Eine Gruppe von Kindern steht in einem Laubwald.

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Waldpädagogik und BNE – LWF aktuell 119
von Kathrina Schafhauser

Nach Ablauf der UN-Bildungsdekade (2005–2014) hat die UNESCO für den Zeitraum von 2015 bis 2019 ein Weltaktionsprogramm »Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)« ausgerufen. Es orientiert sich an den sogenannten »17 Sustainable Development Goals (SDG’s)«, die von den Vereinten Nationen (UN) ausgerufen wurden und am 1. Januar 2016 mit einer Laufzeit von 15 Jahren (bis 2030) in Kraft traten.

Der offizielle Titel der UN-Resolution lautet »Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung « (Synonyme sind »Globale Nachhaltigkeitsagenda «, »Agenda 2030« oder »Weltzukunftsvertrag«). Die Zielsetzungen sollen der nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen.

Dabei spielt Bildung eine zentrale Rolle, denn: »Bildung befähigt zur Gestaltung von politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Veränderungen« (BMBF 2017, S. 7). Zielsetzungen der BNE wurden in Bayern schon ab 2005 sukzessive in die Waldpädagogik integriert und weiterentwickelt. Heute leisten die Waldpädagogik (WP) und das WP-Zertifikat einen wichtigen Beitrag zur BNE.

In die Zukunft denken und Zukunft gestalten

Drei Menschen bücken gucken auf laubigen WaldbodenZoombild vorhanden

Abb. 1: Teilnehmende des Zertifikatskurses in der Diskussion. (Foto: K. Schafhauser)

Mit BNE ist eine Bildung gemeint, »die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt« (BMBF 2017, S. 7). Hierfür müssen spezielle Kompetenzen gefördert werden, die de Haan (2008) unter dem Begriff »Gestaltungskompetenz « zusammengefasst hat. Dazu gehören unter anderem Empathie, selbständiges Planen und Handeln, an Entscheidungsprozessen teilhaben, Weltoffenheit und Reflexionsvermögen (de Haan 2004– 2009).

Im Bereich der Erwachsenenbildung ist die BNE der politischen Bildung zugeordnet: »Zentrale Prämisse und Leitidee der politischen Bildung ist die ›Mündigkeit‹ Erwachsener. Damit ist die Fähigkeit gemeint, politische, soziale, ökonomische und kulturelle Vorgänge und Entwicklungen beurteilen und bewerten zu können« (Hufer 2015, S. 1).

Wald, Forstwirtschaft und Nachhaltigkeitsbildung

Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Die Erkenntnis, dass es langfristig sinnvoll ist, nicht mehr Holz zu ernten als auch innerhalb eines gewissen Zeitraums nachwächst, damit auch künftige Generationen noch genauso gute Voraussetzungen für die Gestaltung ihres Lebens haben, wie sie die aktuelle Generation hat, drückt sich darin aus. Diese Sichtweise hat sich weiterentwickelt und schließt mittlerweile die Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales ein.

Der Themenbereich Wald und Forstwirtschaft sowie die damit verbundenen vielfältigen Ökosystemleistungen, gesellschaftlichen Interessen, Wünsche und Ansprüche sind damit besonders für Bildungsangebote der nachhaltigen Entwicklung geeignet. Daher wurde der bayerische Bildungsordner »Forstliche Bildungsarbeit – Waldpädagogischer Leitfaden nicht für Förster« (StMELF 2017b), der auch eine wesentliche Grundlage für den Zertifikatskurs in Bayern darstellt, von der UNESCO als Maßnahme des nationalen Aktionsplans der UN-Bildungsdekade ausgezeichnet.

Umsetzung des Weltaktionsprogramms in Deutschland

Ein Mensch schmiert sich lila Farbe auf die nackten Fußsohlen und läuft damit über einen Baumstamm.Zoombild vorhanden

Abb. 2: Welche Auswirkungen hat unser persönlicher ökologischer Fußabdruck? (Foto: K. Schafhauser)

Das Weltaktionsprogramm der UNESCO »zielt darauf ab, langfristig eine systemische Veränderung des Bildungssystems zu bewirken und Bildung für nachhaltige Entwicklung vom Projekt in die Struktur zu bringen« (DUK, o.J. b). Es unterscheidet fünf prioritäre Handlungsfelder: »Politische Unterstützung, ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen, Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Multiplikatoren, Stärkung und Mobilisierung der Jugend, Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene « (UNESCO 2014, S. 15).

