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Beschäftigung und Umsätze

Die Entwicklung eines Wirtschaftszweiges kann über die Jahre mit wenigen Größen beobachtet und nachvollzogen werden. Gleichzeitig können verschiedene Wirtschaftszweige oder Cluster innerhalb der Volkswirtschaft anhand dieser Größen eingeordnet werden.

Zwei wichtige Größen aus der gesamtwirtschaftlichen Sicht stellen die Anzahl der Beschäftigten und der Umsatz, der im Wirtschaftszweig erzielt wurde, dar. Im Folgenden sind Auswertungen zur Entwicklung der Beschäftigung und des Umsatzes im Cluster Forst und Holz dargestellt.
Die bayerische Forst- und Holzwirtschaft beschäftigt rund 163.000 Menschen in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen.

Im Vergleich zu den Branchen des verarbeitenden Gewerbes steht der Cluster Forst und Holz in Bayern an vierter Stelle. Herausragend ist auch die hohe Anzahl von knapp 22.500 Unternehmen (Stand 2013), die eindrucksvoll die Prägung des Clusters Forst und Holz durch kleine und mittlere Unternehmen belegt. Werden zu den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten noch die zahlreichen Selbständigen in Betrieben der Land- und Forstwirtschaft sowie in den Unternehmen hinzugezählt, die ihr Einkommen in diesem Bereich erzielen, dürften es etwa 190.000 Erwerbstätige im Cluster Forst und Holz sein.

Waagerechtes Balkendiagramm mit der Stückzahl auf der x-Achse und der Branche in der y-Achse. Insgesamt 9 Balken werden von unten nach oben immer breiter, Forst und Holz haben mittig 159.000 Beschäftigte.

Abbildung 1: Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe in Bayern 2017
Innerhalb des Clusters Forst und Holz arbeiten die meisten abhängig Beschäftigten – knapp 35.200 - im Holzbau. Bauschreiner, Zimmerer sowie Firmen des Ingenieurholzbaus gehören zu diesem Bereich. Mit etwas Abstand folgt die Holzbe- und -verarbeitung mit etwa 26.100 Beschäftigten. Zum holzverarbeitenden Gewerbe zählen Säge-, Furnier-, Verpackungsmittel- und Holzwerkstoffindustrie sowie die Hersteller von Konstruktions- und Fertigbauteilen.

Kreisdiagramm mit sieben verschiedenfarbigen Sektoren. Der größte ist das Druckgewerbe mit 30.000, kleinster die Fortwirtschaft mit 4.000 Beschäftigten.

Abbildung 2: Beschäftigte im Sektor Forst und Holz in Bayern 2017
Zwischen 2007 und 2015 ging die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um knapp 7.500 zurück. Entgegen diesem Trend steigerte sich die Anzahl 2016 um rund 800 und 2017 sogar um rund 3.900 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Geringfügig entlohnte Beschäftigte (sog. Minijobs), die nicht mehr als 450 Euro verdienen, sind in den Daten nicht enthalten.

Liniendiagramm mit Vierecken für den Wert des jeweiligen Jahres. Die Zahl der Beschäftigten nimmt von 2003 (17.700 Beschäftigte) auf 2016 (158.800) kontinuirlich ab.

Abbildung 3: Entwicklung der Beschäftigtenzahl im Sektor Forst und Holz
Die einzelnen Branchen des Clusters „Forst und Holz“ verzeichnen die letzten Jahre unterschiedliche Trends:

Im Bereich des Holzbaus stieg die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten von 2007 auf 2017 um rund 30 %. Dieser Wirtschaftszweig konnte sich aus dem Mittelfeld zum führenden Wirtschaftszweig im Cluster Forst und Holz entwickeln. Eine zunehmende Zahl an Gebäuden wird aus Holzbaustoffen (siehe Holzbau ) errichtet bzw. energetisch saniert. Dies führte zu einer Zunahme der Arbeitsplätze. Ebenfalls hohe prozentuale Zuwächse ergaben sich in dieser Zeitspanne in der Forstwirtschaft (17 %) und dem Holzhandel (16 %), allerdings sind die absoluten Zuwächse in diesen Wirtschaftszweigen aufgrund der niedrigen Ausgangslage gering. In der Möbelherstellung erfolgt bis 2011 ein Arbeitsplatzabbau. Seit dem nahm die Anzahl der Beschäftigten zu und kompensierte den vorherigen Abbau, so dass es 2017 rund 11 % mehr Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte gibt als 2007.

Wenig Bewegung bei der Anzahl der Beschäftigten ist in der Holzbe- und Verarbeitung zu beobachten. Dort nahm die Anzahl der Beschäftigten im Zeitraum zwischen 2007 und 2017 um 0,6 % ab. Etwas größere Arbeitsplatzverluste wurden mit 4 % im Wirtschaftszweig Papier und Zellstoff ermittelt. Die größten Arbeitsplatzrückgänge wurden im Druckgewerbe mit 17 % und bei den Verlagen mit 23 % verzeichnet.


Liniendiagramm mit acht verschiedenen Linien für die Wirtschaftssektoren. Die Beschäftigtenzqahlen blieben von 2007 bis 2016 im wesentlichen unverändert.

Abbildung 4: Entwicklung der Beschäftigtenzahl in den einzelnen Wirtschaftsbereichen
Innerhalb der einzelnen Regierungsbezirke stellt sich die Verteilung der Beschäftigten auf die einzelnen Branchen unterschiedlich dar.

Innerhalb der einzelnen Regierungsbezirke stellt sich die Verteilung der Beschäftigten auf die einzelnen Branchen unterschiedlich dar. Oberfranken ist ein Schwerpunkt der Möbelherstellung. In Niederbayern stellt der Holzbau und in der Oberpfalz die Holverarbeitung den größten Teil der Arbeitsplätze. In Oberbayern beschäftigen die Druckereien und Verlage die meisten Menschen im Cluster Forst und Holz. Dazu trägt das Presse- und Medienzentrum München einen Großteil bei. In Schwaben und Mittel- und Unterfranken sind die Beschäftigten im Cluster Forst und Holz etwa wie im bayerischen Durchschnitt auf die verschiedenen Branchen verteilt.
Die Forstwirtschaft bietet die kleinste Anzahl an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Jedoch ist zu beachten, dass dort zahlreiche Selbständige in Betrieben der Land- und Forstwirtschaft sowie in Forstunternehmen ihre Einkommen erzielen, die hier nicht verzeichnet sind.

Sieben Kreisdiagramme (sechs Regierungsbezirke und Bayern gesamt) mit jeweils acht verschiedenfarbigen Teilen für die Sektoren.

Abbildung 5: Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte im Sektor Forst und Holz in den Regierungsbezirken Bayerns 2017
Mit 49.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten befinden sich in Oberbayern mit Abstand die meisten Arbeitsplätze im Cluster Forst und Holz, gefolgt von Schwaben und Mittelfranken.

Kreisdiagramm mit sieben verschiedenfarbigen sieben Regierungsbezirken. Der größte Anteil ist in Oberbayern mit 48.000, kleinster in der Oberpfalz mit 12.000 Beschäftigten.

Abbildung 6: Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte im Sektor Forst und Holz in den Regierungsbezirken Bayerns gesamt 2017
Die Bedeutung, die der Cluster Forst und Holz in Bayern für die Beschäftigung in den einzelnen Landkreisen hat, kann der Abbildung mit den Anteilen an den sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer (Bezugsjahr 2014) entnommen werden.

