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StMELFLWFBaumarten im Wald - Von Ahorn bis Zirbe → Die Rotbuche - Baumart Europas und Mutter des Waldes
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Die Rotbuche - die Baumart Mitteleuropas

Fagus sylvatica L.

(Fagus sylvatica; Englisch: Common beech, European beech)

Rotbuche Die Rotbuche bildet mächtige Stämme mit glatter, olive- bis silbergrauer Rinde

Baumarten-Steckbrief Rotbuche

Baum des Jahres 1990

Gestalt:
Bis 45 m hoch, BHD bis 2 m, im Freistand tiefe Beastung und weit ausladende Kronen

Triebe:
Hellgrün und elastisch, nach dem Verholzen purpurbraun mit zahlreichen Lentizellen

Knospen:
Zweizeilig angeordnet; schlank, zugespitzt, lang-spindelförmig; Blattknospen bis 3 cm lang und 4 mm dick, Blütenknospen etwas dickbauchiger; Schuppen schmal-lanzettlich, rotbraun bis hellbraun

Blätter:
Zweizeilig und wechselständig; spitz-eiförmig mit welligem Rand, keilförmiger bis abgerundeter Grund, zur Spitze hin buchtig gezähnt; glänzend grün, auf der Unterseite heller; anfangs weichhaarig und bewimpert, im Alter fast kahl; Herbstfärbung bräunlich bis gelbrot

Rinde:
Anfangs graubraun, glänzend und glatt, später grau bis weiß-grau; bis zu 15 mm stark; selten schwache Bildung einer Borke ("Steinbuche"); Astnarben aus Rund- und Winkelnarbe bilden "Chinesenbärte"

Blüten:
April bis Mai, mit dem Austreiben der ersten Blätter; einhäusig; unscheinbar und hellgrün; in den Blattachseln der Kurztriebe; windblütig

Früchte:
Bucheckern oder Bucheln; 1-2 cm lange und knapp 2 cm dicke Nüsse; zu zweit in einem Fruchtstand; scharf dreikantig und glänzend braun; Tausendkorngewicht zwischen 190 und 220 g; Verbreitung unter anderem durch Eichhörnchen und Mäuse

Bewurzelung:
Herzwurzelsystem mit intensiver Durchwurzelung im Stammfußbereich; hoher Feinwurzelanteil

Höchstalter:
Etwa 500 (900) Jahre

Systematik:

Klasse Rosopsida = Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
Unterklasse Rosidae = Rosenähnliche
Ordnung Fagales = Buchenartige
Familie Fagaceae = Buchengewächse
Gattung Fagus = Buchen
Art Fagus sylvatica L. = Rotbuche

Klimahülle:

Klimahülle der Buche

Wissenswertes zur Rotbuche

Der Begriff für unsere Buchstaben leitet sich von Buchen-Holzstäben ab. Sie wurden zum Deuten der auf ihnen eingeritzten Runen vom Boden auf-"gelesen". Die althochdeutsche "buoh", eine Holzschreibtafel aus Buche, ist der Namensgeber für unsere Bücher.
Ein über ganz Deutschland hinaus bekanntes Baumexemplar ist die Bavaria-Buche. Sie steht nahe dem Ortsteil Pondorf der Gemeinde Altmannstein im oberbayerischen Landkreis Eichstätt im Naturpark Altmühltal. Ihr Alter wird auf 500 bis 800 Jahre geschätzt, ihr Stammumfang beträgt neun Meter, die Krone weist einen Durchmesser von über 30 Metern auf. 1995 brach ein 20 Meter langer Ast aus der halbkugelförmigen Krone. Mittlerweile hat der Brandkrustenpilz das Holz der Buche befallen. Nach gewissenhafter Prüfung des Baumzustandes entschied man sich für das natürliche Sterben des Baumes.

Verbreitung der Rotbuche

Für optimales Wachstum benötigt die Buche mittel- bis tiefgründige, frische und nährstoffreiche Braunerden bei einer Jahresmitteltemperatur von 7 bis 8 °C und 600 bis 700 mm Jahresniederschlag. Sie wächst aber auf fast allen Bodentypen, von stark sauren, nährstoffarmen Böden bis zu Kalkstandorten, meidet jedoch Standorte in Überschwemmungsbereichen.
Das Verbreitungsgebiet der Rotbuche erstreckt sich vom Atlantik im Westen bis zum Schwarzen Meer im Osten. Es reicht von Südengland und dem südlichen Skandinavien bis nach Sizilien. Ohne den Einfluss des Menschen wäre der größte Teil Bayerns von Buchen- oder Buchen-Mischwäldern bedeckt.

