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Cornelia Triebenbacher und Gabriela Lobinger
Borkenkäfer weiter konsequent aufarbeiten! - Blickpunkt Waldschutz 10/2015

Bayernweit zeichnen von Buchdrucker und Kupferstecher befallene Fichten mit Kronenverfärbung und abfallender Rinde. Eine rechtzeitige Aufarbeitung befallener Fichten, bevor die Rinde abfällt, ist die unabdingbare Voraussetzung, die Borkenkäfer in Schach zu halten.

Täglich erreichen die LWF, Abteilung Waldschutz, Nachfragen zur derzeitigen Borkenkäferentwicklung und der damit verbundenen Aufarbeitungsstrategie.
Deshalb möchten wir die häufigsten Fragen hier beantworten:

Derzeitige Borkenkäferentwicklung

Die Bruten der zweiten Generation Buchdrucker und Kupferstecher sowie deren zweite Geschwisterbrut sind bayernweit weitestgehend fertig entwickelt. Dort wo es aber zur Anlage einer dritten Buchdruckergeneration kam, befinden sich jetzt unter der Rinde noch jüngere Entwicklungsstadien. Bei den derzeit herrschenden milden Temperaturen könnte sich diese Brut noch bis in den Herbst soweit entwickeln, dass diese den Winter überleben können.

Ist jetzt im September noch Käferflug und frischer Stehendbefall zu erwarten?

Die Schwärmaktivität des Borkenkäfers ist Anfang September weitestgehend abgeschlossen. Die Käfer verlassen die Brutbäume nur noch, wenn sie z. B. durch den Abfall der Rinde dazu gezwungen werden. Sie schwärmen dann noch einmal, um geeignete Überwinterungsquartiere aufzusuchen. Dabei bevorzugen sie bereits befallene Fichten oder die Bodenstreu. Vermehrter Stehendbefall ist dadurch nicht zu erwarten.

Soll Borkenkäferbefall weiter zügig aufgearbeitet werden oder kann man sich jetzt Zeit lassen?

Die Larven der Fichtenborkenkäfer entwickeln sich bei milden Temperaturen weiter. Auch die unter der Rinde vorhandenen Jung- und Altkäfer fressen weiter. Fällt die Rinde der Fichten mit den fertig entwickelten Jungkäfern und Altkäfern herunter, entziehen sie sich der Aufarbeitung. Die Käfer überleben den Winter in den Rindenstücken am Boden oder in der Bodenstreu.
[b] Es ist dringend anzuraten, weiterhin konsequent befallenes Holz aufzuarbeiten und abzutransportieren, bevor die Rinde abfällt.[/b]

Sollen Polter jetzt noch gespritzt werden?

Da die Schwärmaktivität der Borkenkäfer weitestgehend abgeschlossen ist, ist eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln nicht mehr erforderlich. Entscheidend ist es, befallenes Holz möglichst rasch aus den Beständen abzufahren (mindestens 500 m Abstand zum nächsten Nadelholzbestand).

Kupferstechersituation

Waldrand mit vom Kupferstecher befallenen rot gefärbten Fichten. Davor liegt ein kleines Holzpolter.Zoombild vorhanden

Abbildung 1: Kronenverfärbung durch Kupferstecher. Foto: Michael Forster

Die Kupferstecher haben sich aufgrund des Sturms Niklas und der Trockenheit dieses Jahr in weiten Teilen Bayerns stark vermehren können. In den kommenden Wochen wird der Befall verstärkt erkennbar werden. Bei Rotfärbung der Krone von oben her ist auf jeden Fall auch das Kronenmaterial durch Verbrennen oder Häckseln unschädlich zu machen. Fichten im Umkreis sind auf Befallsmerkmale in der Krone (Nadelverfärbung, Nadelabfall) genau anzusprechen.

Kupferstecher überwintern in allen Stadien unter der Rinde, auch in nur fingerdicken Zweigen. Im Gegensatz zum Buchdrucker überstehen auch junge Larven den Winter.