Header Holz und Technik

RSS-Feed der Bay. Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft abonnieren

So verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr. Unser RSS-Feed "Nachrichten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft" informiert Sie kostenlos über unsere aktuellen Beiträge.

Aufruf des RSS-Feeds

Energie aus Holz
Scheitholzpreise

Die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising untersucht jährlich die Scheitholzpreise der Brennholzhändler für ganz Bayern.

Es werden sowohl große Brennholz-Händler und Biomassehöfe wie auch kleine Vermarkter von Scheitholz berücksichtigt.

Die Erhebung der aktuellen Scheitholzpreise

Liniendiagramm zur Priesentwicklung. Auf der x-Achse sind die Jahre, auf der y-Achse die Preise in €/rm dargestellt.Zoombild vorhanden

Abb. 1: Entwicklung der Scheitholzpreise in Bayern (LWF

Auch im Winter 2017/18 untersuchten wir wieder in einer Kombination aus schriftlicher Befragung und Online-Recherche die Brennholzpreise der bayerischen Brennholzhändler. Für die schriftliche Umfrage wurden insgesamt 97 Brennholzhändler angeschrieben. Der Rücklauf betrug jedoch nur 26 Fragebögen. Zudem wurden 68 Online-Angebote recherchiert, sodass insgesamt 94 Angebote ausgewertet wurden. Die folgenden Scheitholzpreise beziehen sich auf lufttrockenes Holz frei Betriebshof.
Tabelle zu Preisen in den verschiedenen Regionen BayernsZoombild vorhanden

Abb. 2: Scheitholzpreise im Winter 2017/2018 (LWF)

Nachdem die Scheitholzpreise seit Beginn der LWF-Marktuntersuchungen im Winter 2007/08 deutlich gestiegen waren – beim Hartholz um rund 25 %, beim Weichholz sogar um rund 33 %, sind die Preise über die letzten Jahre im Wesentlichen konstant geblieben und waren zu Beginn der letzten Heizperiode im Winter 2016/17 sogar leicht rückläufig. Dieser Trend bestätigt sich auch in der aktuellen Umfrage



Scheitholzpreise bleiben im Durchschnitt relativ stabil
Auch heuer zeigte sich ein ähnlicher Trend, wie in den beiden vergangenen Jahren. Milde Winter sorgen für ein relativ stabiles Preisniveau. Im Vergleich mit der vergangenen Heizperiode ist beim Weichholz lediglich der Preis für einen Schüttraummeter mit 33 cm-Scheiten um 2 Euro auf 57 Euro gestiegen, die anderen Sortimente sind stabil. Beim Hartholz ist der Preis pro Raummeter in 100 cm-Scheiten um 3 Euro auf durchschnittlich 74 Euro gefallen. Der mittlere Preis für den Raummeter in 33 cm-Scheiten ist stabil bei 96 Euro und der Schüttraummeter in 33 cm-Scheiten um 2 Euro auf 73 Euro gestiegen.

Marktanteil von 25 cm-Scheiten nimmt weiter zu
Bei der diesjährigen Abfrage wurde auch der Marktanteil von 25-cm Scheiten ermittelt. Dabei fiel auf, dass deren Bedeutung weiter deutlich zunahm. Ihr Marktanteil stieg bayernweit auf 30 %. Dabei zeigte sich, dass der Anteil der kurzen Scheite vor allem im Norden Bayerns mit knapp 34 % noch höher lag. Im Süden dagegen ist die Bedeutung von 25 cm-Scheiten mit im Mittel rund 24 % wesentlich geringer. Die 25 cm-Scheite werden vorrangig in der Abrechnungseinheit Schüttraummeter angeboten. Es sind auch wenige Angebote in der Einheit Raummeter (bzw. Ster) zu finden.
Preisvergleiche lohnen sich - auch regional!
In den Preisabfragen der vergangenen Heizperioden zeichnete sich zumeist ein klares Nord-Süd-Preisgefälle ab. Brennholz kostete demnach in Oberbayern, Schwaben und Niederbayern im Durchschnitt deutlich mehr, als in Franken und der Oberpfalz. Die aktuelle Umfrage bestätigte das nicht für alle Sortimente. Hier zeichnete sich eher ein Stadt-Land-Gefälle ab. Dieses kommt vorrangig in zum Teil immens vergrößerten Preisspannen zum Ausdruck. Beispielsweise kostet der Raummeter 33 cm-Scheite Weichholz im Mittel 71 Euro, die Spanne reicht aber von 53 Euro bis 116 Euro. Die Preisspanne für 33 cm-Scheite Hartholz ist sogar noch größer. Im Mittel verlangten die Brennholzhändler 97 Euro pro Raummeter. Der Minimalwert belief sich auf 70 Euro, der Maximalwert auf 135 Euro.

