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Energie aus Holz
Scheitholzpreise

Die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) erhebt seit 2007 für Bayern die Scheitholzpreise.

Es werden sowohl große Brennholz-Händler und Biomassehöfe wie auch kleine Vermarkter von Scheitholz berücksichtigt.

Die Erhebung der aktuellen Scheitholzpreise

Die Preise für den Winter 2016/17 wurden zum einen durch eine Online-Recherche erhoben. Zum anderen wurde eine schriftliche Befragung von Brennholzhändlern in Bayern durchgeführt. Es konnten Angebote von 150 Brennholzhändlern ausgewertet werden.
Scheitholzpreise 2016-2017Zoombild vorhanden

Abb. 1: Scheitholzpreise im Winter 2016/2017 (LWF)

Seit Beginn der LWF-Marktuntersuchungen im Winter 2007/08 sind die Scheitholzpreise in Bayern deutlich gestiegen. Über die letzten Jahre sind die Preise stabil.

Die Preisspannen zwischen den einzelnen Anbietern sind weiterhin recht groß. Tendenziell ist das Brennholz im Norden günstiger als im Süden bzw. bietet der Kleinvermarkter sein Holz etwas günstiger an als der professionelle Brennholzbetrieb.
Entwicklung der ScheitholzpreiseZoombild vorhanden

Abb. 2: Entwicklung der Scheitholzpreise in Bayern (LWF)

Nachdem die Scheitholzpreise seit Beginn der LWF-Marktuntersuchungen im Winter 2007/08 deutlich gestiegen waren – beim Hartholz um rund 25 %, beim Weichholz sogar um rund 33 % - sind die Preise über die letzten Jahre konstant geblieben und waren zu Beginn der aktuellen Heizperiode sogar erstmals leicht rückläufig.

Im Vergleich zur Heizperiode 2015/16 sind die Preise, ausgewertet für ganz Bayern, je nach Sortiment leicht gesunken. Nur in der Abrechnungseinheit Rm 33-cm-Scheite ist der Preis für Weichholz um einen Euro auf 72 €/Rm gestiegen und der für Hartholz mit 96 €/Rm gleichgeblieben.

Die Durchschnittspreise für Scheitholz getrennt nach Weichholz und nach Hartholz

Nicht jeder Brennholzhändler hat alle Sortimente im Angebot. In Folge dessen fließen in die einzelnen ausgewerteten Sortimente nicht alle obengenannten 150 Angebote ein. Deshalb wurde in untenstehenden Tabellen die Anzahl der ausgewerteten Angebote mit aufgeführt.

Ein Viertel der Angebote stammt aus der schriftlichen Umfrage, drei Viertel aus der Online-Recherche.

Weichholz

Tab. 1: Durchschnittspreise für Scheitholz aus Weichholz
Weichholz: Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche und Douglasie;
angegeben pro Raummeter bzw. Schüttraummeter inklusive Mehrwertsteuer, gespalten, lufttrocken, ab Betriebshof in Bayern,
Stand Winter 2016/2017.
Die Werte in Klammern nennen die Spanne der Preismeldungen.
1 Meter Länge 33 Zentimeter 33 Zentimeter
Einheit Je Raummeter Je Raummeter Je Schüttraummeter
Bayern gesamt 56 (40-75) 72 (50-97) 55 (40-69)
Professioneller Brennstoffhandel 69 (55-75) 76 (60-97) 58 (45-69)
Kleinvermarkter 53 (40-75) 68 (50-91) 52 (40-65)
Nordbayern 56 (40-74) 70 (50-97) 53 (40-65)
Südbayern 57 (40-75) 72 (50-91) 58 (50-69)
Anzahl der ausgewerteten Angebote bezogen auf Bayern gesamt 38 46 37

Hartholz

Tab. 2: Durchschnittspreise für Scheitholz aus Hartholz
Hartholz: Buche, Eiche, Birke, Hainbuche, Edellaubhölzer;
angegeben pro Raummeter bzw. Schüttraummeter inklusive Mehrwertsteuer, gespalten, lufttrocken, ab Betriebshof in Bayern,
Stand Winter 2016/2017.
Die Werte in Klammern nennen die Spanne der Preismeldungen.
1 Meter Länge 33 Zentimeter 33 Zentimeter
Einheit Je Raummeter Je Raummeter Je Schüttraummeter
Bayern gesamt 77 (56-100) 96 (70-127) 71 (55-85)
Professioneller Brennstoffhandel 82 (68-100) 99 (70-127) 73 (56-85)
Kleinvermarkter 75 (56-100) 93 (70-119) 68 (55-80)
Nordbayern 73 (56-100) 88 (70-117) 69 (55-82)
Südbayern 81 (65-100) 100 (80-127) 74 (65-85)
Anzahl der ausgewerteten Angebote bezogen auf Bayern gesamt 40 66 44

