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Übersicht der Naturwaldreservate in Schwaben

Naturwaldreservat Achrain

Buchen-Tannen-Fichtenwaldungen mit Edellaubbäumen in den Allgäuer Molassevoralpen
Die Weissach, ein Nebenfluß der Bregenzer Ach, durchschneidet von Osten kommend in einer tiefen Schlucht einen von würmeiszeitlichem Moränenmaterial überlagerten Molassezug. In ihrem Lauf wird sie durch schwer erodierbare Nagelfluhbänke, die von SSW nach NNO streichen in die gleiche Richtung gezwungen.

Im Bereich des Reservates, das die Schluchteinhänge und kleine Flächen oberhalb des Tobels umfasst, folgt die Weissach nur im südöstlichen Teil dieser Streichrichtung, während sie im nordwestlichem Flussabschnitt nicht mehr von Nagelfluhbänken zur Einhaltung einer bestimmten Fließrichtung veranlasst wird und nach Nordwesten fließt. Zahlreiche Zuflüsse gliedern die Hänge in Einzelabschnitte. Im Osten sind bedingt durch anstehende Nagelfluhbänke einige Wasserfälle und Strudeltöpfe entstanden.

Es herrschen Fichten-Buchen-Tannen-Bestände vor. An weiteren Baumarten sind Bergahorn, Bergulme und Esche zahlreich beigemischt. Die Grauerle besiedelt bevorzugt Hangrutsche und die flussnahen Standorte. Als Besonderheit sind einige Eiben zu nennen, die im gesamten Reservat verteilt sind. In den Randberichen dominiert die Fichte.
Größe:110,3 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Oberstaufen
Forstbetrieb:Sonthofen
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Kempten (Allgäu)

Naturwaldreservat Brunnenschlag

Mischwald aus Esche, Bergahorn, Fichte, Buche, Eiche auf der Schwäbischen Riesalb
Das Reservat umfasst in langgestreckter Form den Einzugsbereich eines kleinen Wasserlaufes im Süden der Monheimer Alb. Die Bestände im Osten sind fast reine Eschenwälder. Im Süden herrscht an den Hangflächen die Buche vor. Im Südosten ist ein Mischbestand aus Buche, Esche, Bergahorn und Hainbuche ausgebildet. Fichtenreichere Partien sind im äußersten Südwestteil und eine schmale Zone entlang der Reservatgrenze im Süden. Die bachbegleitenden Flächen besitzen eine Bestockung aus Esche, Bergahorn, Fichte, Buche, Stieleiche, Hainbuche und einzelner Schwarzerle.
Größe:10,5 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Kaisheim
Forstbetrieb:Kaisheim
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Nördlingen

Naturwaldreservat Deutschordensbrand

Lichter Laubbestand mit Bodenbewuchs
Buchen-Eichen-Hainbuchen-Wald auf der Riesalb (Egaualb) (ehemaliger Mittelwald)
Das Naturwaldreservat liegt östlich von Nattheim. Die Wälder bestehen überwiegend aus Buchen, Stieleiche und Hainbuche. Beigemischt sind Esche, Bergahorn, Hänge-Birke, Winterlinde, Aspe, Pappel, Feldahorn, Elsbeere, Sal-Weide sowie Fichte, Kiefer und Europäische Lärche.
Größe:27,7 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Zöschingen u. Syrgenstein
Forstbetrieb:Weißenhorn
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Wertingen

Naturwaldreservat Dreiangel

Ein Haufen Totholz in einem sehr lichten Laubholzbestand.
Eschen-Ulmen-Auwald im Donauried
Im südwestlichen Teil des Donauriedes verengt sich die breite Donauebene zwischen Ausläufern der Schwäbischen Alb im Norden und Schotterriedel im Süden. Vornehmlich die Flächen links der Donau werden durch einen nahe an den Fluss heranreichenden Albteil mit vorgelagerter Molasse auf wenige Kilometer zusammengedrängt.

Das Reservat umfasst die unmittelbar an die Donau angrenzenden Wälder in der Nähe Grenze zu Baden-Württemberg. Auf dem gegenüberliegendem Ufer mündet die Rot von Süden kommend in die Donau. Obwohl die früher häufig auftretenden Hochwasser die Reservatflächen nach den zahlreichen Verbauungen der Ufer und der Errichtung von Staustufen nicht mehr überfluten können, hat die neu enstandene Folgegesellschaft des ehemaligen Auwaldes, dessen Strukturreichtum erhalten können. Diese Erscheinung ist zu einem Teil darauf zurückzuführen, dass ein ständig wasserführender Bach die Flächen in West-Ost-Richtung durchschneidet und dass zum anderen die Böden über eine hohe Wasserkapazität verfügen.

Der heutige Landwald wird von Esche und Bergahorn dominiert, beigemischt finden sich weitere Laubbäume wie Winterlinde (z.T. wohl Bastard mit der Sommerlinde), Traubenkirsche, Bergulme, Buche und Stieleiche. Vegetationskundlich handelt es sich um einen Ahorn-Eschen-Mischwald, vorherrschend in einer Bärlauch-reichen Ausprägung (Adoxo-Aceretum allietosum ursini), typisch für nährstoffreiche und feuchte Talböden.