Die Bundesregierung hat zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einen nationalen Aktionsplan konzipiert. Der Aktionsplan enthält fünf Querschnittsthemen, mit denen die fünf Handlungsfelder des Weltaktionsprogramms umgesetzt werden sollen (BMBF 2017, S. 102):
  • BNE als Querschnittsaufgabe des gesamten Bildungswesens
  • BNE in Lehr- und Bildungsplänen verankern
  • BNE in Aus- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften und Ausbildenden integrieren
  • Qualitätssicherung in der BNE
  • ganzheitliche Transformation von Lehr- und Lernumgebungen
Dabei sind immer die drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales zu berücksichtigen. Sie »sind dabei in sich immer wieder kontrovers und somit mit den Mitteln politischer Bildung einerseits gut bearbeitbar, anderseits mit allen wichtigen Politikfeldern verbunden« (Overwien 2015, S. 1).

Die 17 »Sustainable Development Goals« – Bildung als Schlüssel

Bunte QuadrateZoombild vorhanden

Abb. 3: Die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung (»SDG’s« = Sustainable Development Goals) im Weltaktionsprogramm zur BNE der Vereinten Nationen (Quelle und Autor: United Nations; CC BY-SA 3.0)

Den 17 SDG-Ober-Zielen (Abbildung 3) und 169 Unterzielen sind fünf handlungsleitende Prinzipien vorangestellt: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft (BMZ 2010–2018 b). Der Schlüssel zur Umsetzung dieser Ziele ist Bildung. Das Motto der Bildungsagenda lautet dementsprechend: »Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen fördern« (UNESCO 2016, S. 5).

Die BNE ist unter dem SDG 4. Bildung, Unterziel 4.7 explizit als eigenes Ziel genannt: »Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die für nachhaltige Entwicklung notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, unter anderm durch Bildung für nachhaltige Entwicklung, für nachhaltige Lebensweise, für Menschenrechte, für Gleichberechtigung der Geschlechter, durch Förderung einer Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit durch Global Citizenship Education und Wertschätzung kultureller Vielfalt und durch den Beitrag der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung« (UNESCO 2016, S. 22).

Angestrebt wird, dass durch Bildung Kompetenzen erworben werden und sich (weiter)entwickeln. De Haan fasst diese Kompetenzen 2008 unter dem Begriff »Gestaltungskompetenz« zusammen.Ge- staltungskompetenz beinhaltet unter anderem vorausschauendes Denken, interdisziplinäres Wissen, autonomes Handeln und Partizipation an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen (DUK, o.J. a) und erlaubt damit dem Einzelnen, »auch ohne Expertenwissen strategisch in unsicheren Handlungsfeldern handeln zu können« (de Haan 2008, S. 27).

»BNE befähigt Lernende, informierte Entscheidungen zu treffen und verantwortungsbewusst zum Schutz der Umwelt, für eine bestandsfähige Wirtschaft und einer gerechten Gesellschaft für aktuelle und zukünftige Generationen zu handeln und dabei die kulturelle Vielfalt zu respektieren « (UNESCO 2014, S. 12). BNE und der Erwerb von Gestaltungskompetenz ist mit diesen Aussagen als generationenübergreifendes, lebenslanges Lernkonzept angelegt, denn für die Umsetzung der SDG’s bzw. einer nachhaltigen Lebensweise muss eine gesellschaftliche Transformation angestoßen und umgesetzt werden (BMBF 2017).

Waldpädagogik-Zertifikat unterstützt SDG’s

Das Zertifikat Waldpädagogik bzw. waldpädagogische Angebote können generationenübergreifendes, lebenslanges Lernen ermöglichen und gewinnen unter diesem Aspekt und der dadurch angestrebten Transformation der Gesellschaft einen immer größeren Stellenwert. »60 % der ausgezeichneten UN-Dekade-Projekte sind dem non-formalen und informellen Lernen zuzurechnen« (BMBF 2017, S. 69). Hier gilt es, non-formales und formales Lernen durch Kooperationen zu Bildungslandschaften zusammen zu bringen, um einen ganzheitlichen Ansatz, lebenslanges Lernen und Kompetenzerwerb im Sinne einer BNE gewährleisten zu können (BMBF 2017).

