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Forschungs- und Innovationsprojekt
Integrales Schalenwildmanagement im Bergwald

Status: In Bearbeitung
Laufzeit 2016 - 2019
Projektleitung: Alois Zollner, Leiter der Abteilung 6 Biodiversität, Naturschutz, Jagd
Finanzierung: Mittel der Bayerischen Forstverwaltung sowie weiterer Kooperationspartner
Kooperationspartner: Forstbetriebe Ruhpolding und Bad Tölz der Bayerischen Staatsforsten (BaySF)

Kurzbeschreibung

Hintergrund und Ziele

Hirsch und AlttierZoombild vorhanden

©bergfee-Fotolia.com

Die Aufgaben, die der Wald im Gebirge zu erfüllen hat, sind ausgesprochen vielfältig. Zu den wichtigsten Funktionen des Bergwaldes gehört der Schutz der Alpentäler vor Muren, Steinschlag und Lawinen. Darüber hinaus ist der Wald im Gebirge ein äußerst wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und als Lieferant des Rohstoffs Holz auch von forstwirtschaftlicher Bedeutung. Zur Sicherstellung dieser und weiterer Bergwaldfunktionen ist ein angepasstes und integrales Schalenwildmanagement von zentraler Bedeutung.

Rot-, Gams- und Rehwild sind die für den Bayerischen Alpenraum charakteristischen Schalenwildarten. Sie stehen in komplexen Wechselbeziehungen mit ihrem Lebensraum und spielen daher beim Erhalt der Multifunktionalität des Ökosystems Bergwald eine entscheidende Rolle. Ein nachhaltiges Schalenwildmanagement kann somit nur dann unterstützend beim Erhalt der Funktionen des Bergwaldes und der angrenzenden Lebensräume wirken, wenn es alle drei Wildarten sowie die Wechselbeziehungen mit ihren Lebensräumen berücksichtigt.

Vor diesem Hintergrund hat die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) und unter Einbindung externer Experten ein Forschungskonzept ausgearbeitet. Die Ziele der mehrjährigen Forschungsinitiative bestehen insb. darin, in zwei ausgewählten und für den Bayerischen Alpenraum repräsentativen Modellgebieten

a) den Populationszustand (Populationsdichte und -struktur), und
b) die Lebensraumnutzung der drei oben genannten Schalenwildarten wissenschaftlich zu untersuchen.

Die auf diese Weise generierten Populations- und Raumnutzungsdaten werden in einem zweiten Schritt mit Daten zum örtlichen jagdlichen Management sowie mit weiteren verfügbaren Fachinformationen (insb. zur Situation der Waldverjüngung, Lebensraumsituation sowie Schutzwaldsanierung und Natura 2000-Managementplanung) verschnitten. Somit können die verschiedenen örtlichen Managementmaßnahmen hinsichtlich ihrer Folgen und Wechselwirkungen noch besser beurteilt und Handlungsempfehlungen für die Bewirtschaftung und Pflege des Bergwaldes, das jagdliche Management sowie andere damit in Zusammenhang stehende Fachplanungen optimiert werden.
Gams schaut von Berg herab.

Gams (© Wolfgang Kruck - Fotolia.com)

Rehbock sichert neben Holzpolter.

Rehwildlebensraum (© Danimages-Fotolia.com)

Tannenzweig.

Schützenswert: Tanne (© T. Kudernatsch)

Gemsen im Gebirge.

Lebensraum Gebirge (© C. Janko)

Menschengruppe diskutiert auf einer Wiese vor einem sehr alten Baum.

Managementplanung vor Ort (© C. Janko)

Methodik und Untersuchungsgebiete

Panoramablick auf einen Bergsee mit Wald im Hochgebirge.Zoombild vorhanden

Gamswildlebensräume (Foto: T. Kudernatsch)

Die Untersuchungen werden exemplarisch in zwei Projektgebieten durchgeführt, die sich bezüglich der Lebensraumsituation, insbesondere der Wald-Offenland-Verteilung, und auch des Schalenwildmanagements unterscheiden. Dadurch werden unterschiedliche, aber für den Bayerischen Alpenraum insgesamt typische Ausgangssituationen abgebildet. Bei den Projektgebieten handelt es sich um das Projektgebiet „Geigelstein-Kampenwand“ (BaySF-Forstbetrieb Ruhpolding) und das Projektgebiet „Karwendel“ (BaySF-Forstbetrieb Bad Tölz).

Die Methodik umfasst konventionelle und bereits implementierte Verfahren, wie die Auswertung von Jagdstrecken nach Geschlecht und Altersklassen, verknüpft mit neuesten Untersuchungsmethoden, wie die Fang-Wiederfang-Methodik (Capture-Mark-Recapture; CMR) über die Kotgenotypisierung. Aus diesen Daten werden mittels geeigneter statistischer Verfahren die Populationsgröße sowie das Geschlechterverhältnis in der Population ermittelt.

Über die Kartierung der Losung in Verbindung mit weiteren Raum-Zeit-Daten, empirischen Daten zum Lebensraum (z. B. Vegetationsaufnahmen) und Daten des Geographischen Informationssystems (GIS) können somit Informationen über die Verteilung und die Lebensraumnutzung der Wildarten abgeleitet werden. Bei diesem integrativen Ansatz werden insbesondere die verfügbaren Fachinformationen zur Situation der Waldverjüngung sowie der Schutzwaldsanierung und der Natura 2000-Managementplanung mit einbezogen.
Bergwald
Fotostory "Jagd auf Gamslosung"
Feldaufnahmen für Schalenwildprojekt im Karwendel gestartet

Durch die Aufnahmen im Gelände – bei denen mäandernd ein 200 m x 200 m Quadrat nacheinander abgesucht wird – taucht man intensiv in den Bergmischwald ein. Während an den Unterhängen an der Isar noch üppige krautige Vegetation die Sucherei erschwert, dominieren weiter oben weiche Grasmatten. Totholz, Moos- und Farnepiphyten auf knorrigen Bergahornen wechseln sich mit faszinierenden Ausblicken ab.

Weiterführende Links

Interessante Informationen zum Thema im Wildtierportal Bayern