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Dietger Grosser
Das Holz der Elsbeere - Eigenschaften und Verwendung - LWF-Wissen 67

Beschrieben werden das Holzbild sowie die Eigenschaften und Verwendungsbereiche der zu den Edellaubhölzern gehörenden Elsbeere (Sorbus torminalis). Die Elsbeere, unter anderem auch "Schöne Else" genannt, liefert ein sehr hochwertiges und sehr dekoratives Holz von heller weiß-gelblicher bis schwach rötlicher Farbe. Gedämpft besticht sie durch einen warmen Rotton und eine dezente, feine Zeichnung. Elsbeerholz ist schwer, dabei hart und zäh sowie von guten, der Eiche vergleichbaren Eigenschaften.

Holzscheibe mit FarbkernZoombild vorhanden

Abbildung: Stammscheibe der Elsbeere mit kleinem dunkelfarbigem Farbkern. Foto: H. Hahn

Als mit Abstand am teuersten bezahlte Holzart unserer Wälder wird Elsbeere vornehmlich im hochwertigen Innenausbau und Möbelbau eingesetzt. Zudem ist sie ein gesuchtes Spezialholz im Musikinstrumentenbau und wegen ihrer hohen Formbeständigkeit für die Herstellung von Zeichengeräten und Messwerkzeugen. Letztlich ist sie begehrt für Drechsler- und Schnitzarbeiten.

Die Elsbeere gehört zu den so genannten Wildobsthölzern. Unter diesem Sammelbegriff wird eine Reihe von Baumarten aus der Familie der Rosaceae zusammengefasst, wie die Vogelkirsche, die Wildbirne, der Wildapfel oder Holzapfel sowie aus der Gattung Sorbus die Elsbeere, der Speierling, die Vogelbeere und die Mehlbeere. Die Wildobstarten liefern ausnahmslos wertvolle, sehr dekorative und vielseitig einsetzbare Hölzer. Sie zählen deshalb zu den Edellaubhölzern. Allerdings kommen sie in den einheimischen Wäldern nur selten, der Speierling, die Wildbirne und der Wildapfel sogar nur äußerst selten vor. Am häufigsten begegnet man noch der Vogelkirsche als Bestandteil artenreicher Mischwälder.

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts blieben die Wildobsthölzer und damit auch die Elsbeere über lange Zeit forstlich nahezu unbeachtet. Erst mit der Rückbesinnung auf eine naturgemäße Waldwirtschaft bemüht sich die Forstwirtschaft in den letzten beiden Jahrzehnten verstärkt um die Nachzucht und den Anbau von Wildobstbäumen und anderen seltener vorkommenden Waldbaumarten.

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Autor

  • Dr. Dietger Grosser