Die Durchschnittspreise für Scheitholz getrennt nach Weichholz und nach Hartholz

Nicht jeder Brennholzhändler hat alle Sortimente im Angebot. In Folge dessen flossen in die einzelnen ausgewerteten Sortimente nicht in jede Auswertung alle oben genannten 94 Angebote ein.

Gut ein Viertel der Angebote stammt aus der schriftlichen Umfrage, knapp drei Viertel aus der Online-Recherche.

Liniendiagramm zur Priesentwicklung. Auf der x-Achse sind die Jahre, auf der y-Achse die Preise in €/rm dargestellt.

Abb. 3: Preisentwicklung für alle Sortimente im Überblick (LWF)


Brennholz wird in verschiedenen Sortimenten angeboten
Neben dem Hauptverkaufssortiment 33 cm-Scheite in Raummeter erhebt die LWF zusätzlich die Preise für weitere Scheitholzsortimente getrennt für Weich- und Hartholz. Dem Weichholz werden die Holzarten Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche und Douglasie zu gerechnet. Unter dem Begriff Hartholz fasst das Brennholzgewerbe die Baumarten Buche, Eiche, Birke, Hainbuche und die Edellaubhölzer (z.B. Ahorn und Esche) zusammen.

Die Preisentwicklung zeigte bis zum Winter 2013/14 für alle Sortimente einen klaren Aufwärtstrend. Dieser war besonders deutlich beim Weichholz zu beobachten.

Milde Winter bremsen Teuerung
Seit dem Winter 2014/15 zeigen sich die Preise für alle Sortimente gleichbleibend oder sogar leicht rückläufig. Der Grund dafür sind die vergangenen ausgesprochen milden Winter. Der Winter 2013/14 war in Bayern 3,1°C wärmer als das langjährige Mittel, der Winter 2014/15 war 1,7°C wärmer, der Winter 2015/16 war 3,7°C wärmer. Lediglich der vergangenen Winter 2016/17 erreichte annähernd die langjährige Durchschnitttemperatur. Betrachten wir den aktuellen Winter 2017/18, dann war der Dezember 2017 wiederum 1,6 °C wärmer und der Januar sogar 5,1(!)°C. Diese deutliche Häufung an viel zu warmen Wintern zeigt: Wir stecken schon mitten im Klimawandel.

Tipps zum Brennholzkauf

  • Es gibt viele verschiedene Sortimente, abhängig von der Holzart, dem Wassergehalt und der Scheitlänge.
  • Klare Absprachen über das Sortiment, die Abrechnungseinheit und die Auslieferungseinheit zwischen Kunde und Händler sind wichtig.
  • Die Abrechnungseinheit ist nicht immer die Einheit, in der das Holz ausgeliefert wird.
  • Möchte man die Menge kontrollieren, sollte man das in der Abrechnungseinheit am Betriebshof oder beim Ausliefern tun; Reklamationen, weil das nachträgliche Aufstapeln eine andere Menge ergibt, sind meistens erfolglos.
  • Holz lässt sich umso dichter stapeln, je kürzer die Scheite sind. Allgemeinverbindliche Umrechnungsfaktoren gibt es aber nicht!
    Hierfür ist der Rohstoff Holz zu inhomogen und die Sorgfalt zu stapeln bei einzelnen Personen zu unterschiedlich.
  • Nur lufttrockenes Holz mit einem Wassergehalt unter 20 % darf in den Ofen! Waldfrisches Holz muss mindestens 1 Jahr getrocknet werden.
Wassergehalt und Holzfeuchte – Wann ist Holz „lufttrocken“?
Beim Heizen mit Holz soll immer nur „lufttrockenes Holz“ zum Einsatz kommen. Aber wann ist Holz lufttrocken?

Zur Angabe des Wasseranteils existieren die Begriffe Wassergehalt und Holzfeuchte nebeneinander und werden umgangssprachlich gerne miteinander vermischt oder verwechselt. Beide sind beim Brennholzkauf wichtig, denn der Wasseranteil im Brennholz wird üblicherweise mittels des Wassergehaltes angegeben, Messgeräte geben allerdings die Holzfeuchte an:

Die Holzfeuchte gibt den Prozentanteil des Wassers an der Masse des trockenen Holzes an, d. h. wenn sich Wasser noch nicht mal mehr in den Zellwänden befindet. Demnach ist es möglich, dass die Holzfeuchte sogar einen Wert von mehr als 100 % erreicht. Dies kann zum Beispiel bei frisch geschlagenem Brennholz der Fall sein. Berechnet wird die Holzfeuchte als Gewicht Wasser / Gewicht trockenes Holz.

Beim Wassergehalt hingegen wird die Masse des Wassers ins Verhältnis zum Gewicht des nassen Holzes gesetzt. Ein Wassergehalt von 100 % beschreibt demnach reines Wasser. Berechnet wird der Wassergehalt als Gewicht Wasser / (Gewicht Wasser + Gewicht trockenes Holz).

Weitere Informationen