Fichtenaltholz mit Buchenvoranbau

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auch: Winter-Eiche; Englisch: Sessile Oak
Die Traubeneiche (Quercus Petraea) - Baum des Jahres 2014

Sie zählt zu den wertvollsten Holzarten in unseren Wälder. Besonders berühmt sind die Spessarteichen.
Wenn diese Bäume ab einem Alter von etwa 240 Jahren als Furnierstämme geerntet werden, haben sie Höhen von bis zu 40 Metern erreicht. Freistehende Eichen sind oft knorrige Baumgestalten mit einem dicken, kurzen Stamm und einer breit ausladenden Krone. Solche Bäume erreichen oft ein hohes Alter von mehreren hundert Jahren.

Kurzporträt Traubeneiche

Systematik
Klasse Rosopsida = Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
Unterklasse Rosidae = Rosenähnliche
Ordnung Fagales = Buchenartige
Familie Fagaceae = Buchengewächse Fagaceae = Buchengewächse
Gattung Quercus = Eichen
Art Quercus petrea = Trauben-Eiche
Höchstalter
Etwa 500 Jahre (in Einzelfällen bis maximal 1.000 Jahre)
Gestalt
Ein sommergrüner Baum der zwischen 20, bis maximal 40 Meter Höhe erreicht. Die Krone ist im Alter weit ausladend und rundlich ausgeprägt.
Knospen
spitz, gehäuft, vielschuppig
Blätter
Das eiförmige Blatt ist glattrandig und gebuchtet. Auf der Oberseite dunkelgrün und unterseits heller. Die zwischen 8 bis 12 cm langen und ca. 5 cm breiten Blätter sind mit den kleinen Haarbüscheln an den Blattnervwinkeln von der Stieleiche zu unterscheiden.
Rinde
In der Jugend glatt grau - grüne Färbung und im Alter grau- bis dunkelbraun.
Blüten
Die einhäusige Traubeneiche hat ihre Blütezeit im April bis Mai. Die männliche Blüte wird in Kätzchen ausgebildet welche bis zu 6 cm lang werden und die ca. 1,5 cm große weibliche Blüte sitzt zwischen den Blattachseln.
Früchte
Die etwa 3 bis 4 cm langen und 1,5 bis 2 cm breiten, ungestielten Eicheln sitzen Näpfchen. Der Name Traubeneiche kommt von der gehäuften Anordnung der Eicheln. Der Fruchtstand wird zwischen September bis Oktober ausgebildet. Die Ausbildung der Samen erfolgt jährlich. Die Verbreitung findet meist über Tiere statt, wie beispielsweise den Eichelhäher.
Triebe
Die Traubeneiche bildet wie die Stieleiche Johannistriebe.
Bewurzelung
Pfahlwurzel

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsareal der Trauben-Eiche erstreckt sich über fast ganz Europa, es reicht von Italien und Nordgriechenland im Süden bis zu den Britischen Inseln und Südskandinavien im Norden. Sie kommt von Nordspanien im Westen bis Südwestrussland und dem Schwarzen Meer im Osten vor. In Deutschland sind die Hauptverbreitungsgebiete im Spessart, Odenwald und Taunus.

Mit einer Verträglichkeit gegenüber sandig-lehmigen, schottrigen, steinigen und flachgründigen Substraten bis hin zu reinem Lehm ist sie recht bodenvag. Im Gegensatz zur Stieleiche meidet sie staunasse und wechselfeuchte Böden. Die lichtbedürftige Traubeneiche wird in Mitteleuropa auf normalen Standorten von der schattentoleranten, konkurrenzstarken Rotbuche verdrängt und kommt dort nur als Nebenbaumart vor. Auf strengen Tonböden oder auf nährstoffarmen, trockenen Sandböden wird sie bestandesprägend.

Waldbauliche Behandlung

Ziel bei der waldbaulichen Behandlung der Eiche ist, starke Dimensionen und astfreie Qualität zu erreichen. Dazu benötigt die Eiche eine Umtriebszeit (das Erreichen der Hiebsreife) von etwa 140 bis 180 Jahren. Nicht selten werden wertvolle Furniereichen erst in einem Alter von über 200 Jahren gefällt.

