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Forschungs- und Innovationsprojekt
Mittel- und langfristige Vegetationsveränderungen im Naturwaldreservat Echinger Lohe - Projekt ST 330

Status: Laufend
Laufzeit: 01.02.2017 - 31.07.2018
Projektleitung: Dr. Thomas Kudernatsch
Markus Blaschke
Finanzierung: Mittel der Bayerischen Forstverwaltung
Kooperationspartner: Fachgebiet Geobotanik, TU München;
Institut für Ökologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Kurzbeschreibung

Laubmischwald im zeitigen Frühjahr.Zoombild vorhanden

Abbildung 1: Frühling in der Echinger Lohe. (Foto: LWF)

Die Echinger Lohe liegt im Nordosten Münchens nahe der Gemeinde Eching. Die isolierte Waldinsel weist eine Größe von 24 ha auf und ist von intensiv genutztem Ackerland umgeben.

Der Waldbestand der Echinger Lohe wird (bzw. wurde) durch verschiedene anthropogene Faktoren direkt oder indirekt beeinflusst und verändert. So wurde der Lohwald bis ins 19. Jahrhundert als Waldweide genutzt, die Bewirtschaftung erfolgte als Mittelwald. Auch während der Weltkriege kam es zu Streunutzungen und somit einem Nährstoffaustrag und einer Verarmung der Böden. Erst nach der Ausweisung als Naturschutzgebiet im Jahre 1951 (seit 1978 auch Naturwaldreservat) ist der direkte anthropogene Einfluss geringer geworden. Allerdings gibt es seit der großflächigen Verbreitung der Kunstdünger in den 1960er Jahren einen neuen indirekten Einfluss: Den Nährstoffeintrag aus der umgebenden Landwirtschaft. Seit einigen Jahren wirkt sich auch das Eschentriebsterben verstärkt auf die Waldentwicklung in der Echinger Lohe aus.
Umgestürzte alte Bäume in einem Laubmischwald.Zoombild vorhanden

Abbildung 2: Die Echinger Lohe ist reich an Totholz. (Foto: LWF)

In der Echinger Lohe wurden seit den 1970er Jahren zahlreiche pflanzensoziologische sowie waldkundliche Vegetationserfassungen auf Dauerbeobachtungsflächen (Vegetationstransekt, pflanzensoziologische Dauerbeobachtungsflächen, Repräsentationsfläche des Naturwaldreservats) durchgeführt, welche für Wiederholungserhebungen geeignet sind. Neben diesen Dauerbeobachtungsflächen liegen für das Untersuchungsgebiet auch wiederholt durchgeführte Vegetationskartierungen von 1961, 1985 und 2003 vor.

Aufgrund dieser langen Forschungstradition und der zahlreich vorhandenen echten Dauerbeobachtungsflächen ist das Naturwaldreservat Echinger Lohe geradezu prädestiniert, Forschungsansätze zum Einfluss von sich ändernden Umweltbedingungen sowie zur Erfassung, Bewertung und Veränderung der Biodiversität zu verfolgen. So kann durch eine wiederholte Erfassung der Vegetation auf den beschriebenen Dauerbeobachtungsflächen sowie durch eine erneute Vegetationskartierung insbesondere den im Folgenden beschriebenen Fragestellungen nachgegangen werden.

Fragestellungen des Vorhabens

  • Lässt sich mithilfe von wiederholten Vegetationserhebungen über einen längeren Zeitraum eine Veränderung der Waldbodenvegetation (inkl. Verjüngung der Baumarten) sowie der Strauch- und Baumschicht erkennen?
  • Lassen sich diese Vegetationsveränderungen mit einer erhöhten Stickstoffversorgung und/oder der Einstellung der Bewirtschaftung in Verbindung bringen?
  • Gibt es ggf. weitere Faktoren, die mit den beobachteten Vegetationsveränderungen in einem ursächlichen Zusammenhang stehen (insb. starkes Voranschreiten des Eschentriebsterbens während der letzten Jahre)?
  • Führen die ablaufenden Prozesse zu einer Veränderung (und ggf. Beeinträchtigung) der Phytodiversität des Schutzguts Echinger Lohe?

Methodik

Im Rahmen des Projekts sollen verschiedene Aspekte der bisherigen Vegetationserhebungen wiederholt werden (Vegetationserfassung auf Dauerquadraten, flächige Vegetationskartierung, waldkundliche Aufnahme in der Repräsentationsfläche), wobei die jeweils selbe Methodik wie bei den vorausgegangenen Erhebungen angewendet wird, um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Durch einen Vergleich der aktuellen Aufnahmen mit den vorausgegangenen Erhebungen können die im Vergleichszeitraum abgelaufenen Vegetations¬veränderungen aufgezeigt und interpretiert werden.