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Holzeinschlag

Die Daten für die amtliche Holzeinschlagsstatistik werden über mehrere Methoden erfasst.

Die Bayerischen Staatsforsten und die Bundesforsten melden die jährlich im Staatswald angefallenen Holzmengen. Der Holzeinschlag im Privat- und Körperschaftswald wird über Befragungen erhoben. Dazu schreibt die LWF jährlich ein gleichbleibendes Kollektiv von etwa 1.300 privaten Waldbesitzern an, die freiwillig Angaben zu ihrem Holzeinschlag machen. Im Körperschaftswald werden jährlich insgesamt 400 Kommunen angeschrieben. Diese Daten aus den Stichprobenbefragungen werden für den Gesamtwald in Bayern hochgerechnet. Der Holzeinschlag wird trotzdem noch nicht vollständig statistisch erfasst. Zum Vergleich sind deshalb auch der jährliche Holzzuwachs und die jährliche durchschnittliche Nutzung aus den Ergebnissen der Bundeswaldinventur dargestellt.
Die Grafik zeigt in der linken Säule die laut Auswertung der dritten Bundeswaldinventur (BWI 3) zwischen 2002 und 2012 in Bayern jährlich gewachsenen Holzmengen von ca. 24 Millionen Erntefestmetern (Efm).

Der zweite Balken daneben stellt die durchschnittliche jährliche Nutzung nach der BWI 3 dar. Es wurden jährlich etwa 1,7 Millionen Erntefestmeter weniger Holz genutzt als zugewachsen sind.

Die folgenden Säulen zeigen den Holzeinschlag der amtlichen Statistik der Jahre 2006 bis 2018. 2006 schlugen die Waldbesitzer aufgrund hoher Holzpreise bei gleichzeitig guter Finanzmarktlage überdurchschnittlich viel ein. Im Folgejahr 2007 führte der Sturm „Kyrill“ zu einem hohen Holzanfall gefolgt von regional deutlichen Schäden durch Borkenkäfer. In den folgenden Jahren wurde deutlich weniger Holz eingeschlagen. 2015 verursachte das Sturmtief „Niklas“ zu einem Zeitpunkt, als der Wintereinschlag so gut wie beendet war, erhebliche Windwurfschäden. In der Folge konnten sich Buchdrucker und Kupferstecher eine Massenvermehrung aufbauen, die bis ins Jahr 2019 anhält. 2016 wurde der Frischholzeinschlag wegen der Borkenkäfermassenvermehrung (3,4 Mio. Efm) und den Schäden durch Niklas zurückgenommen. Im Jahr 2017 verursachten Insekten eine Schadholzmenge von 4,1 Mio. Efm und Stürme 2,6 Mio. Efm. Ähnlich hohe Schadholzmengen (Insekten 4,8 Mio. Efm; Sturm 1,8 Mio. Efm) waren auch 2018 wieder zu verzeichnen.

Balkendiagramm mit fünfzehn mehrfarbigen Balken. Auf der x-Achse sind die Jahre, auf der y-Achse der Holzeinschlag in Mio. Erntefestmetern (EFm) dargestellt.

Abbildung 1: Holzeinschlag in Bayern von 2006 bis 2018. Aufgetragen sind auch die durchschnittliche Nutzung und der Zuwachs nach der dritten Bundeswaldinventur.
(Rundungsbedingte Abweichungen zur Summe der Einzelwerte sind möglich)
Die Forstwirtschaft in Bayern stellt knapp ein Drittel des gesamten Rohholzes in Deutschland zur Verfügung.

Die ersten beiden Säulen geben die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur an, die Daten der Spalten 2006 bis 2018 sind aus der amtlichen Holzeinschlagsstatistik entnommen.

Über alle Waldbesitzarten hinweg wurden im Jahr 2018 insgesamt 18,3 Millionen Festmeter Holz geerntet. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Holzeinschlag um 3 Prozent.
Der Privatwald schlug mit 66 Prozent den überwiegenden Teil des Holzes ein. 27 Prozent stammten aus dem Staatswald Bayerns und etwa 7 Prozent aus den Körperschaftswäldern. Im Staatswald des Bundes fällt knapp 1 Prozent der Holzmenge an.

Balkendiagramm mit fünfzehn mehrfarbigen Balken. Auf der x-Achse sind die Jahre, auf der y-Achse der Holzeinschlag in Mio. Erntefestmetern (EFm) dargestellt.