Fragebogen

Im Winter 2015/16 wurden bei der schriftlichen Befragung der Brennholzhändler neben den Preisen auch Daten zum Brennholzmarkt und zur Brennholzerzeugung erhoben. Die Ergebnisse können im Folgenden nachgelesen werden.

Auswertung Fragebogen

Nicht alle der 35 erhaltenen Fragebögen waren komplett ausgefüllt. Deswegen müssen die einzelnen Angaben sich nicht immer auf 35 summieren.

Fragebogen Scheitholz - Original zum Ausdrucken pdf 373 KB

  1. Scheitholzverkauf
    1. Scheitholzpreise: Die Preise wurden mit der Online-Recherche zusammengefasst. Zusätzlich bieten knapp ein Drittel der Teilnehmer der schriftlichen Befragung auch waldfrisches Holz über alle Sortimente hinweg an. Dafür gewähren sie einen Preisnachlass von ca. 5-10 €.
    2. Lieferung: Alle Anbieter liefern das Holz auch bis vor die Haustür des Kunden. Dabei verwenden die meisten einen Hänger, entweder vom PKW oder Schlepper gezogen, seltener kommen auch LKWs zum Einsatz. 29 Händler liefern das Holz geschüttet, sieben auch bzw. nur auf Paletten gestapelt. Die Lieferung in Säcken kommt nur fünfmal vor. Die durchschnittliche Lieferentfernung beträgt 21km (Min. 8km, Max. 40km). Die Abrechnung erfolgt entweder nach gefahrenen Kilometern mit im Schnitt 1-2 € pro km, mit einer Lieferpauschale (durchschnittlich 18 € bis 10km, 20 € bis 20km und 28€ bis 40km) oder nach Raummeter (abgekürzt: Rm) mit einer Pauschalen von 5 € pro Rm. Gelegentlich ist die Lieferung schon in den Holzpreisen integriert.
    3. Vermarktungsmenge: Vier Betriebe vermarkten bis 100 Rm, 14 bis 1.000 Rm und 12 bis 5.000 Rm Scheitholz pro Jahr. Bei zwei Fragebögen gab es hierzu keine Angabe. Unter 1.000 Rm Vermarktungsmenge pro Jahr zählen die Betriebe zu den Kleinvermarktern, über 1.000 Rm zu den professionellen Brennholzbetrieben.
    4. Übermaß: Immerhin zwölf Händler geben an, ein Übermaß zu gewähren, durchschnittlich 5 % (Min. 1 %, Max. 10 %).
  2. Holzbeschaffung
    1. Rohholzbeschaffung: nur sechs Teilnehmer, alle den Kleinvermarktern zuzuordnen, verwenden Holz ausschließlich aus dem eigenen Wald. 29 Betriebe kaufen Holz zu, 18 davon kaufen das komplette Rohholz ein. Von den Betrieben mit eigenem Wald und gleichzeitigen Holzzukauf wird von den „Profis“ nur elf Prozent des Bedarfs aus dem eigenen Wald gedeckt. Bei den Kleinvermarktern sind es immerhin 34 %.
    2. Sortimente: Das Holz wird in den meisten Fällen als Stammabschnitte größer zwei Meter eingekauft. Die Selbstwerbung spielt eine untergeordnete Rolle.
    3. Holzbezug: 21 Betriebe kaufen ihr Holz regional ein, also aus Bayern bzw. bei Grenznähe aus Thüringen und Tschechien, mit einem durchschnittlichen Einzugsradius von 57km. Sechs Betriebe beziehen ihr Holz von weiter weg, hauptsächlich aus Osteuropa.
  3. Scheitholzaufbereitung
    1. Maschinen: Neun Betriebe verwenden für die Aufbereitung des Rohholzes einen Spalter und eine Kreissäge, 19 Betriebe eine kombinierte Sägespaltmaschine. Zwölf Teilnehmer reinigen ihr Scheitholz mit einer Siebmaschine.
    2. Arbeitskräfte: Die Kleinvermarkter setzten durchschnittlich 0,66 Arbeitskräfte im Jahr für die Brennholzproduktion und -vermarktung ein, die professionellen Betriebe 1,74.
    3. Lohnspalten: Neun Teilnehmer bieten Lohnspalten mit einer Sägespaltmaschine an und verlangen hierfür 60-70 € die Stunde zuzüglich Mehrwertsteuer.
