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Olaf Schmidt
Edelkastanie: Heimstatt auch des Buchenbocks – LWF aktuell 116

Die Edelkastanie (Castanea sativa) wurde zum Baum des Jahrs 2018 gewählt. Um für mögliche Tagungen zur Edelkastanie »gerüstet« zu sein, hat der bekannte Holzkünster Volkmar Zimmer aus Germering aus Edelkastanienholz, das aus Unterfranken stammte, Holzkugeln gedrechselt.

Älterer Herr hält eine Holzskulptur in der HandZoombild vorhanden

Abb. 1: Holzkünstler Zahner (Foto: F. Stahl)

Während seiner Drechselarbeit entdeckte er im Holz Larvengänge und noch lebende Käfer. Aufgrund seiner guten Kontakte zur Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft bat er die LWF, den Käfer bestimmen zu lassen.

Die Artbestimmung ergab zweifelsfrei, dass es sich bei dem Fund um den Buchenbock (Cerambyx scopolii) handelte. Diese Art wird auch Kleiner Eichenbock oder Buchenspießbock genannt. Er ist bei weitem nicht so selten wie sein deutlich größerer »Bruder«, der Große Eichenbock (Cerambyx cerdo), aber dennoch aufgrund seiner Wärmeansprüche in Bayern auch nicht gerade häufig.
Schwarzer Käfer auf einem Stück HolzZoombild vorhanden

Abb. 2: Auch im Holz der Edelkastanie fühlt sich der Buchenbock wie zu Hause. (Foto: F. Stahl)

Der Buchenbock erreicht als Käfer eine Länge von circa 19–28 mm und ist tiefschwarz gefärbt. Die Flügeldecken und der Halsschild sind stark körnig strukturiert. Die Art entwickelt sich unter der Rinde verschiedener Hartlaubhölzer wie Eiche, Buche, Ulme und eben auch Edelkastanie. Auch in verschiedenen Obstbäumen wie Zwetschge, Walnuss und Vogelkirsche sind Larven dieser Art schon gefunden worden.

Die erwachsenen Käfer besuchen gerne Blüten von Doldenblütlern, Mädesüß oder Weißdorn. Die Hauptflugzeit dieser Art liegt in den Monaten Mai und Juni. Als mäßig wärmeliebende Käferart fehlt diese Art, obwohl sie weiter verbreitet ist, in den Mittelgebirgen. Sie bevorzugt ebene und niedrige Lagen (Neumann 1985; Niehuis 2001). Die von einigen Naturschützern postulierte Artenarmut der Edelkastanie, die erst als Archäophyt mit den Römern nach Mitteleuropa gelangte, haben die Untersuchungen von Segatz (2015) in Rheinland-Pfalz widerlegt. Bei den Untersuchungen zeigte sich, dass Castanea eine der Gattung Quercus höchstähnliche Käferfauna aufweist. Es bleibt zu hoffen, dass das Jahr 2018 mit der Edelkastanie als Baumart des Jahres noch einige weitere erfreuliche Überraschungen bringen wird.

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