Abbildung 2: Holzeinschlag in Bayern 2006 - 2018 nach Waldbesitzarten
Vom Holzeinschlag 2018 wurde 55 Prozent für Sägewerke im In- und Ausland als Stammholz bereitgestellt. Weitere 8 Prozent wurden als Industrieholz zur stofflichen Nutzung an die Holzwerkstoff- sowie Papier- und Zellstoffindustrie geliefert.
33 Prozent des Einschlags diente der Energieerzeugung für Wärme und Strom in Form von Scheitholz oder Hackschnitzeln. Der Anteil der direkten energetischen Nutzung von Rohholz ist im Vergleich zu seinem Höhepunkt im Jahr 2013 um einen Prozentpunkt gesunken.

Kreisdiagramm mit vier ausgestellten Teilen für die Sorten. Den größten Anteil bildete Stammholz mit 9,66 Mio. EFm = 54%, den kleinsten mit 890.000 EFm = 5% nicht verwertetes Holz.

Abbildung 3: Holzeinschlag in Bayern 2018 nach Sorten
Getrennt nach Nadelholz- und Laubholzarten bietet sich folgendes Bild:

Die Stammholzmenge bei den Nadelbaumarten war von 2006 bis 2012 von 13,5 Millionen Festmeter auf 7,5 Millionen Festmeter gesunken; von 2013 bis 2015 konnten die Mengen kontinuierlich gesteigert werden. Die starke Zunahme im Jahr 2015 ist dem hohen Schadholzanfall des Sturms „Niklas“ geschuldet. Im Jahr 2016 sank die Holzmenge im Vergleich zum Vorjahr und stieg dann 2017 und 2018 wieder etwas an, ohne die Menge von 2015 zu erreichen.
Die energetische Verwertung des Nadelholzes stieg demnach, aber auch wegen der Borkenkäfermassenvermehrung, um 3 Prozentpunkte auf 29 % an.

Balkendiagramm mit dreizehn mehrfarbigen Balken. Auf der x-Achse sind die Jahre, auf der y-Achse der Holzeinschlag in Mio. Erntefestmetern (EFm) dargestellt.

Abbildung 4: Nadelholzeinschlag nach Sorten in Bayern 2006 - 2017

Der Einschlag beim Laubholz wurde bis 2013 deutlich gesteigert, wobei die Bereitstellung von Stammholz und Industrieholz (stoffliche Nutzung) annähernd gleich blieb. Der Mengenzuwachs bis 2013 entfiel allein auf Energieholz. Bis 2016 sank die Einschlagsmenge beim Laubholz wieder. Im Jahr 2018 wurden etwa 1,7 Millionen Festmeter (56 Prozent) des eingeschlagenen Holzes als Energieholz genutzt.

Balkendiagramm mit dreizehn mehrfarbigen Balken. Auf der x-Achse sind die Jahre, auf der y-Achse der Holzeinschlag in Mio. Erntefestmetern (EFm) dargestellt.

Abbildung 5: Laubholzeinschlag in Bayern 2006 - 2017

Stürme und Käfer – Anteil der ZE-Mengen am Holzeinschlag

Mit dem Klimawandel nehmen Wetterextreme in Bayern zu. Hierdurch erhöhen sich auch die Schadholzmengen (ZE), die durch Ereignisse wie Sturm, Käfer, Schneebruch usw. anfallen. In der folgenden Tabelle sind die durch die amtliche Einschlagsstatistik erfassten ZE-Mengen in Bayern der Jahre 2008 bis 2018 erfasst. Zusätzlich stehen über den Säulen die Namen der Stürme, die in diesen Jahren größere ZE-Mengen in Bayerns Wäldern verursacht haben.

Balkendiagramm mit elf mehrfarbigen Balken. Auf der x-Achse sind die Jahre, auf der y-Achse der Holzeinschlag in Mio. Erntefestmetern (EFm) dargestellt.

Abbildung 6: Schadholzmengen in den bayerischen Wäldern 2008 bis 2018. Emma, Niklas und Kolle sind Stürme, die größere Schäden in Bayerns Wäldern verursacht haben.

Quellenangaben

Darstellung zum Holzeinschlag:
© Statistisches Bundesamt

Datenerhebung zum Einschlag im Privat- und Körperschaftswald:
Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Abteilung Waldbesitz, Beratung, Forstpolitik

Daten der Bundeswaldinventur:
Thünen-Institut, Dritte Bundeswaldinventur - Ergebnisdatenbank, https://bwi.info