Eine Gruppe von Kindern steht in einem Laubwald.

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Meldungen - LWF aktuell 116

Die Rubrik Meldungen enthält für Sie in aller Kürze wichtige Informationen zu Themen der Forstwirtschaft, des Naturschutzes, der Jagd und anderer relevanter Umweltbereiche in Bayern und Deutschland.

"Heiße Möbel" aus Bayern

Zwei Männer sitzen auf einem SideboardZoombild vorhanden

Abb. 1: Der brennende Eschenstamm der Schreinerei Huber ist ein Sideboard mit integrierter Feuerstelle. (Foto: Baumgart, StMELF)

Welche vielfältigen Möglichkeiten der heimische Werkstoff Holz bietet, zeigt alljährlich ein Wettbewerb, den das Forstministerium gemeinsam mit dem Schreinerhandwerk durchführt. Im November 2017 zeichneten Forstminister Helmut Brunner und der Vizepräsident des Bayerischen Schreinerhandwerks, Bernhard Daxenberger, auf der »Heim + Handwerk« in München im Rahmen der Sonderschau »Holz aus Bayern« elf innovative Möbelstücke aus.

Unter dem Motto »Heiße Möbel« hatten die Schreiner ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und innovative und ausgefallene Stücke aus verschiedensten Holzarten eingereicht – von der feuerbehandelten Ofenbank aus Eiche über das Sideboard mit künstlicher Feuerstelle bis hin zum Lounge-Grill. »Ganz gleich, ob aus Eiche, Esche, Nussbaum oder Lärche: Kein Material ist so individuell und sorgt für mehr Freude bei der Gestaltung von Innenräumen«, so Brunner.

StMELF

Drittes Naturwaldreservat in privater Hand

Blau-orangener Vogel mit langen SchnabelZoombild vorhanden

Abb. 2: Fühlt sich an der Vils im Naturwaldreservat wohl, der Eisvogel. (Foto: Pheashooter, pixelio.de)

Das »NWR Rumpelmühle« ist das 164. Naturwaldreservat in Bayern und zudem das dritte, das größtenteils in privater Hand ist. Eigentümer ist der Bund Naturschutz in Bayern (BN). Gemeinsam mit dem BN-Vorsitzenden Prof. Dr. Hubert Weiger hat Forstminister Helmut Brunner das 19 ha große Naturwaldreservat bei Freihung im Landkreis Amberg-Sulzbach im Oktober 2017 unter Schutz gestellt. Es handelt sich um ökologisch besonders wertvolle Sumpf- und Bruchwälder in der Vilsecker Mulde.

Auf den mächtigen Torfböden haben sich vor allem Schwarzerlenbestände entwickelt. An etwas trockneren Stellen finden sich auch Kiefern und Birken. Viele Tierarten, die in mehr oder weniger engem Kontakt mit dem Wasser leben, finden hier einen geeigneten Lebensraum. Neben den Bibern, die weite Teile des Reservats bereits durch ihre Bautätigkeit beeinflusst haben, lässt sich auch in den Wäldern entlang der Vils der im Flug besonders schillernde Eisvogel beobachten.

M. Mößnang

Überleben im Winter

Schnee, Frost und eisiger Wind treiben uns im Winter vor den heimeligen Kamin. Diese Möglichkeit haben unsere Wildtiere nicht. Um die kalte Jahreszeit zu überstehen, müssen aber auch sie sich schützen. Dazu haben unsere Tiere im Wald physiologische, aber auch soziale Strategien entwickelt. Allerdings macht es ein weiterer kaum abzuschätzender Faktor unseren Wildtieren im Winter nicht gerade leichter: Der Klimawandel bringt hier einiges durcheinander.

Welche Überlebensstrategien sich bei den verschiedenen Waldbewohner herausgebildet haben, erklärt Prof. Dr. Volker Zahner von der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan- Triesdorf im Podcast »Waldbewohner – Überlebensstrategien im Winter« auf www.forstcast.net.

C. Schwab

Natur des Jahres 2017

Blindschleiche im GrasZoombild vorhanden

Abb. 3: Blindschleichenpaarung: typisch ist der Nackenbiss des blau gefleckten und deutlich größeren Männchens. (Foto: C. Schwab, LWF)

Mittlerweile gibt es über 30 »Jahresobjekte «, die von Gesellschaften, Kuratorien, Stiftungen oder Verbänden regelmäßig ausgerufen werden. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Einige solche Naturobjekte mit forstlichem Bezug sollen hier nochmals erwähnt werden. Allen voran die Fichte, der Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft.

Ohne die Fichte wäre er derzeit kaum vorstellbar: Der Frankenwald war das Waldgebiet des Jahres. Und den Frankenwald gäbe es wohl in seiner heutigen Form nicht, wäre da nicht das Gestein des Jahres – der Diabas. Diabas-Standorte sind vor allem im östlichen Frankenwald vertreten. Als typischer Waldbewohner wurde der Waldkauz Vogel des Jahres. Die zu den Bilchen zählende kleine Haselmaus mit den großen dunklen Knopfaugen und dem langen Kletterschwanz war das Wildtier des Jahres. Sie lebt in Laub- und Mischwäldern mit artenreichem Unterwuchs, in Waldsäumen und Hecken.