An den Eichen- (Eschen-) Überhältern sowie der gut entwickelten Strauchschicht aus Hasel, Heckenkirsche und Traubenkirsche lässt sich die ehemalige Mittelwaldbewirtschaftung erkennen. Eine trockengefallene Altwasserrinne begrenzt im Südosten das Naturwaldreservat. Die umgebende Bestockung besteht aus Esche, Bergahorn, Bergulme, Graupappel und Grauerle. Im Süden ist ein Kiefernhorst und im Norden ein fichtenreicherer Teil vorhanden.
Größe:16,7 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Leipheim
Forstbetrieb:Weißenhorn
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Krumbach (Schwaben)

Naturwaldreservat Dumler

Eichen-Hainbuchenwald auf der Schwäbischen Riesalb
Am südöstlichen Rand der Schwäbischen Alb (Riesalb) rechts des Wörnitztales sind großflächige Hochebenen ausgebildet. Das Reservat grenzt im Westen an eine der wenigen landwirtschaftlich genutzten Flächen und liegt mit den östlichen Beständen bereits am Ostrand der Hochfläche und im Einzugsbereich des Hüttenbaches, der schon nach 2500m in die Wörnitz mündet und auf dieser Strecke einen Höhenunterschied von 70m durchfließt.

Der überwiegende Teil des Reservates ist mit Eiche und Hainbuche aus ehemaliger Mittelwaldbewirtschaftung bestockt. Die Buche ist nur einzeln beigemischt und erreicht lediglich im Nordosten einen höheren Anteil. In der Nordhälfte kommt ein Bestand aus Fichte vor. Des weiteren findet sich im Noren ein Mischbestand aus Hainbuche, Buche und Eiche mit beigemischter Esche, Kiefer, Lärche und Bergulme.
Größe:14,5 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Donauwörth
Forstbetrieb:Kaisheim
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Nördlingen

Naturwaldreservat Dürrerbühl

Spirkenhochmoor und Schwarzerlenbruch in der Schwäbischen Jungmoräne
Bei dem Reservat handelt es sich um ein Hochmoor, das im Landschaftsschutzgebiet Kemptener Wald liegt. Von Nord nach Süd besitzt das Reservat ein Gefälle von etwa 25m. Die Hochmoorteile sind weitgehend eben bis schwach uhrglasförmig aufgewölbt. Der Moorrandwald aus Fichte ist aufgrund Windwurf und anschließendem Borkenkäferbefall größteneils nicht mehr vorhanden. Sogar die Spirke wurde auf Teilflächen vom Borkenkäfer befallen, so dass die Zonation vom Fichtenmoorrandwald über Spirkenbestände bis zum offenen Hochmoor nicht mehr charakteristisch ausgeprägt ist.

Im Zentrum der Freifläche befindet sich ein Moorauge mit fast 50m Durchmesser, an dessen Rand ausgedehnt Schwingrasen vorhanden sind. Daran schließen sich weitere Schlenken von geringerer Größe an, welche von kleinflächig wechselnden Bulten- und Schlenken abgelöst werden. Der noch vorhandene Spirkenbewuchs zeigt mit zunehmender Nähe zum Moorrand größere Höhen. Latschen sind vereinzelt beigemischt. Im Moorrandwald stehen noch Schwarzerlen und Birken.
Größe:59,8 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:gemeindefrei: Kempter Wald
Forstbetrieb:Sonthofen
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Kempten (Allgäu)

Naturwaldreservat Ehrensberger Rain

Buchen-Ahorn-Eschen-Mischwald auf Tertiär entlang der Iller im Vorallgäu
Etwa zwei Flusskilometer illeraufwärts vom Naturwaldreservat „Rotensteiner Rain“ ist links der Iller ein ähnlich steiler Hang vorhanden, der jedoch nach Osten exponiert ist und außerdem durch ein breites vorgelagertes Gleitufer vom Fluss getrennt ist. Vom Reservat wird der Hangbereich bis auf einen Teil der Unterhänge, der sich in Privatbesitz befindet, eingenommen.

Das ausgeprägte Relief mit zahlreichen Rippen und Mulden hat verschiedene Standorte, die hauptsächlich durch Bodenart und Wasserhaushalt differenziert sind, entstehen lassen. Die relativ steinigen und trockenen Rippen des Ober- und Mittelhanges tragen buchenreiche Bestände, während die Mulden und standörtlich verwandten unteren Hangflächen mit vorherrschender Esche, der Bergahorn und Bergulme beigemischt sind, bestockt sind. Zahlreiche Fichten besiedeln die Oberhänge. Am Südrand des Reservates ragt ein halbkreisförmig von Bächen bzw. tiefen Mulden umgebener Hügel hervor, der eine Bestockung mit starken Fichten, Tannen und Kiefern besitzt. Nordwestlich des Hügels ist der Hang großflächig an mehreren Stellen abgerutscht.