Nicht überraschend ist, dass es ländlich geprägte Räume sind, in denen die Forst- und Holzwirtschaft auf dem Arbeitsmarkt eine besondere Stellung einnimmt. So sorgt beispielsweise die Möbelherstellung dafür, dass im Landkreis Coburg 15,4 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Wertschöpfungskette Holz arbeiten. Bayernweit liegt der Anteil bei 3,1 %. Die meisten Beschäftigten im Cluster Forst und Holz arbeiten im Regierungsbezirk Oberbayern. Dort hat der Cluster jedoch nur einen Anteil von 2,6 % an der Gesamtzahl der Beschäftigten. Anteilig deutlich mehr Arbeitsplätze bieten die Forstwirtschaft und das holzverarbeitende Gewerbe in Oberfranken und Schwaben, wo über 4 % der Arbeitnehmer im Cluster tätig sind.

Bayernkarte mit unterschiedlich rot eingefärbten Landkreisen. Je dunkler desto höher dar Anteil der im Sektor Forst-Holz Beschäftigten.

Abbildung 7: Beschäftigte im Sektor Forst und Holz in den Landkreisen Bayerns 2014
(Geodaten: Bayerische Vermessungsverwaltung unter www.ldbv.bayern.de)
Im Cluster Forst und Holz wurde im Jahr 2016 ein Umsatz von 38 Mrd. Euro erzielt. Die Forstwirtschaft hatte mit rund 1,0 Mrd. € den geringsten Umsatz.

Weil aber ein Großteil der Umsätze wegen der Pauschalierung in der Forstwirtschaft von der Umsatzsteuerstatistik nicht erfasst wird, dürften die Umsätze dort deutlich größer sein, als aus dem Diagramm hervorgeht. Den stärksten Umsatz hatte die Holzbe- und -verarbeitung, worunter Sägewerke und die Holzwerkstoffindustrie fallen.

Hinweis: Die Umsätze im Cluster Forst und Holz wurden der Umsatzsteuerstatistik entnommen, weil dort fast alle Unternehmen erfasst sind und so die von Kleinst- und Kleinbetrieben geprägte Struktur der Forstwirtschaft und der holzverarbeitenden Betriebe besser abgebildet werden kann. Ausnahme in der Darstellung ist der Umsatz für Papier und Zellstoff, welcher aus der Statistik zum verarbeitenden Gewerbe entstammt. Die Umsatzsteuerstatistik wird durch das Landesamt für Statistik zwei Jahre nach dem Bezugsjahr veröffentlicht.

Kreisdiagramm mit acht verschiedenfarbigen Sektoren. Der größte ist die Holzbe- und -verarbeitung mit 7,0 Mrd. €, kleinster die Forstwirtschaft mit 1,0 Mrd. €.

Abbildung 8: Umsatz im Sektor Forst und Holz in Bayern 2016
Die Umsätze im Cluster Forst und Holz sind zwischen 2006 und 2016 um knapp 26 % gewachsen. Die Finanz und Wirtschaftskrise verursachte eine Delle in der Umsatzentwicklung: 2008 kein Wachstum und 2009 ein Minus von knapp 5 %. Mittlerweile sind die Folgen der Finanzkrise überwunden. 2010 und 2011 wurden bereits Wachstumsraten von 7 % bzw. 8 % erreicht. Während die Umsätze 2012 und 2013 wenig Dynamik zeigten, stiegen sie dann 2014 und 2015 um 1,4 % bzw. 1,1 %. Im Jahr 2016 wuchs der Umsatz im Cluster Forst und Holz sogar um 3 % und damit stärker als in der gesamtdeutschen Industrie, wo er im gleichen Zeitraum nur um 0,025 % anstieg. (eigene Berechnung nach Deutsche Bundesbank 2018).

Liniendiagramm mit Vierecken für den Wert des jeweiligen Jahres. Die Zahl des Umsatzes nimmt von 2006 (30,3 Mrd. €) bis 2016 (38,3 Mrd. €) kontinuirlich zu.