1998 wird Waldpädagogik in Bayern als gesetzlicher Bildungsauftrag der Forstbehörden in das Bayerische Waldgesetz aufgenommen (BayWaldG 2005). In der Folgezeit wird Waldpädagogik nicht nur von der Forstverwaltung, sondern auch durch externe Dienstleister angeboten. Um einer »Qualitätssicherung in der Waldpädagogik « Rechnung zu tragen, beschließt die Forstchefkonferenz 2007, »Gemeinsamen Rahmenregelungen und Mindest- Standards des bundesländerübergreifend von den Forstverwaltungen getragenen Waldpädagogik-Zertifikats« festzulegen. Der daraus entstandene Kurs des Waldpädagogik- Zertifikats steht grundsätzlich allen Erwachsenen mit abgeschlossener Berufsausbildung offen.

Das Zertifikat bietet die Möglichkeit, sich mit Nachhaltigkeit an ihrem Ursprungsort auseinander zu setzen. Nachhaltige Forstwirtschaft macht deutlich, mit welchen langen Zeiträumen Nachhaltigkeit arbeitet. Für Teilnehmende ohne forstliche Vorkenntnisse bietet das Zertifikat einen Einblick, der nicht den Anspruch erheben kann, die mit einem Studium oder einer Ausbildung erlernten Fachkenntnisse zu vermitteln.

Der Erwerb von Fachwissen, die Heterogenität der Teilnehmenden, die Übungen zum Perspektivwechsel bieten die Chance, sich mit den Zielen und Werte der BNE auseinander zu setzen, auszutauschen und kritisch den eignen Lebensstil zu hinterfragen. Teilnehmende eignen sich Wissen über BNE an, können es zeitnah anwenden, reflektieren, erweitern und weitergeben.

Zertifizierte Waldpädagoginnen und Waldpädagogen können über Kooperationen mit Anbietern der Erwachsenenbildung ihre Veranstaltungen anbieten. In Kooperation mit Schulen können auch wirtschaftlich oder sozial benachteiligte Kinder erreicht werden. Auf diesem Weg realisieren Teilnehmende des Zertifikatskurses den BNE-Gedanken eines lebenslangen Lernens, zu dem alle Menschen Zugang haben. Das Zertifikat setzt im Rahmen seiner Möglichkeiten die Handlungsfelder des Weltaktionsprogrammes wie Kompetenzentwicklung bei … Multiplikatoren … Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene« (UNESCO 2014, S. 15) um.

Waldpädagogik-Zertifikat und politische Erwachsenenbildung

Drei Zweiergruppen Menschen laufen auf einem Forstweg durch den Wald, wobei einer in der Gruppe verbundene Augen hat.Zoombild vorhanden

Abb. 4: Teilnehmende des Zertifikatskurses führen sich mit verbundenen Augen. (Foto: K. Schafhauser)

Ziel der politischen Erwachsenenbildung ist der »mündige« Erwachsene, der »politische, soziale, ökonomische und kulturelle Vorgänge und Entwicklungen beurteilen und bewerten« (Hufer 2015, S. 2) kann. BNE bietet über das Konzept der Gestaltungskompetenz (de Haan 2008) eine Möglichkeit, dieses Ziel umzusetzen. BNE befähigt Menschen, »Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können« (de Haan 2009, S. 31). Begrenzender Faktor kann hier sein, dass nicht alle Menschen die Notwendigkeit erkennen, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit bzw. BNE in Bezug auf ihr eigenes Handeln auseinanderzusetzen.

Dabei bietet BNE im Rahmen der politischen Erwachsenenbildung genau diese Möglichkeit: Ziele und Werte der BNE verstehen, reflektieren, kritisch den eignen Lebensstil hinterfragen und angeeignetes Wissen über BNE weitergeben. Veranstaltungen der politiPerspektivwechschen Erwachsenenbildung zum Thema BNE bieten die Möglichkeit, dass sich Teilnehmende unterschiedlicher Disziplinen austauschen und vernetzen können. Entsprechende Methoden können Perspektivwechsel ermöglichen und zum Umdenken anregen. Die Teilnehmenden kommen in die Lage, sich aktiv zu beteiligen und situationsgemäße Ideen zu entwickeln.

