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Olaf Schmidt
Die Haselmaus – LWF aktuell 116

Sie ist eine streng geschützte FFH-Art. Sie liebt laubbaumreiche Wälder mit artenreicher Strauchvegetation. Ihre Lieblingskost besteht aus Haselnüssen. Und – die Haselmaus ist immer gut für eine Überraschung.

Eben erst ist das Jahr 2017 zu Ende gegangen. Daher lohnt sich noch einmal der Blick auf einen kleinen »Kobold«: die Haselmaus. Wurde doch die Haselmaus 2017 zum Wildtier des Jahres gewählt. Zumal noch zwei weitere Jahresobjekte des vergangenen Jahres mit der Haselmaus in Verbindung gebracht werden können. Waren doch der Fankenwald das Waldgebiet des Jahres und die Fichte Baum des Jahres 2017.

Ein Bilch unter Vieren

kleine braune Maus auf einem AstZoombild vorhanden

Abb. 1: Die Haselmaus ist ein ausgewiesener Kletterkünstler in Sträuchern und Hecken. (Foto: A. Hartl)

Die Tatsache nun, dass die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) auch im Frankenwald vorkommt, mag im ersten Augenblick den Naturkundigen etwas verwundern, denn der Frankenwald wird ja zu fast Dreiviertel durch Fichte dominiert. Die Haselmaus ist eine von vier Bilcharten, die in Deutschland heimisch sind. Hierzu zählen der Siebenschläfer (Glis glis), der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) und der seltene Baumschläfer (Dryomys nitedula).

Die häufigste Schläferart im Frankenwald ist der Gartenschläfer, der gerne in Nadelwald-dominierten Bereichen der ostbayerischen Mittelgebirge vorkommt. Die Haselmaus bevorzugt dagegen Laub- und Mischwälder, insbesondere Waldränder mit einer Fülle von Stauden und Sträuchern. Sie ist auf ein Leben in den Kronen der Sträucher ausgelegt. Als geschickter Kletterer meiden Haselmäuse den Bodenkontakt. Der Speisezettel der Haselmaus ist sehr abwechslungsreich. Neben Knospen, Blüten und Samen verzehrt sie auch verschiedene Insekten, Würmer und im Herbst besonders Früchte, Beeren und Haselnüsse.

Die Maus im Faltblattkästchen

Eine kleine braune Maus sitzt am Rande eines BroschürenkastensZoombild vorhanden

Abb. 2. Haselmaus im Faltblattkästchen auf der Waldklimastation Rothenbuch. (Foto: K.-H. Hofmann)

Bei einem Besuch der Waldklimastation Rothenkirchen am Rennsteig zum 25-jährigen Jubiläum des Bayerischen Waldklimastationsprogrammes konnte überraschend eine Haselmaus als Bewohner des dortigen Faltblattkästchens festgestellt werden. Der anwesende Journalist Karl- Heinz Hofmann war mit seiner Kamera sofort schußbereit und konnte die Situation aufs Bild bannen.

Trotz der Höhenlage von rund 650 Meter und den dominierenden Fichtenbeständen findet die Haselmaus dort in den Waldrandbereichen zur großen »Märchenwiese« und in einem angrenzenden circa 1½ Hektar großen Buchenbestand geeignete Lebensbedingungen. Auch im benachbarten Thüringer Schiefergebirge und im Thüringer Wald gibt es in entsprechenden Höhenlagen auch Haselmaus-Nachweise (Görner 2009). Aufgrund ihrer heimlichen Lebensweise ist es aber schwer, konkrete Aussagen über die Entwicklung der Haselmauspopulation zu machen.

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