Abbildung 9: Entwicklung des Umsatzes im Sektor Forst und Holz in Bayern
Der Holzbau konnte im Betrachtungszeitraum eine Umsatzsteigerung von knapp 98 % erzielen. Interessant ist, dass die Umsätze im Jahr 2007 zurückgingen und 2008 nahezu stagnierten, um dann 2009 – auf dem Höhenpunkt der Krise – regelrecht in die Höhe schossen (+39 %).

Die Forstwirtschaft (+85 %) und Möbelherstellung (+72 %) konnten im Zeitraum 2006-2016 ebenfalls sehr hohe Umsatzsteigerungen realisieren. Etwa im Durchschnitt des Clusters wuchsen der Holzhandel mit 26 % und die Holzbe- und verarbeitung mit 22 %. Niedrigere Zuwächse hatte das Druckgewerbe mit 11 % und die Papier und Zellstoffbranche mit 7 %. Die Verlage mussten mit -5 % den einzigen Umsatzrückgang hinnehmen. Als anfällig für die Finanzkrise haben sich die Holzbe- und Verarbeitung, Möbelherstellung und Papier und Zellstoffindustrie gezeigt. In der Möbelherstellung hat es bis ins Jahr 2014 gedauert, bis sich die Umsätze dauernd und deutlich über dem Vorkrisenniveau halten konnten.

Liniendiagramm mit acht verschiedenen Linien für die Wirtschaftssektoren. Die Umsätze stiegen von 2006 bis 2015 leicht an.

Abbildung 10: Entwickluing des Umsatzes in den einzelnen Wirtschaftsbereichen

Bayernweit tragen die Branchen des Clusters rund 4% zum steuerbaren Umsatz bei.

Die Abbildung (Bezugsjahr 2012) mit dem Anteil des Clusters Forst und Holz am Umsatz zeigt, für welche Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern der Cluster eine bedeutende Wirtschaftsgröße darstellt. Insbesondere im Regierungsbezirk Schwaben tragen Unternehmen aus der weiterverarbeitenden Holzindustrie erheblich zur wirtschaftlichen Leistung in der Region bei. Im Landkreis Aichach-Friedberg wird rund 26 Prozent des Gesamtumsatzes im Cluster Forst und Holz erwirtschaftet. Im Landkreis Augsburg und im Landkreis Coburg werden über 20 Prozent im Cluster Forst und Holz umgesetzt. Den vierten Platz bei den Umsätzen im Cluster Forst und Holz belegt der Landkreis Bad Kissingen mit 15 Prozent.

Bayernkarte mit unterschiedlich rot eingefärbten Landkreisen. Je dunkler desto höher der Anteil der Umsätze des Sektors Forst-Holz.

Abbildung 11: Umsatz des Sektors Forst und Holz in Bayern je Landkreis
(Geodaten: Bayerische Vermessungsverwaltung unter www.ldbv.bayern.de)

Weiterführende Informationen

Quellenangaben

Deutsche Bundesbank (2018): Saisonbereinigte Wirtschaftszahlen. Statistisches Beiheft 4 zum Monatsbericht, Juni 2018

Darstellungen über die Beschäftigtenzahl:
© Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg

zusätzlicher Hinweis zu den verwendeten Daten:
Aufgrund des Erhebungsverfahrens über das Meldeverfahren der Arbeitgeber zur Sozialversicherungspflicht sind in den 4- bzw. 5-stelligen Wirtschaftszweigzuordnungen fehlerhafte Zuordnungen einzelner Elemente nie grundsätzlich auszuschließen. Diese Fehler können ggf. zu Fehlinterpretationen führen, weshalb eine Verwendung ohne fachlich-methodisches Hintergrundwissen über das Zuordnungs- und Erhebungsverfahren nur eingeschränkt sinnvoll ist.

Darstellungen über die Umsätze und deren Entwicklung aus Umsatzsteuerstatistik und Statistik des verarbeitenden Gewerbes:
© Bayerisches Landesamt für Statistik