Nicht in jedem Jahr gibt es ausreichend Eicheln für die Nachzucht. Daher muss der Förster ein sogenanntes Mastjahr abwarten, in dem reichlich Eicheln vorhanden sind. Um die zur Holzernte anstehenden Alt-Bestände zu verjüngen, wird nach dem Fall der Eicheln im Herbst das Kronendach durch die Entnahme alter Eichen aufgelichtet. Aus den auf dem Waldboden keimenden Eicheln entwickelt sich dann die nächste Baumgeneration. Da diese sehr lichthungrig ist und nur wenig Schatten verträgt, belässt der Förster nach einigen Jahren nur noch einen lichten Altholzschirm mit wenigen Biotop- und Samenbäumen über den heranwachsenden jungen Eichen.

Hohe Bedeutung hat speziell im eichen-reichen Unterfranken jedoch auch die künstliche Saat von Eicheln, aus der sich stabile und wertvolle Bestände entwickeln. Gerade dort, wo keine Samenbäume zur Verfügung stehen, muss gesät oder auch gepflanzt werden.

Eichen sollten immer zusammen mit anderen Mischbaumarten wie Linde, Hainbuche oder Buche aufwachsen. Dies fördert nicht nur die Holzqualität der Eichen, sondern hat auch viele ökologische Vorteile.

Waldschutz

Dank ihres tief reichenden Wurzelwerks sind Eichen besonders sturmfest, stabil und auch gegen längere Trockenphasen gut gerüstet. Eine besondere Rolle spielen die blattfressenden Raupen der Schmetterlinge wie Schwammspinner, Frostspanner oder Eichenprozessionsspinner. Die Eichen haben sich jedoch insoweit darauf eingerichtet, als dass sie Fraßschäden des Frühjahrs durch den Johannistrieb Ende Juni wieder ausgeglichen können.

Häufige Fraßereignisse in aufeinanderfolgenden Jahren oder gleichzeitiger Fraß verschiedener Schädlinge können diese Regenerationsfähigkeit aber überfordern. Dann werden Bekämpfungsmaßnahmen nötig.

Vor allem in den warmen Regionen bereitet in den letzten Jahren der Eichenprozessionsspinner den Waldschützern Sorgen, wenn die giftigen Raupenhaare die Gesundheit der Waldbesucher beeinträchtigen.

Holzverwendung

Die Eiche ist eine Kernholzbaumart mit einem weißlich- gelblichen bis hellgrauen Splint und einem hellgelben bis hellbraunen Kernholz. Wie bei allen ringporigen Laubhölzern steigt die Festigkeit des Holzes mit der Jahrringbreite.

Das Holz der Eiche gehört zu den schwersten und härtesten einheimischen Laubhölzern. Daher wird schnell gewachsenes, weitringiges Eichenholz auch als Konstruktionsholz eingesetzt. Hochwertiges, „mildes“ (feinringiges), gleichmäßig und eher langsam gewachsenes, starkes Stammholz wird zu Säge- und Messerfurnieren verarbeitet. Kurze, astfreie Abschnitte finden eine hochwertige Verwendung im Bau von Weinfässern.

Außerdem verwendet man Eiche gerne für Treppen, Parkett und Türen. In den letzten Jahren wurde die Eiche auch als lebhaftes naturbelassenes Massivholz für Möbel wiederentdeckt – im Kontrast zum eher ruhigen Furnierbild.

Holzeigenschaften der Traubeneiche Externer Link

Lebensraum Eiche

Eine herausragende Rolle spielen die Eichenwaldgesellschaften im Hinblick auf die Zahl der vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, da sie wegen ihrer lichteren Kronen besonders reich an licht- und wärmebedürftigen Arten sind. Beispielsweise kommen von den Großschmetterlingen 179 Arten an Eiche, aber nur 28 Arten an Fichte und von den holzbesiedelnden Käfern 900 Arten an Eiche und nur 300 Arten an Fichte vor.

Auch der Eremit, eine äußerst seltene Käferart, entwickelt sich in sogenannten Mulmhöhlen, wie sie beispielsweise alte knorrige Eichen aufweisen können.Andere baumhöhlenbewohnende „Untermieter“ wie Mittelspecht, Halsbandschnäpper und Fledermäuse finden in Eichenwäldern dauerhafte Lebensstätten.

Eine besonders bedeutungsvolle Ausprägung sind Eichenwälder auf Sonderstandorten wie nährstoffarmen, trockenen Sandböden, auf trocken- warmen Silikatfelsstandorten, auf sonnseitigen tonigen Pelosolen und flachgründigen Rendzinen. Einige dieser speziellen Wälder stehen unter dem besonderen gesetzlichen Schutz des Paragraphen 30 BNatschG in Verbindung mit Art. 23 BayNatschG.

Weiterführende Informationen zur Eiche