Auch die lebendgebärende, bis zu 40 cm lange Blindschleiche, Reptil des Jahres, nutzt vor allem den Waldrand als Lebensraum. Orchidee des Jahres wurde das bis zu 60 cm hohe Weiße Waldvögelein, das sich auf Muschelkalk, Löß und Lößlehmböden wohlfühlt. Sie kommt durchaus mit relativ wenig Licht aus. Eine gelungene Zusammenstellung der »Jahresobjekte« ist auf der Internetseite des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) zu finden.

M. Mößnang

Der Zitronenfalter und sein Frostschutzmittel

Gelber Schwetterling an gefrorenem AstZoombild vorhanden

Abb. 4: Zitronenfalter in Winterstarre (Foto: Eberhard Pfeuffer, LBV)

Die meisten Schmetterlinge überwintern als Raupe oder Puppe. Nur ganz wenige Arten überwintern als Falter. Zu den kälteresistentesten gehört der Zitronenfalter. Er ist besonders widerstandsfähig und überlebt harte Winter praktisch ungeschützt. Wie das geht? Die Natur hat ihn mit einem speziellen Frostschutzmittel ausgerüstet. Stocksteif – wie gefroren – frei an Ästen, Stauden oder an Baumritzen hängend, trotzt der zarte Falter dem Winter. Dank des eingelagerten Glyzerins gefriert die Körperflüssigkeit des Zitronenfalters nicht.
Außerdem scheidet er zu Beginn der Winterzeit einen Teil seiner Körperflüssigkeit aus und lässt praktisch alles Wasser ab, das er nicht braucht. So kann der Zitronenfalter Temperaturen bis deutlich unter 10 °C überstehen. Zitronenfalter werden schon von wenigen wärmenden Sonnenstrahlen zu neuem Leben erweckt und an warmen Wintertagen kurzzeitig aktiv. Bereits im Februar/März erwacht der Zitronenfalter dann definitiv aus seiner Winterstarre.

Nach der Paarung und der Eiablage im April schließt sich dann sein Lebenszyklus. Nur wenige der überwinterten Falter erleben das Schlüpfen der nächsten Generation und sterben kurz darauf.

aus: A. Jaun & S. Joss: Auf der Wiese. Natur erleben - beobachten – verstehen, Haupt Verlag 2011

Edelkastanie Baum des Jahres

Früchte der Edelkastanie in ihrer stacheligen SchaleZoombild vorhanden

Abb. 5: Die Früchte der Edelkastanie (Foto: Stefan Löffler)

Die Edel- oder Esskastanie ist der Baum des Jahres 2018. Sie ist zwar in Deutschland nicht heimisch, gedeiht jedoch auf warmen Standorten vor allem in Südwestdeutschland recht gut. Vor rund 2.000 Jahren brachten die Römer die Edelkastanie über die Alpen und bauten sie entlang des Rheins, der Mosel und der Saar an. Das gegen Verrottung sehr resistente Holz der Kastanie fand vielfach Verwendung als Rebstöcke und Zaunpfosten, aber auch im Hausbau, für Fassdauben und zur Erzeugung von Gerberlohe. Und auch heute noch sind Pfosten aus Edelkastanie in der Schutzwaldsanierung nicht wegzudenken.

Im frühen Mittelalter war die Edelkastanie im südlichen Europa eine wichtige Nahrungspflanze, vor allem in Gegenden, wo kein Getreide angebaut werden konnte. Für die ganzjährige Ernährung einer erwachsenen Person wurden ein bis zwei Bäume veranschlagt. Heutzutage dürfen geröstete »Maronen« auf keinem Weihnachtsmarkt fehlen. Im Waldbau spielt die Edelkastanie eine eher unbedeutende Rolle. Dies könnte sich im Zuge des Klimawandels jedoch ändern. Die Baumart ist anpassungsfähig und wärmeresistent und kommt mit trockenen, ärmeren Böden gut zurecht.

Eigenschaften, die sie für den Waldumbau hin zu klimaresistenten Wäldern wertvoll machen könnte. In einem Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) werden nun Vorkommen, Anbaueignung sowie Nutzungspotenziale und Vermarktungsmöglichkeiten der Edelkastanie erforscht. Dabei wird die LWF durch die reichen Erfahrungen der Kollegen aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg unterstützt.

Aber schon jetzt ist die Edelkastanie auch naturschutzfachlich eine besondere Baumart: An ihr sind etwa 1.000 Insekten- und Käferarten zu finden. Auch Flechten und seltene Moosarten, die teilweise schon als verschollen galten, konnten an ihr nachgewiesen werden.

Stefan Geßler

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