Auch im Nordostteil des Reservats hat sich die Oberfläche am Mittelhang in Bewegung gesetzt. Auf dem bereits genannten Hügel hat früher eine Burg gestanden, die erstmalig Mitte der 12. Jahrhunderts in alten Chroniken des Klosters Kempten erwähnt wurde. Ein Gedenkstein auf dem Hügel erinnert an das verschwundene Bauwerk.
Größe:6 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Legau
Forstbetrieb:Ottobeuren
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Mindelheim

Naturwaldreservat Falken

Lichtung mit Totholz in einem dichten Laubwald
Eschen-Winterlinden-Buchen-Mischwald auf der Riesalb (ehemaliger Mittelwald)
Im Südwesten der Frankenalb ist als selbständiger Landschaftsteil die Monheimer Alb ausgeschieden, die besonders im südlichen Bereich als eine flachwellige Hochfläche charakterisiert ist. Geologisch ist die Albüberdeckung vorherrschend. Bedingt durch den hohen Tonanteil der Überdeckung kommt als Bodentyp fast ausschließlich Pseudogley vor.

Durch die einstige Mittelwaldbewirtschaftung begünstigt besitzt die Winterlinde einen hohen Anteil an der Bestockung. Eichen sind nur wenige vorhanden. Buchenreiche Teile liegen besonders im Südwesten und Nordosten des Reservate, während die nordwestlichen Flächen überwiegend mit Esche bestockt sind. Am Bach und in seinem Einzugsbereich (Muldenlage) sind Bestände aus Esche, Linde und Schwarzerle vorherrschend. Auf der ganzen Fläche ist ebenfalls aufgrund der Mittelwaldwirtschaft Birke einzeln beigemischt.
Größe:10,3 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Daiting
Forstbetrieb:Kaisheim
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Nördlingen

Naturwaldreservat Halde

Laubbäume mit Kronenbrüchen im Wald
Artenreiche Laubmischwaldungen der Iller-Lech-Schotterplatte
Das zum Landschaftsraum der Iller-Lech-Schotterplatten gehörende Mindeltal ist südöstlich Krumbach besonders breit ausgeformt. Die heutige Mindel füllte aber nur noch einen sehr geringen Teil des Talgrundes aus. Das Reservat erstreckt sich auf den Osthang links der Mindel und auf einen schmalen Streifen der Riedelhochfläche nördlich der Ortschaft Winzer, etwa auf der Höhe der Mündung des Flossbaches in die Mindel.

Die morphologische Unterscheidung in Verebnung und Hangflächen spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Standortsverhältnissen und damit im Waldaufbau wider: Die durch Gräben und Rücken zergliederten Hänge werden im Oberhang von der Buche dominiert. Auf den Mittel- und Unterhängen sind Esche, Bergahorn, Bergulme, Eiche, Linde und Birke beigemischt. Esche, Bergahorn und Bergulme sind besonders im Südwestteil, am Unterhang und in den Gräben vertreten. Ein größerer Eichenhorst liegt in der westlichen Reservatmitte. Der Übergang zwischen Hangzone und Plateaulage ist als Steilrand ausgeformt. Im Nordostteil sind die Bestände fichtenreich, im Südwesten ist mehr Lärche beigemischt.
Größe:21,9 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:gemeindefrei: Forstbezirk Winzerwald
Forstbetrieb:Weißenhorn
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Krumbach (Schwaben)

Naturwaldreservat Jungholz

Artenreicher Laubmischwald an der Steilstufe zum Donauried
Östlich der Biber-Mündung in die Donau ragen nach Nordosten zunehmend steile Hangflächen aus der Donau-Ebene. Das Naturwaldreservat umfasst diesen Bereich und die Flächen zwischen Hangfuß und der Bahnlinie Augsburg-Ulm. Die Steilheit der Hänge kann aus dem ehemaligen Verlauf der Donau erklärt werden, da diese Flächen zum Prallhang der alten Donau oder eines ihrer Seitenarme gehörten. Den Teil des früheren Flusslaufes befindet sich noch als abgetrennter Seitenarm im Nordosten des Reservates. Die heutige Donau ist begradigt und in Betonbecken aufgestaut (Staustufe Leipheim im Nordwesten).

Vom Reservat werden außerdem noch schmale Teile der Hochebene eingenommen, auf denen Stieleiche und Hainbuche vorherrschen. Als weitere Baumarten sind Bergulme, Esche, Kirsche, Linde und Hängebirke in Einzelmischung vertreten. Auf den hangabwärts anschließenden Beständen dominiert die Esche, der Bergahorn, Stieleiche, Hainbuche, Sommerlinde, Kirsche und Schwarzerle einzeln beigemischt sind.

Auffällig ist die hohe Beteiligung von Hasel, die zusätzlich zu der bereits vorhandenen Mehrschichtigkeit der Bestände eine Strauchschicht bilden. Die Zone zwischen Eisenbahnlinie und Hangfuß wurde früher wahrscheinlich zur Kiesgewinnung und Mahd genutzt und besteht jetzt aus grasreichen Freiflächen und einer Gehölzvegetation aus Grauerle, Birke, Hartriegel und Pfaffenhütchen. Lediglich an der Grenze zur Bahn in der Reservatmitte existieren lichte Baumbestände aus Esche und Eiche mit reichlich Strauchunterwuchs.
Größe:20,5 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Leipheim
Forstbetrieb:Weißenhorn
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Krumbach (Schwaben)

Naturwaldreservat Karolinenwörth

Eschen-Ulmen-Auwald mit Kiefer und Weide im Donauried
Das Donauried erstreckst sich nördlich der Donau bei Dillingen nur auf einem schmalen Streifen. Das Reservat liegt zwischen der sogenannten Kleinen Donau und der um mehrere Meter eingetieften „echten“ Donau. Ein Großteil der Gesamtfläche wird von gebüschreichen, lichten Baumbeständen aus Kiefer, Esche, Schwarzpappel und Grauerle eingenommen. Die Strauchvegetation besteht hauptsächlich aus Liguster, Hartriegel, Wolligem Schneeball, Heckenkirsche und Sanddorn.