  4. Lagerung
    1. Art der Lagerung: am häufigsten wird Scheitholz auf Ofenlänge gesägt und geschüttet gelagert. Die Rundholzlagerung spielt eine untergeordnete Rolle. Meterholzscheite werden meist nur von Kleinvermarktern aufgesetzt. Die Lagerung ganz ohne Abdeckung wurde nur zweimal genannt. Sonst sind es Kombinationen aus offener und abgedeckter Lagerung. Mehrfachnennungen sind möglich. Die Anzahl der Nennungen kann untenstehender Tabelle entnommen werden.
    2. Lagerzeiten: Mehreren Versuchen zufolge kann Scheitholz, sowohl Laub- wie auch Nadelholz, innerhalb eines Jahres auf einen Wassergehalt von unter 20% getrocknet werden, vorausgesetzt die Lagerbedingungen sind optimal. In der Praxis wird Weichholz im Schnitt 12 und Hartholz 16 Monate getrocknet, wobei auch hier größere Schwankungen dabei sind, wie die Tabelle unten zeigt.
    3. Technische Trocknung: Alternativ zur Trocknung an der Luft kann Holz auch technisch getrocknet werden. 19 Betriebe machen dies, acht Betriebe von diesen trocknen ihr komplettes Holz technisch. Die anderen elf Betriebe trocknen 64% ihrer Holzmenge technisch, den Rest an der Luft. Die bedeutendste Wärmequelle für die technische Trocknung ist die Abwärme von Biogasanlagen (13 Nennungen), auch Hackschnitzelheizungen wurden zweimal genannt.
    4. Holzfeuchte/Wassergehalt: Den Feuchtezustand des Holzes kann man entweder als Wassergehalt w oder als Holzfeuchte u angeben. Näheres hierzu im Artikel "Das Problem mit der Holzfeuchte und dem Wassergehalt", siehe unter "Weitere Informationen". Von den Betrieben wird eher von dem Begriff Holzfeuchte Gebrauch gemacht, nur drei Teilnehmer geben an, den Wassergehalt zu bestimmen. Das hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass die meisten am Markt verfügbaren Geräte zur Bestimmung des Trockenzustandes von Holz die Holzfeuchte messen. Immerhin 27 Teilnehmer nutzen solche Geräte zusätzlich zu Erfahrungswerten.
Tabelle zu 4.1.: Art der Lagerung
Art der Lagerung als Rundholz als Scheite 100cm gespalten als Scheite 33cm geschüttet als Scheite 33cm gestapelt offen überdacht abgedeckt
Anzahl 5 8 21 11 8 25 15
Tabelle zu 4.2.: Lagerungszeiten in Monaten
Lagerzeit in Monaten Weichholz Hartholz
Durchschnitt 12 16
Min 6 7
Max 24 24

Tipps zum Brennholzkauf

  • Es gibt viele verschiedene Sortimente, abhängig von der Holzart, dem Wassergehalt und der Scheitlänge.
  • Klare Absprachen über das Sortiment, die Abrechnungseinheit und die Auslieferungseinheit zwischen Kunde und Händler sind wichtig.
  • Die Abrechnungseinheit ist nicht immer die Einheit, in der das Holz ausgeliefert wird.
  • Möchte man die Menge kontrollieren, sollte man das in der Abrechnungseinheit am Betriebshof oder beim Ausliefern tun; Reklamationen, weil das nachträgliche Aufstapeln eine andere Menge ergibt, sind meistens erfolglos.
  • Holz lässt sich umso dichter stapeln, je kürzer die Scheite sind. Allgemeinverbindliche Umrechnungsfaktoren gibt es aber nicht!
    Hierfür ist der Rohstoff Holz zu inhomogen und die Sorgfalt zu stapeln bei einzelnen Personen zu unterschiedlich.
  • Nur lufttrockenes Holz mit einem Wassergehalt unter 20 % darf in den Ofen! Waldfrisches Holz muss mindestens 1 Jahr getrocknet werden.

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