Interdisziplinäres Lernen in heterogenen Gruppen

Menschen gucken auf ein mit Schnur abgestecktes Quadrat WaldbodenZoombild vorhanden

Abb. 5: Beim Zertifikatskurs werden die Folgen von Flächenversiegelung im Rahmen eines Hochwasserexperimentes erlebbar. (Foto: K. Schafhauser)

»Nachhaltigkeit setzt einen mentalen Wandel voraus. Das aber heißt: Lernprozesse müssen initiiert werden, um Notwendigkeit und Möglichkeiten nachhaltiger Entwicklung ins Bewusstsein zu heben und Handeln auf allen Ebenen des Politischen zu ermöglichen« (de Haan 2014, S. 23). BNE in der politischen Erwachsenenbildung kann zu diesem mentalen Wandel beitragen. Das Zertifikat Waldpädagogik kann als ein Beispiel dafür dienen.

Wenn passende Methoden gewählt werden, bietet der Zertifikatskurs für die Teilnehmenden die Möglichkeit, alle zwölf Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz, die de Haan (2004–2009) aufführt, zu erfahren: »Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen« zu können. Sie sind für einen erfolgreichen Zertifikatskurs aufgefordert, an »kollektiven Entscheidungsprozessen« teilzuhaben und »sich und andere (zu) motivieren, aktiv zu werden«.

Im Verlauf des Kurses ist »selbständiges Planen und Handeln, vorausschauend Entwicklungen analysieren und beurteilen« beispielsweise bei der Planung der eigenen Veranstaltung unerlässlich. Dazu müssen die Teilnehmenden »gemeinsam mit anderen planen und handeln können«, aber auch »Risiken, Gefahren und Unsicherheiten erkennen und abwägen können«. Der Kurs bietet durch die heterogene Zusammensetzung der Kursteilnehmenden die Möglichkeit, »interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln« zu können.

Die Informationen zum Thema nachhaltige Forstwirtschaft zeigen die langen Zeiträume auf, in denen sich Nachhaltigkeit bewegt und verdeutlicht die »Zielkonflikte bei der Reflexion über Handlungsstrategien«. Dabei und vor allem nach einer gemeinsam geschafften Waldführung können die »eigenen Leitbilder und die anderer reflektiert« und »Empathie für andere« entwickelt werden. Gerade in Gruppenreflexionsphasen können die eigenen »Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage« mit den anderen Teilnehmenden ausgetauscht und genutzt werden. »Welche Wege, Methoden und Prozesse bei einzelnen Menschen zu Reflexion, Bewusstsein und zum Handeln führen, ist höchst individuell und es gibt kein allgemeines Rezept für einen Bildungsprozess im Sinne der Nachhaltigkeit« (Donath 2012, S. 1).

BNE und politische Bildung

Menschen stehen im Halbkreis im Wald und haben sich mit roten Schnüren netzwerkartig verbunden

Abb. 6: Teilnehmende des Zertifikatskurses erfahren die Abhängigkeiten verschiedener Lebensformen im Ökosystem und diskutieren die Beteiligung des Menschen. (Foto: K. Schafhauser)

Um aber im Sinne der politischen Erwachsenenbildung ein mündiges Mitglied der Gesellschaft zu werden, das diese aktiv mitgestalten möchte, ist es nicht ausreichend, »wenn ein Bildungsprozess auf einer rein kognitiven Ebene abläuft« (Peter et al. 2011, S. 95). »Er muss sinnliche Erfahrungen bieten, emotional berühren und intellektuell anspruchsvoll sein. Diese Elemente zeichnen einen ganzheitlichen, nachhaltig wirkenden Bildungsprozess aus« (Donath 2012, S. 1).

Mit dem Zertifikatskurs wird zum einen dieser BNE-Bildungsgedanke, zum anderen die BNE als politischer Bildungsauftrag umgesetzt. Hier wird der Nachhaltigkeitsgedanke vollumfänglich gelebt. Und hier zeigt sich auch der Zusammenhang von BNE und politischer Bildung, in der BNE in der Erwachsenenbildung angesiedelt ist: Die politische Bildung formuliert Fragen zum menschlichen Zusammenleben und die nachhaltige Entwicklung versucht, mögliche Antworten darauf zu entwickeln (Bügler & Graf 2013).