Auf den tiefgründigeren und feuchteren Böden am Nord- und Ostrand des Naturwaldreservates spielt die Esche eine führende Rolle. Beigemischt sind Eiche, Ulme, Pappel und Bergahorn. Nach Nordosten wird das Reservat von Altwasserrinnen begrenzt, die nur noch im Westen Wasser führen. Die Randbestockung mit Silberweide und Traubenkirsche ist noch typisch für die Weichholzau. Im Südosten überwiegen Bestände aus Esche, Bergahorn und Pappel, denen einzelne Ulmen, Stieleichen und Grauerlen beigemischt sind.

Obwohl die Hochwässer der Donau kaum mehr ein Ausmaß erreichen, das zur Überflutung der Reservatflächen führt, wird der Grundwasserspiegel häufiger so weit angehoben, dass auch die sonst trockenen Altwasserrinnen (= abgeschnittene Seitenarme) kurzzeitig gefüllt sind (Druckwasser).
Größe:25,5 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Dillingen
Forstbetrieb:Kaisheim
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Wertingen

Naturwaldreservat Krebswiese-Langerjergen

Lichter Laubbestand mit Bodenbewuchs und Verjüngung
Buchen-Fichten-Wald auf Deckenschotter der Iller-Lech-Schotterplatte
Nordöstlich des Zusammenflusses von Westlicher Günz und Östlicher Günz steigt das Gelände zunächst rasch an und erreicht bald das Plateau der nächstliegenden Terrasse, die aus Oberer Süßwassermolasse besteht. Diese Verebnung wird in Süd-Nord-Richtung vom Haselbach durchschnitten, an dessen Ostufer der Unterhang des relativ schmalen Deckenschotterriedels beginnt, an dem das Naturwaldreservat liegt. Der Riedel besitzt als morphologische Besonderheit einige West-Ost verlaufende, tief eingeschnittenen trockene Mulden. Auch im Westteil sind Muldenansätze vorhanden.

Die Fläche der Reservates lässt sich geländemäßig in drei Teile gliedern, in den hauptsächlich westexponierten Nordwestteil, den zertalten Südwestteil und den weitgehend ebenen Ostteil. Im Norden kommen Buchen-Fichten-Bestände vor. Im Südwesten überwiegt die Buchenbestockung, wobei die oberen ebenen Lagen einen höheren Nadelbaumanteil an Fichte, Lärche und Douglasie aufweisen. In der Ostfläche herrscht die Buche vor, fichtenreichere Teile befinden sich am Ostrand und entlang der durch das Reservat verlaufenden Forststraße. Eine ahornreiche Partie ist den Fichtenteilen benachbart. Zum Reservat gehört im Nordteil ein Erdölförderplatz. Diese Fläche und ihre unmittelbare Umgebung sind auf den Sonderstatus ausgerichtet zu behandeln.
Größe:41,1 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Oberschönegg
Forstbetrieb:Ottobeuren
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Mindelheim

Naturwaldreservat Mitteleich

Lichter Laubbestand mit Bodenbewuchs und liegendem Totholz
Eichen-Hainbuchenwald der Riesalb (Egaualb)
Durch den Rieskrater ist die Schwäbische Alb in ihrem Südostteil gegenüber der sonst vorherrschenden Nord-Südausdehnung erheblich schmaler ausgebildet, und die Juralandschaft zusätzlich von den Auswürfen des Ries beeinflusst. Das Reservat liegt auf einer flachwelligen Hochebene in diesem riesnahen Bereich.

Die ehemaligen Mittelwaldbestände setzen sich aus Stieleiche, Buche, Esche und Hainbuche zusammen. Die Esche ist auf die feuchten Standorte im Südwesten konzentriert. Im Südosten des Reservates ist als geologische Besonderheit eine zertrümmerte Jurakalkscholle vorhanden, die aus dem Ries stammen dürfte und einen reinen Buchenbestand trägt.
Größe:53,1 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Finningen und Lutzingen
Forstbetrieb:Kaisheim
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Wertingen

Naturwaldreservat Neugeschüttwörth

Ein von Bäumen und Sträuchern dicht umgebenes Gewässer mit Schilf und Seerosen. Zwei Schwäne schwimmen auf dem Wasser.
Eschen-Ulmen-Auwald im Donauried
Nach den Donauregulierungen der letzten beiden Jahrhunderte sind Auwälder nur noch fragmentarisch erhalten geblieben, Die Begradigung des Flusslaufes hat künstliche Altwässer (= abgeschnittene Seitenarme) entstehen lassen, die teilweise noch unterirdische Verbindung mit der Donau haben und entsprechend alle Wasserspiegelschwankungen synchron durchlaufen.