Die Baumart Buche im Waldbau

Die Buche ist eine wichtige Baumart für alle Waldbesitzer. Vorteilhaft ist allerdings, keine Buchenreinbestände zu favorisieren. Mischbaumarten werden umso bedeutsamer, je weniger die Buche in ihrem Optimum ist.
Wertvolles Buchenholz muss vor allem dick, aber auch gesund sein. Dementsprechend ist auch die waldbauliche Behandlung danach ausgerichtet. Sobald die jungen Buchen einen ausreichend langen astfreien Stamm entwickelt haben, wird einer bestimmten Anzahl von Buchen während einer sogenannten Lichtwuchsphase immer genügende Platz gegeben, damit sie große Kronen ausbilden können. Wenn ein Baum seinen Zieldurchmesser erreicht hat, wird er entnommen. Diese Zielstärkennutzung leitet dann allmählich in die langfristige Verjüngungsnutzung über, in der die Buchenbestände natürlich verjüngt werden.

Waldschutz und Rotbuche

Die Buche ist eine vergleichsweise risikoarme Baumart. Buchen- und Buchenmischbestände bilden stabile Wälder und gewährleisten dem Waldbesitzer eine hohe Betriebs- und Planungssicherheit.
Junge Buchen sind vor allem gegenüber Frösten empfindlich. Für Mäuse und Schalenwild sind die Samen – die Bucheckern – besondere Leckerbissen. Wildverbiss und Schälschäden treten ebenfalls an der Buche auf. Die Rinde älterer Buchen reagiert bei plötzlicher Freistellung häufig mit Sonnenbrand. Die Buchen-Komplexkrankheit wird durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. An der Buche treten auch eine Reihe von Insekten wie der Buchenwickler, der Buchenspringrüssler, der Buchenprachtkäfer und der Kleine Buchenborkenkäfer auf. Auch Pilze befallen das Buchenholz. Bedeutsam sind vor allem Weißfäuleerreger, die das Holz zersetzen wie zum Beispiel der Zunderschwamm oder der Brandkrustenpilz.

Das Holz der Rotbuche

Buchenholz ist eines der am vielseitigsten verwendbaren einheimischen Nutzhölzer. Es zeichnet sich vor allem wegen seiner überdurchschnittlich hohen Festigkeitseigenschaften aus. Das fast weiße Holz ist sehr gleichmäßig aufgebaut. Charakteristisch sind zahlreiche breite Holzstrahlen. Ältere Buchen bilden unter bestimmten Umständen einen Farbkern, der als Rotkern bekannt unter der Bezeichnung "Wildbuche" in den letzten Jahren im Möbelbau in Mode gekommen ist.
Im Freien ist unbehandeltes Holz wenig dauerhaft. Im Innenbereich wird es vor allem für Bodenbeläge oder im Treppenbau eingesetzt. Im Möbelbau ist die Buche als Massivholz oder Furnier vielseitig verwendbar. Durch Forschung und Entwicklung werden immer wieder neue Anwendungen entwickelt, so zum Beispiel der Brettschichtholzträger aus Buche. Nicht zuletzt ist getrocknetes Buchenholz ein ausgezeichnetes Brennholz.

Lebensraum Totbuche

Typische Buchenwaldbewohner sind Frühblüher wie Buschwindröschen, Waldbingelkraut, Waldmeister und Zwiebelzahnwurz. Sie nutzen das Licht, das im unbelaubten Frühjahrswald bis auf den Waldboden fallen kann.
Ein Charaktervogel buchenreicher Wälder ist der Schwarzspecht. Er meißelt seine Brut- und Schlafhöhlen in starke Stämme. Hohltaube und Rauhfußkauz nutzen diese Baumhöhlen als "Nachmieter". Abgestorbenes Buchenholz ist für viele holzbewohnende Käferarten ein wichtiger Lebensraum.

Weiterführende Informationen zur Thema Rotbuche