anpassungen zur Regulierung zoogener Stress-Faktoren.

Verwendung des Holzes

Das weiche Holz mit gleichmäßig feiner, geradfaseriger Struktur ist nur wenig fest und tragfähig. Es wird als Rundholz, Schnittholz und in Form von Furnieren verwendet.

Weiterführende Informationen zur Schwarzerle