Das Reservat befindet sich in unmittelbarer Flussnähe im nordöstlichen Donauried und zeigt die Ausformung eines Halbkreises, der im Norden vom Hochwasserdamm und im Süden vom Altwasser begrenzt wird. Im feuchten und tiefgründigen Bereich sind Esche, Grauerle und Pappel vorherrschend, während auf den trockeneren Standorten zur Esche Stieleiche, Hängebirke und Kiefer beigemischt sind. Die Ufer der Altwässer sind von Silberweide und Schwarzerle gesäumt.

Im nördlichen Reservatzentrum stocken auf flachgründigen kiesigen Böden lichte Bestände mit Hängebirken, Kiefern und Stieleichen. Vermutlich wurden diese trockenen Standorte in der Vergangenheit als Weideland und Streuwiesen genutzt. Auf den übrigen Waldflächen findet sich eine wechselnd dichte Strauchschicht aus Weißerle, Traubenkirsche, Liguster und Schneeball.
Größe:36,6 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Schwenningen
Forstbetrieb:Kaisheim
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Wertingen

Naturwaldreservat Rohrachschlucht

Steiler Baumartenreicher Schluchtwald mit hohen Bergmischwaldanteilen
Das Naturwaldreservat Rohrrachschlucht liegt in der abwechslungsreichen Westallgäuer Landschaft. Der Wald im Gemeindegebiet von Scheidegg steht auf einem nach Süden geneigten Hang eines für die Gegend charakteristischen Tobels, der vom Rickenbach durchflossen wird. Das NWR im Eigentum des BUND Naturschutz ist Teil des Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiets und Naturschutzgebiets „Rohrrachschlucht“.

Die Tobel des Westallgäus sind enge, steile Täler. Bäche haben sich hier tief in die weichen Ablagerungen der Süßwassermolasse eingegraben. Die insgesamt sehr steile Fläche wird durch mehrere kleinere Terassen gegliedert. Partien mit ständigen Hangrutschungen prägen ebenfalls diese Flächen.
Die häufigste Waldgesellschaft ist der Montane Waldmeister-Buchenwald mit Buche, Weißtanne und Fichte. In den Quellrinnen und Schluchten finden sich auch zahlreiche Bergahorne, Eschen und alte Eiben.

Eine große Vielfalt von Orchideen wie das Weiße und das Schwertblättrige Waldvögelein, und die Braunrote Stendelwurz werten die Krautschicht auf.
Eine Besonderheit stellt auch in der Strauchschicht der Seidelbast und für Bayern extrem selten die Stechpalme dar.
Sehr vielfälltig sind auch die Spechtarten im Umfeld des Reservates. Neben Bunt-, Schwarz- und Grünspecht, lassen sich hier auch der Dreizehenspecht und der Weißrückenspecht hören.

Auf den meisten Flächen fanden bereits seit 2010 keine Nutzungen mehr statt. 2018 wurde das Naturwaldreservate ausgewiesen.
Größe:10,6 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Scheidegg und Sigmarszell
Forstbetrieb:BUND Naturschutz Bayern
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Kempten

Naturwaldreservat Rohrhalde

Mit Laub bedeckter Hang in einem lichten Wald.
Buchen-Fichten-Tannen-Wald mit Edellaubholz am Einhang zum Günztal in der Iller-Lech-Schotterplatte
Die schwäbische Schotterlandschaft ist durch breite, kastenförmige, tief eingeschnittene Flusstäler und die langgestreckten in Süd-Nord-Richtung streichenden Schotterriedel gekennzeichnet. An der Bruchkante eines Schotterriedels zum Tal der oberen Östlichen Günz liegt das Reservat auf einem Westhang. Durch Nagelfluheinlagerungen ist der Ostteil als Steilhang ausgeformt und bildet gleichzeitig einen Quellhorizont.

Im Bereich der Nagelfluhfelsen sind buchenreiche Waldteile vorhanden. Die Buche ist sogar in unmittelbarer Nähe der Quellen anzutreffen und scheint wegen des besonders kiesreichen Bodens und des hohen Gefälles nicht durch Wasserüberschuss gegenüber Bergahorn, Esche und Bergulme benachteiligt zu sein. Weiter hangabwärts nimmt mit steigendem Lehmanteil des Bodens, zunehmender Staunässe und geringer werdendem Gefälle der Buchanteil schnell ab. Die Bestände werden eschenreicher mit einer geringen Beimischung von Bergahorn, Bergulme und Schwarzerle. Eine hohe Beteiligung der Fichte ist auf den Nordteil und den Südteil konzentriert. Es sind auch etliche Tannen vorhanden.
Größe:22,8 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Markt Rettenbach
Forstbetrieb:Ottobeuren
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Mindelheim

Naturwaldreservat Rotensteiner Rain

Großer See in einem Mischwald.
Buchen-Eschen-Wald mit Fichte auf Tertiär entlang der Iller im Vorallgäu
Wenige Kilometer nördlich des Durchbruches der Iller durch den Endmoränenwall beginnt bereits die Schotterriedellandschaft, da die Rissmoränen nur eine geringe Ausdehnung besitzen. Etwa am Nordrand dieser Rissmoränen liegt das Reservat auf einem Steilhang rechts der tief eingeschnittenen Iller und grenzt direkt an den Fluss der wegen der Staustufen nicht mehr seinen ursprünglichen Wildflusscharakter aufweist, sondern das Bild eines stehenden Gewässers bietet. Die langgestreckte Reservatfläche ist durch zahlreiche Mulden, die teilweise am Unterhang wasserführend sind und durch zahlreiche Quellen im Reservat gespeist werden in entsprechende Rücken gegliedert.

