Forschungs- und Innovationsprojekt
Rehwildmanagement im Klimawandel

Ein Reh mit weißem Hinterteil in hohem Gras. Man sieht die Ohren eines Kitzes daneben aus dem Gras spitzen.Zoombild vorhanden

Rehgeiß mit ihrem Kitz (© S. Baur, LWF)

Klimatische und andere Veränderungen beeinflussen den Zustand und damit die Dynamik von Rehwildpopulationen. Gleichzeitig stellt die Anpassung der Wälder an den Klimawandel Waldbesitzer, Förster und Jäger vor große Herausforderungen. Da vielerorts belastbare Daten zur Höhe und Entwicklung von Rehwildbeständen fehlen, werden die Wechselwirkungen zwischen Rehwild, Lebensraum und Vegetation oftmals kontrovers diskutiert. Das Projekt RehKlima soll für Bayern eine fundierte Datengrundlage schaffen, um Zusammenhänge objektiv bewerten und Entwicklungen besser einordnen zu können.

Hintergrund

7 Rehe in einer verschneiten FeldlandschaftZoombild vorhanden

Sprung Rehe im Winter (© S. Baur, LWF)

Die Diskussion über Rehwildbestände und deren Management wird von unterschiedlichen Erfahrungen, Zielsetzungen und regionalen Gegebenheiten geprägt. Allerdings fehlen vielerorts belastbare und vergleichbare Daten zur Höhe und Entwicklung der Rehwildbestände, zum Zustand der Populationen sowie zu den Wechselwirkungen zwischen lokalen Rehwilddichten, Lebensraum und der Waldvegetation. Gerade vor dem Hintergrund sich verändernder klimatischer und ökologischer Bedingungen ist eine wissenschaftliche Datengrundlage wichtig, um Entwicklungen besser einordnen und Zusammenhänge sachlich bewerten zu können.

Das Forschungsvorhaben wird in enger Kooperation mit der Professur für Ökoklimatologie der Technischen Universität München (TUM) durchgeführt und durch das Kuratorium für Forstliche Forschung finanziert.

Ziel des Forschungsvorhabens

Ziel des Projektes ist es, eine wissenschaftlich fundierte Datengrundlage zu Zustand und Dynamik der Rehwildvorkommen zu schaffen. Damit sollen die Diskussionen über ein zeitgemäßes, an die jeweiligen regionalen Bedingungen angepasstes Rehwildmanagement versachlicht werden. Zugleich werden Erkenntnisse zu einem praxistauglichen Monitoring in Bayern generiert.

Methoden und Untersuchungsgebiete

Bayernweit werden vorhandene Zeitreihen, beispielsweise zu Unfallgeschehen, Wildbretgewichten, Jagdstrecken und Klima ausgewertet und mit detailliert erhobenen Daten aus repräsentativen Modellgebieten verknüpft. Die Erhebung wissenschaftlich fundierter Informationen in den Modellgebieten erfolgt gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort. Dabei werden insbesondere regionale Unterschiede in der Rehwilddichte, im Populationszustand und in der Populationsdynamik sowie in den Wechselwirkungen zwischen Rehwild und Waldvegetation untersucht.

Zum Einsatz kommen verschiedene, sich ergänzende, Methoden:

  • Fotofallenmonitoring: Erfassung der relativen Rehwilddichte und der Aktivitätsmuster im Jahresverlauf
  • Jagdstreckendaten: Erfassung ausgewählter Merkmale des Populationszustands, z. B. standardisiertes Körpergewicht, Unterkiefer- und Hinterfußlänge sowie genetische Proben
  • Kotgenotypisierung: Schätzung der Populationsgröße mithilfe statistischer Fang-Wiederfang-Modelle auf der Grundlage genetischer Analysen von Kotproben
  • Lebensraumerfassung: Detaillierte Erfassung von Waldverjüngung, Verbiss und weiteren relevanten Lebensraummerkmalen

Projektinformationen
Projektleitung LWF: Dr. Wibke Peters und Dr. Hendrik Edelhoff
Projektleitung TUM: Prof. Dr. Annette Menzel
Projektbearbeitung: Valentin Rösch, NN
Laufzeit: 01.01.2026 bis 31.12.2028
Durchführende Institution: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), Technische Universität München (TUM)
Finanzierung: Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF)