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12.11.2019
Achtung - Sachkundenachweis auch bei der Ausbringung des Verbissschutzmittel Trico notwendig! - Blickpunkt Waldschutz 15/2019
von Stefan Huber und Ludwig Straßer

Verbissene Jungtanne ohne Triebspitze.

In den kommenden Wochen wird bei günstigen Witterungsbedingungen eine neue Generation von Waldbäumen gepflanzt. Waldbesitzer bzw. die von ihnen beauftragten Unternehmer bringen klimatolerante Jungpflanzen in den Wald aus, um aktiv den nötigen Waldumbau voranzutreiben.

Bei der Ausbringung ohne Zaun müssen zum Schutz vor Verbiss die Pflanzen vielfach mit Verbissschutzmitteln behandelt werden. Vielen nicht beruflichen Anwendern ist dabei nicht bewusst, dass diese Mittel unter das Pflanzenschutzrecht fallen und eine Anwendung damit eine gültige Sachkunde Pflanzenschutz voraussetzt. Wir informieren sie daher kurz über die Rechtslage bei Erwerb und Anwendung der Mittel.
Haupttrieb eines Tannensprößling ist mit weißen Verbissschutzmittel eingepinselt

Abb.: Schutz eines Tannentriebes (Foto: P. Dimke, LWF)

Ein Teil der gängigen Schutzmittel ist für den Haus- und Kleingartenbereich zulässig und kann ohne Sachkunde erworben und auch angewendet werden. Differenzierter sieht dies bei den verschiedenen „Profimitteln“ aus. Nach § 12 Abs. 3 PflSchG dürfen diese beruflichen Mittel nur durch Personen mit einem Sachkundenachweis ausgebracht werden. Grundsätzlich haben die Pflanzenschutzdienste der Länder für die Abgabe und Anwendung der „Profimittel“ eine Ausnahme dafür von §23 Abs. 1 PflSchG geschaffen. In deren Leitlinien zur „Abgabe von Profi – Pflanzenschutzmittel an berufliche Anwender“ ist der Umgang mit den Mitteln geregelt. In dieser ist geregelt, dass nichtberufliche Anwender Verbissschutzmittel aus dem Profibereich erwerben und anwenden dürfen.

Wichtig ist aber eine Einschränkung beim Mittel Trico, hier ist das Anwenden des Pflanzenschutzmittels mittels Spritzgeräten (einem Umgang mit einem Spritzgerät setzt ein höheres Wissen voraus) nicht beruflichen Anwendern untersagt, der Verstoß ist bußgeldbewehrt.

Zusammenfassend ergibt sich folgendes:

  • Abgabe aller Mittel an nicht beruflichen Anwender möglich;
  • Anwenden aller Mittel durch nicht beruflichen Anwender möglich;
  • Ausnahme für das Anwenden bildet Trico – Vorsicht Bußgeldbewährt!

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