Im vertikalen Aufbau lassen sich schmale Terrassen erkennen. Bedingt durch die Steilheit des Oberhanges sind einzelne Abbrüche entstanden, die aber nicht mehr den Unterhang beeinflussen, sondern am Mittelhang enden.

Die Bestockung setzt sich auf dem Oberhang aus Buchenbeständen mit hohem Eschenanteil und einzelnen älteren Buchen zusammen. Die Mittel- und Unterhängen sind eschenreichter. Die Esche dominiert besonders auf den Muldenstandorten, als weitere Baumarten kommen mehrere Bergahorne und Bergulmen sowie einzelne Fichten, Tannen, Kiefern und Eichen vor. Entlang der Westgrenze (Iller) erreicht neben der Esche und Buche auch die Fichte höhere Anteile.

Im Süden des Reservates befindet sich eine tief erodierte wasserführende Mulde mit steilen Randhängen. Die Bestände sind am Hang buchenreich, dagegen herrscht in der Mulde die Esche vor. Die Südgrenzen verläuft auf einer etwa 20 m breiten ebenen Fläche oberhalb der Mulde. Die Bestockung besitzt eine parkartige Struktur mit Esche, Kiefer, Vogelbeere, Bergahorn, Tanne und Buche.

Im Jahr 2007 wurde das Reservat mit einem langgezogenen Band weiter nach Norden erweitert. Somit umfasst die gesamte Reservatsfläche rechts des Flussverlaufs ein Knie der Iller. Die steilen Einhänge zur Iller sind hier durch zahlreiche Felswände und auch jüngere Edellaubbestände geprägt, die im Oberhang mit zahlreichen Buchen durchsetzt sind.
Größe:8,7 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Grönenbach
Forstbetrieb:Ottobeuren
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Mindelheim

Naturwaldreservat Schneetal

Buchen-(Fichten)-Wald am Anstieg aus dem Ries in die Südliche Frankenalb
Am Ostrand des Rieskessels erfolgt der Anstieg des Geländes zu den westlichsten Zügen der Frankenalb in einer steilen Stufe von etwa 40 - 60m (Wörnitz 408m, Wemding 457m). Auf der nächsten Terrasse, die weiter 40 - 50m höher liegt, befindet sich das Reservat im Südosten der Stadt Wemding. Es umfasst eine Kuppe, die nach Osten nur ein geringes Gefälle besitzt, nach Süden, Westen und Norden aber relativ steil abfällt, wobei die Südhänge die höchste Neigung aufweisen. Die Riesnähe hat sich in Form einer Überlagerung der Flächen mit Riessanden ausgewirkt, die aber lediglich stellenweise (Westteile) eine größere Mächtigkeit erreichen.

Im Kern der Fläche ist die Buche bestandesbildend. Auf den Nordwest- bis Nordhängen sind außerdem Fichten, Traubeneichen, Spitzahorn und Eschen in Einzelmischung vertreten. Im nordöstlichen Teil ist das Gelände in ein Plateau und nördlich anschließende Hänge gegliedert. Die Plateaubestände stehen/standen in Verjüngung (Buchenaufschlag).

Etwa an der Hangkante verläuft von West nach Ost ein jüngerer Streifen aus Bergahorn, Esche, Buche und Lärche. Auf den Hangflächen stocken Buchenbestände Die östlichen Südhänge bestehen aus Buche mit beigemischter Fichte. In der anschließenden, nach Süden offenen Mulde kommen bei überwiegender Buche Edellaubbäume wie Spitzahorn, Esche und Sommerlinde vor.

Auf dem oberhalb der Mulde anstehendem Kalk befindet sich eine schwachwüchsige, teilweise auch niederwaldartig genutzte Buchenbestockung. Nordöstlich schließt sich ein jüngerer Bestand aus Buche, Lärche, Linde und Fichte an. Die westlichen bis nordwestlichen Randbereiche setzten sich aus Buche mit beigemischter Traubeneiche, Fichte, Lärche und Hainbuche zusammen.
Größe:26,4 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Wemding
Forstbetrieb:Kaisheim
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Nördlingen

Naturwaldreservat Schornmoos

Spirkenhochmoor in der Schwäbischen Jungmoräne
Östlich des Kemptener Waldes ist in einem Becken, das durch Grundmoränen und Rückzugsmoränen im Überlagerungsbereich von Iller-, Lech- und Wertachgletscher gebildet wurde, ein ausgedehntes Hochmoor entstanden. Das Reservat umfasst dieses Moor und einen von Osten spornartig hineinragenden Hartbodenrücken, durch den das Hochmoor in einen Nord- und einen Südteil getrennt wird.