In der Waldpädagogik erkennen sich die Teilnehmenden als Teil eines Gesamtsystems, welches durch das eigene Verhalten beeinflusst werden kann. Kleinste Veränderungen können globale Auswirkungen haben. Sie erfahren, dass Perspektivwechsel eine neue Sichtweise zu vermeintlich bekanntem eröffnen kann. Für die Weitergabe und dem Leben des BNE-Gedankens ist eine gesellschaftliche Partizipation notwendig: »Damit gerät letztlich das Modell des mündigen Weltbürgers in den Blick, der sich der Formen und Zielkonflikte der politischen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Werteorientierung und ihrer Interessen in der Weltgesellschaft bewusst ist und in der Lage ist, zukunftsorientiert und verantwortungsgerecht eigen- und gemeinwohlorientierte Handlungskompetenzen für sein bürgerschaftliches und zivilgesellschaftliches Engagement im lokalen und gleichermaßen globalen Maßstab zu nutzen« (Brunold & Ohlmeier 2013, S. 10).

Zusammenfassung

Das Zertifikat Waldpädagogik leistet somit einen Beitrag zur BNE in der politischen Erwachsenenbildung: Es lässt Teilnehmende die Nachhaltigkeit an ihrem Ursprung erleben, bietet vielfältige Möglichkeiten zum Erwerb von Gestaltungskompetenz und regt an, dieses Wissen weitergeben zu wollen, kritisch eigene Haltungen zu hinterfragen, die Perspektive zu wechseln und von Vorgängen im Kleinen globale Auswirkungen ableiten zu können. Auch wenn vieles spielerisch vermittelt wird, macht es den Teilnehmenden die Verantwortung bewusst, die sie für sich und nachfolgende Generationen haben.
Literatur
  • Brunold, A.; Ohlmeier, B. (2013): Politische Bildung im Rahmen der UN-Dekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung, Report der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung, POLIS 4/2013, S. 7–10
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  • Bügler, B.; Graf, C. (2013): Politische Bildung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung, BNE-Konsortium COHEP
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  • de Haan, G. (2004–2009): Programm Transfer 21, http://www. transfer-21.de/, [22.02.18]
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  • de Haan, G. (2014): Nachhaltigkeit und Politische Bildung, Aus Politik und Zeitgeschichte, 64. Jahrgang, S. 21–27
  • Donath, K.; Fischer B. (2012): Kulturelle und politische Bildung für nachhaltige Entwicklung, http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/ kulturelle-bildung/141167/kulturelle-und-politische-bildung-fuernachhaltige- entwicklung?p=0 [21.02.18]
  • Forstchefkonferenz (2007): Protokoll, http://www.waldpädagogik. de/pdf/produkte/grundlagen/forstchefkonferenz.pdf [24.01.18]
  • Hufer, K.-P. (2015): Erwachsenenbildung, http://www. bpb.de/gesellschaft/kultur/politische-bildung/193229/ erwachsenenbildung?p=all [06.02.18]
  • Overwien, B. (2015): Umwelt und nachhaltige Entwicklung, http:// www.bpb.de/gesellschaft/kultur/politische-bildung/193097/umwelt- und-nachhaltige-entwicklung?p=0 [22.02.18]
  • Peter. H.; Moegling, K.; Overwien, B. (2011): Politische Bildung für nachhaltige Entwicklung. Bildung im Spannungsfeld von Ökonomie, sozialer Gerechtigkeit und Ökologie, Kassel
  • StMELF – Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (2017b): Forstliche Bildungsarbeit – ein Waldpädagogischer Leitfaden nicht nur für Förster, 8. Auflage, München
  • UNESCO (2014): Roadmap zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Deutsche Übersetzung. Verfügbar unter https://www.bmbf.de/files/2015_Roadmap_ deutsch.pdf [18.01.18]
  • UNESCO (2016): Aktionsrahmen Bildung 2030, https://www. unesco.de/fileadmin/medien/Dokumente/Bildung/2016_07_11_ FFA_LANGFASSUNG_final.pdf [23.01.18]
  • Vereinte Nationen (2015). Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, http://www.un.org/depts/german/gv-70/a70-l1.pdf [06.02.18]
  • Waldgesetz für Bayern [BayWaldG] (2005): (GVBl. S. 313, BayRS 7902-1-L)

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