Bis auf einen zentral in der Nordfläche gelegenen Bereich, der einen lichten und niedrigen Spirkenbewuchs (4 – 5m) aufweist, ist das Hochmoor dicht mit Spirken bestockt, die besonders zum Rand hin stattliche Höhen erreichen (8 – 9m). Stellenweise sind Latschen beigemischt. Eine kleine baum- und strauchfreie Fläche mit reichlich Wollgras befindet sich im Südwestteil Ein im Nordosten befindlicher Torfstich ist aufgelassen und regeneriert sich zu Hochmoor. Der Hartbodenrücken ist überwiegend mit Fichte und Kiefer bestockt.
Größe:74,1 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Unterhingau
Forstbetrieb:Ottobeuren
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Kaufbeuren

Naturwaldreservat Schönleitenmoos

Spirkenhochmoor mit Fichtenmoorrandwald der Schwäbischen Jungmoräne
Das Reservat ist auf dem größten Teil der Fläche ein fast ursprüngliches Hochmoor im Grundmoränengebiet eines Zweigbeckens des Illergletschers. Durch das Reservat verläuft die Wasserscheide zwischen den Flusssystemen von Rhein und Donau. Im Südwesten hat sich das Moor bis zu einer schwachen Geländerippe vorgeschoben. Dadurch bilden sich mooreinwärts größere Schlenken und Bulte ohne Baum- und Strauchvegetation Die typische Hochmoorzonation vom Fichtenmoorrandwald über Spirken-Latschenbestände zum offenen Hochmoor ist gut ausgebildet.

Zum Schönleitentobelbach fällt das Moor in einer Steilstufe ab. Zwei weitere kleinere Freiflächen mit Bult- und Schlenkenvegetation befinden sich im Südwesten und im Südosten des Reservates. Dem Hochmoor sind östlich Fichtenbestände mit einzelner Buche und Tanne vorgelagert. Lediglich im Nordteil am Bach besitzt der Tobeleinhangsbestand einen naturnahen Charakter mit Fichte, Buche und Tanne.
Größe:14,2 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Weitnau
Forstbetrieb:Sonthofen
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Kempten (Allgäu)

Naturwaldreservat Seeben

Sehr lichter Mischwald mit starkem Bodenbewuchs und stehendem Totholz
Eichen-Hainbuchenwald auf Deckenschotter der Iller-Lech-Schotterplatte
Zwischen den Flüssen Kammel und Mindel ist im Nordteil der Iller-Lech-Schotterplatten ein relativ schmaler Riedel ausgebildet, der östlich der Ortschaft Ettenbeuren ein geschlossenes Waldgebiet trägt, den Ettenbeurer Forst.

In den Beständen aus ehemaliger Mittelwaldbewirtschaftung dominiert die Stieleiche. Beigemischt sind Hainbuchen, Hängebirken, Schwarzerlen und Fichten. Inzwischen sterben zahlreiche der Alteichen ab und es setzt eine starke Vergrasung der Flächen ein.
Größe:9,1 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Kammeltal
Forstbetrieb:Weißenhorn
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Krumbach (Schwaben)

Naturwaldreservat Senkele

Buchen-Tannen-Fichtenwald auf Faltenmolasse der Lech-Vorberge
Das Naturwaldreservat liegt auf einem von Nordosten nach Südwesten orientierten Molassevorberg, der von 860m auf 1048m ansteigt. Den Buchen-Fichten-Beständen sind Esche, Bergahorn, Tanne, Bergulme, Lärche, Kirsche, Aspe und Vogelbeere beigemischt. Im Osten kommt ein Bestand aus Bergahorn, Esche, Buche und Fichte vor. In den Randbereichen herrscht die Fichte vor.
Größe:45 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Roßhaupten
Forstbetrieb:Sonthofen
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Kaufbeuren

Naturwaldreservat Sulz

Eichen-Hainbuchen-Buchenwald auf der Schwäbischen Riesalb
Auf den Höhen links des Wörnitztales liegt die sogenannte „Harburger Karab“, ein zur Monheimer Alb gehöriges Waldgebiet, in dessen Südteil sich das Reservat befindet. Am Südostrand entspringt ein kleiner Bach, der in den Ellenbach, ein Nebenflüsschen der Wörnitz mündet. Das Reservat gliedert sich in einen weitgehend ebenen Ostteil und ein langgestreckten Westteil entlang des Baches.

Der zuerst genannte Teil ist aus ehemaliger Mittelwaldnutzung hervorgegangen und wird von Buche und Winterlinde dominiert. Beigemischt sind Eiche, Esche, Hängebirke und Hainbuche. Im Norden kommen Buche, Kiefer, Linde und Hainbuche vor. Im Südwesten überwiegen Linde, Esche, Hainbuche und Eiche. Im Südteil gibt es einen Bestand aus Lärche. Im Westen der bachbegleitenden Flächen ist ein kleiner Schwarzerlenbestand ausgebildet. In den restlichen Teilen herrschen Mischbestände aus Buche, Winterlinde, Stieleiche und Esche vor.
Größe:23,3 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Kaisheim und Donauwörth
Forstbetrieb:Kaisheim
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Nördlingen

Naturwaldreservat Taufersalpschachen

Fichten-Tannen-Buchen-Wald in den Allgäuer Hochalpen
Das Hintersteiner Tal in den Allgäuer Alpen setzt sich nach Süden im Osteracher Tal fort. Auf den West- bis Südwesthängen zwischen der Osterach und dem Rauhhorn liegt das Reservat auf halber Höhe. Die Nordwestgrenze bildet der Gehrenbach, die Südgrenze teilweise der Taufersbach. Die Reservatfläche gliedert sich in die waldfreien schmalen Einhänge und die eigentliche Waldfläche.

Der Gehrenbachhang liegt im Einflussbereich eines Lawinenstriches und besitzt aus diesem Grunde und wegen der Steilheit nur eine Grasvegetation. Der ungleichaltrige Waldbestand wird von Fichte, Tanne und Buche gebildet. Beigemischt sind einzelne Bergahorne und Vogelbeeren. Am Einhang zum Taufersgraben kommt ein jüngerer Fichtenbestand mit beigemischter Buche, Vogelbeere und einzelner Tanne vor.
Größe:9,9 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Hindelang
Forstbetrieb:Sonthofen
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Kempten (Allgäu)

Naturwaldreservat Turmkopf

Lichter Laubwald im Frühjahr.
Eschen-Buchenwald mit Fichte im Schotterriedel- und Hügelland (Einhang zum Wertachtal)
Das Naturwaldreservat liegt ca. 3km südwestlich der Straße von Bobingen nach Straßberg. Im Norden des Reservates befindet sich ein mäßig steiler, im Süden steiler SSW-streichender Osteinhang zur Wertachebene.

Der westliche Teil auf der Hochfläche ist fast eben. Leitbodenform ist eine Braunerde, z.T. pseudovergleyt, aus Lösslehm und Decklehm der Deckenschotterlandschaft (teils schwach staunasser, vorwiegend tiefgründiger, schluffiger Lehmboden mit schluffreicher Deckschicht). Der Steilhang wird von mehreren, im nördlichen Bereich gehäuft auftretenden Gräben untergliedert. Bei Grenzstein 101 ist ein Quellaustritt zu finden. Die steilen Hänge der Talflanke sind durch ein engräumiges Bodenmosaik gekennzeichnet. In Vernässungszonen finden sich Gley-Braunerde, Hang- und Quellengley.

Auf dem Plateau und beginnendem Oberhang kommt ein Buchen-Fichten-Bestand mit einzeln beigemischten Traubeneichen und Lärchen (v.a. Japanische Lärche, vereinzelt auch Europäischen Lärche) vor. Die Unter- und Zwischenschicht besteht aus Buche und Bergahorn. In den lichteren Bestandesteilen hat sich eine Strauchschicht aus Traubenholunder gebildet. Natürliche Waldgesellschaft ist ein Waldmeister-Buchenwald mit Seegras-Segge (Galio-Fagetum caricetosum brizoidis).

Auf dem südlichen Steilhang dominiert die Esche (Wuchshöhen bis 40m), der einzeln- bis gruppenweise Fichte, Bergahorn, Linde und Bergulme beigemischt sind. In der Unter- und Zwischenschicht stockt der Bergahorn neben Buche, Hainbuche, Fichte, Esche, Bergulme und Winterlinde. Auf dem mäßig steilen, nördlichen Abhang herrscht die Fichte vor.

Während die Esche trupp- bis horstweise beigemischt ist, sind Bergahorn, Buche, Eiche und Lärche nur einzeln beigemischt. Entland der Gräben sind größere Mengen Totholz aus abgestorbenem liegendem Bergulmen-, Fichten-, Birken- und Eschenholz zu finden. Die kennzeichnende natürliche Waldgesellschaft der Hangvernässungen und Hangrutschungen ist der Ahorn-Eschen-Hangmischwald (Adoxo-Aceretum).
Größe:14,4 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Großaitingen
Forstbetrieb:Zusmarshausen
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Augsburg

Naturwaldreservat Wertachhalde

Nadelholzbestand am Hang mit Windwurf
Buchen-Tannen-Fichten-Wald am Steilhang zur Wertach in der Schwäbischen Jungmoräne
Die Wertach hat sich auf der alpenrandnahen Flussstrecke tief in die würmeiszeitlichen Moränenschotter und die darunter befindlichen Molasseschichten eingeschnitten. Im Gebiet des nördlichsten Vorkommens der Unteren Süßwassermolasse im Wertachtal liegt das Naturwaldreservat. Die Molasse ist hier in Form eines schwachen Rückens von Südwesten nach Nordosten ausgebildet und wird von der Wertach, die nach Norden fließt , durchschnitten. Die Reservatkernfläche umfasst die ostexponierten Hangwälder links des Flusses.

Die Buchen-Tannen-Fichten-Bestände haben einen relativ hohen Anteil an Esche, Bergahorn und Bergulme. Die letztgenannten kommen in größerer Menge in Bachmulden und am Unterhang vor. Die trockeneren Geländerippen sind buchenreicher. Im Nordteil dagegen dominiert die Tanne. Die ebenen Lagen der Schutzzone auf dem Plateau westlich der Hangflächen sind größtenteils mit Fichten-Kiefer-Buchen-Beständen bestockt. Weiter östlich befinden sich einzelne Buchengruppen.
Größe:13,4 ha
Regierungsbezirk:Schwaben
Gemeinde:Görisried
Forstbetrieb:Ottobeuren
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:Kaufbeuren